Die Entwicklung der Öffentlichkeitskampagne gegen Antiziganismus ist ein direkter Schritt aus der Gesamtstrategie zur Bekämpfung des Antiziganismus und zur Förderung der gleichberechtigten Teilhabe von Sinti und Roma in Hamburg.
Hamburg setzt sich gegen Antiziganismus und für ein offenes Miteinander ein. Im Rahmen der aktuellen Kampagne gegen Antiziganismus laden wir herzlich zu mehreren Veranstaltungen mit Raum für Begegnung und Dialog ein.
Antiziganismus: Fragen und Antworten
Antiziganismus bezeichnet rassistische Vorurteile und Diskriminierung gegenüber Sinti und Roma. Diese Ausgrenzung kann sich in sehr unterschiedlicher Weise auf individueller, institutioneller oder struktureller Ebene äußern. Antiziganismus führt dazu, dass Sinti und Roma häufig an den Rand gedrängt und benachteiligt werden.
Sinti und Roma sind bereits seit langer Zeit in der Hansestadt beheimatet. Sinti leben seit rund 600 Jahren hier. Roma erreichten Hamburg seit dem 19. Jahrhundert, viele von ihnen insbesondere in den letzten Jahrzehnten. Die deutschen Sinti und Roma sind als nationale Minderheit in Deutschland anerkannt. Aus dieser Anerkennung folgt eine besondere Verantwortung des Staates.
Sinti und Roma haben seit vielen Jahrhunderten Marginalisierung und Verfolgung erfahren. Die Nationalsozialisten haben schätzungsweise 200.000 bis 500.000 Angehörige der Sinti und Roma aus rassistischen Gründen ermordet. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg hat man in Deutschland die Diskriminierungen fortgeführt und erst allmählich abgebaut. Dadurch konnten sich viele Sinti und Roma nur schwer gesellschaftlich etablieren.
Antiziganismus ist ein sehr ernstes gesellschaftliches Problem, da Sinti und Roma in vielerlei Hinsicht nach wie vor benachteiligt werden. Dies betrifft insbesondere den Zugang zu Bildung, Arbeitsmarkt und Wohnraum. Im Alltag machen Sinti und Roma immer wieder ausgrenzende Erfahrungen aufgrund ihrer Herkunft.Die Diskriminierung führt dazu, dass sie oft schlechtere Lebensbedingungen haben und geringe Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe erhalten.
Die Stadt Hamburg hat sich zum Ziel gesetzt, Antiziganismus aktiv zu bekämpfen. 2024 hat der Senat eine Gesamtstrategie gegen Antiziganismus beschlossen. Sie soll die Diskriminierung von Sinti und Roma in allen Lebensbereichen bekämpfen und ihre gesellschaftliche Teilhabe verbessern. Dabei wurden und werden Vertreterinnen und Vertreter der Hamburger Communitys der Sinti und Roma in allen Phasen der Umsetzung einbezogen.
Die Beratungsstelle empower berät Betroffene von rechter, rassistischer, antisemitischer und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.
Das Antidiskriminierungsbüro des Trägers basis & woge e.V. bietet unabhängige, vertrauliche und kostenlose Beratung für Menschen an, die Diskriminierung erlebt haben. Sie können sich an das Antidiskriminierungsbüro wenden, wenn Sie Diskriminierung erfahren haben – zum Beispiel aufgrund Ihrer Herkunft, Ihrer Religion oder Weltanschauung, Ihres Aussehens, Ihres Geschlechts, Ihrer Geschlechtsidentität, Ihrer sexuellen Orientierung, Ihres Alters, einer Behinderung oder chronischen Erkrankung. Auch bei spezifischer Diskriminierung gegen Sinti und Roma können Sie sich an das Antidiskriminierungsbüro wenden.
Darüber hinaus können sich Betroffene auch an die Antidiskriminierungsstelle des Bundeswenden. Diese bietet ebenfalls Beratung und Unterstützung für Menschen, die Diskriminierung erfahren haben.
Wenn Sie Zeuge oder Opfer von Diskriminierung oder antiziganistischen Vorfällen geworden sind, gibt es dafür die digitale Hinweisstelle HiNT, über die Sie Diskriminierung und Hassvorfälle unkompliziert und vertraulich melden können. So tragen Sie aktiv dazu bei, Antiziganismus sichtbar zu machen und die Rechte der Sinti und Roma zu schützen.
Auf diesen Seiten finden Sie weiterführende Links, Materialien und Hinweise:
Der Hamburger Senat wendet sich klar gegen jede Diskriminierung von Sinti und Roma. Um ihre gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft sicherzustellen, muss Antiziganismus effektiv bekämpft werden. Dieses Ziel verfolgt die Gesamtstrategie in allen wesentlichen Lebensbereichen.