Die Temperaturen in Hamburg sind seit 1881 bereits um 1,7 °C gestiegen, und extreme Wetterereignisse nehmen zu. Besonders betroffen sind die dicht bebauten Quartiere Altonas, in denen sich Hitze staut und die Belastung für die Bevölkerung steigt. Vulnerable Gruppen wie Kinder, ältere Menschen und sozial Benachteiligte sind besonders gefährdet. Auch wertvolle Naturräume wie Moore, Wälder und Feuchtgebiete leiden unter den veränderten klimatischen Bedingungen.
Dr. Sebastian Kloth, Bezirksamtsleiter Altona: „Der Klimawandel ist längst auch in der Freien und Hansestadt Hamburg angekommen. Besonders Altona steht mit seiner hohen Bebauungsdichte, dem dynamischen Wachstum und vielen sensiblen Bevölkerungsgruppen vor großen Herausforderungen. In der frühzeitigen und konsequenten Anpassung an die Folgen des Klimawandels liegt jedoch eine große Chance: für mehr Lebensqualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit in unserem Bezirk. Klimaanpassung kann nur dort gelingen, wo die Folgen unmittelbar spürbar werden – vor Ort, im Quartier, in der Nachbarschaft. Mit dem Klimaanpassungskonzept ‚COOL Altona‘ haben wir ein zukunftsweisendes Werkzeug geschaffen, das auf wissenschaftlicher Analyse basiert und konkrete Maßnahmen zur Starkregenvorsorge und Hitzeresilienz aufzeigt. Entscheidend ist das gemeinsame Handeln von Verwaltung, Politik, Wirtschaft und engagierten Bürger*innen. Nur gemeinsam können wir Altona ‚cool‘ und lebenswert für alle Generationen erhalten.“
Zamna Castillejos, Leitung des Klimaanpassungskonzeptes „COOL Altona“: „Um Altona langfristig auf den Klimawandel vorzubereiten, wurden auf Basis umfassender Analysen zehn strategische Maßnahmen entwickelt. Diese beinhalten verschiedene konstruktive und organisatorische Schritte. Durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten wird sichergestellt, dass Klimaanpassung in Altona nicht nur geplant, sondern auch sichtbar umgesetzt und dauerhaft wirksam wird.“
Das Klimaanpassungskonzept basiert auf einer umfassenden Analyse der Risiken und Potenziale im Bezirk. Es wurden 28 Bereiche identifiziert, in denen besonders dringender Handlungsbedarf besteht – etwa wegen Überhitzung, Überflutungsgefahr oder der Konzentration sensibler Einrichtungen wie Krankenhäuser, Kitas und Pflegeheime. Die Ergebnisse zeigen: Klimaanpassung muss lokal ansetzen und dort wirken, wo die Folgen des Klimawandels am stärksten spürbar sind.
Zu den geplanten Maßnahmen zählen unter anderem die frühzeitige Gefährdungsanalyse und die Integration von Klimaanpassung in Planungsprozesse, die Erweiterung von Frischluft und Grünachsen, die mikroklimatische Verbesserung urbaner Räume, mehr Begrünung im Straßenraum, die Entsiegelung von Flächen, der Ausbau von Gründächern sowie neue Möglichkeiten zur Regenwasserrückhaltung. Auch der gezielte Schutz und die Weiterentwicklung von Naturräume und ökologisch wertvollen Flächen sind zentrale Bestandteile des Konzepts.
Das Klimaanpassungskonzept ist am 8. Juni im Ausschuss für Wirtschaft, Klima und Verbraucherschutz vorgestellt worden. Ein Beschluss durch die Bezirksversammlung steht noch aus.
Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz, und nukleare Sicherheit (BMUKN) und kofinanziert aus Klimaanpassungsmitteln der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft.
Weitere Informationen und die Broschüre zum Klimaanpassungskonzept finden sich auf der Website des Bezirksamts Altona: Klimaanpassungskonzept COOL Altona - hamburg.de