Häusliche Gewalt bezeichnet Gewalt in engen persönlichen Beziehungen, vor allem in Partnerschaften und Familie. Eine einheitliche Definition häuslicher Gewalt gibt es in Deutschland bislang nicht.
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Jordan Lye via Gettyimages
Wo beginnt Gewalt?
Gewalt beginnt nicht erst mit Schlägen. Auch Bedrohungen, Beschimpfungen, Belästigungen und Kontrolle durch den Partner oder die Partnerin sind Formen von Gewalt. Sie kann Menschen aller sozialen Schichten und jeden Alters treffen: Zuhause, in der Öffentlichkeit, am Arbeitsplatz oder online.
In Deutschland gibt es keine einheitliche Definition häuslicher Gewalt. Der Begriff hat sich in vielen Arbeitsfeldern etabliert, etwa bei den Hilfen für gewaltbetroffene Frauen, bei Polizei, Justiz und Jugendhilfe. Allerdings wird der Begriff unterschiedlich weit gefasst: Teils schließt er z.B. Gewalt durch enge Bezugspersonen gegen Kinder ein, teils wird ausschließlich Partnergewalt darunter verstanden.
Häusliche Gewalt ist auch nicht per se Gewalt von Männern an Frauen. In den meisten Fällen geht häusliche Gewalt zwar von Männern aus und davon betroffen sind ganz überwiegend Frauen. Aber auch Frauen üben Gewalt in engen sozialen Beziehungen aus, und auch Männer können Opfer häuslicher Gewalt werden.
Welche Gewaltformen sind typisch im Bereich der häuslichen Gewalt?
Im Rahmen häuslicher Gewalt zeigen sich insbesondere die folgenden Gewaltformen:
… richtet sich gegen die körperliche Unversehrtheit eines anderen Menschen. Dazu zählen Stoßen, Boxen, Würgen, Ohrfeigen, Treten, mit Gegenständen werfen, das Überschütten mit Flüssigkeiten, an den Haaren ziehen, festes Zupacken, Schlagen, mit Zigaretten verbrennen, mit dem Kopf gegen die Wand schlagen, Angriffe mit einem Gegenstand (Messer, Gürtel etc.) bis hin zu Mordversuch oder Mord.
… beinhaltet ein breites Spektrum von Handlungsweisen, die alle dem Ziel dienen, das Selbstwertgefühl der Betroffenen zu beeinträchtigen. Dazu gehören Beleidigung und Demütigung, Verleumdung, Herabminderung, Missachtung, Schweigen, Abwertung, Eifersucht, Herunterspielen ausgeübter körperlicher Gewalt, Schreien, Kontrolle von sozialen Kontakten zu Freunden, Familie und Arbeitskollegen, soziale Isolation oder das Zerstören wertvoller persönlicher Dinge.
… bezeichnet alle sexuellen Handlungen, die gegen den Willen der Betroffenen geschehen. Dazu zählen sexuelle Belästigung, Nötigung zu sexuellen Handlungen, (versuchte) Vergewaltigung, sexueller Missbrauch sowie alle Formen sexueller Bedrohung. Sexualisierte Gewalt stellt einen massiven Gewaltakt sowohl gegen die physische als auch die seelische Integrität der Betroffenen dar.
Ökonomische Gewalt … dient der finanziellen Abhängigkeit der Betroffenen von ihren (Ex-)Partner:innen. Der Zugang zu Geld wird verweigert, z. B. durch das Verbot, berufstätig zu sein, bzw. Geld wird zugeteilt oder auch als Mittel zur Belohnung und Bestrafung eingesetzt.
… grenzt Betroffene von der jeweiligen Umwelt ab, in dem der Kontakt zu Verwandten, Freunden und Bekannten sowie Freizeitaktivitäten unterbunden oder verboten werden.
Studien zeigen, dass Männer nach Fußballspielen vermehrt häusliche Gewalt gegenüber Frauen ausüben. Dabei ist aber nicht der Fußball selbst das Problem, sondern der damit verbundene Alkoholkonsum. Mit unserer Kampagne wollen wir Täter und potenzielle Täter mit den passenden Hilfsangeboten...