Unter der Leitung des Bezirksamts Altona und mit fachlicher Unterstützung eines externen Beteiligungsdienstleisters wurden in mehreren Sitzungen aktuelle Herausforderungen und Chancen im Ortskern Blankenese analysiert. Im Mittelpunkt standen dabei die Themen Mobilität, Aufenthaltsqualität und die Nutzung des öffentlichen Raums. Die Teilnehmenden diskutierten in Gruppen verschiedene Zukunftsszenarien und entwickelten gemeinsam Ziele und Maßnahmen.
Dr. Sebastian Kloth, Bezirksamtsleiter Altona: „Mit dem ersten Bürgerinnenrat dieser Stadt haben wir ein echtes Pilotprojekt auf den Weg gebracht – einen bislang einzigartigen Beteiligungsprozess, wie es ihn in Hamburg so noch nicht gegeben hat. Ziel war es, gemeinsam Handlungsvorschläge für die künftige Mobilitätsentwicklung in Blankenese zu erarbeiten, immer mit Blick auf die Aufenthalts- und Wohnqualität im Stadtteil. Der Bürger*innenrat hat damit aktiv dazu beigetragen, den Ortskern zukunftsfähig zu gestalten und die Bedürfnisse sowie Wünsche der Menschen vor Ort sichtbar zu machen. Nun liegt es an der Politik, zu entscheiden, wie mit den Ergebnissen weiter verfahren wird. Die Empfehlungen des Rats sind ein wichtiger Beitrag, um die Meinungsvielfalt und die Lebensrealität der Menschen in Blankenese einzubringen. Ich danke allen Beteiligten für die konstruktive Zusammenarbeit und die vielen innovativen Ideen.“
Zusammensetzung des Bürger*innenrats & die Beteiligungsformate
Die Mitglieder des Bürger*innenrats wurden per Losverfahren aus dem Einwohnermelderegister ausgewählt, um eine möglichst vielfältige Gruppe aus der Bevölkerung abzubilden – auch Menschen, die sonst selten an öffentlichen Debatten teilnehmen. Ziel war es, unterschiedliche Lebenslagen und Perspektiven in die Beratung zur Mobilitätsentwicklung einzubringen. Nach einer Zufallsauswahl und weiteren Kriterien wurden schließlich 24 Personen so ausgewählt, dass die Vielfalt des Stadtteils möglichst gut repräsentiert ist. Jugendliche wurden über eine separate Jugendbeteiligung einbezogen.
Im Februar 2026 fanden schließlich drei Sitzungen statt, in denen die Teilnehmenden die Herausforderungen, Chancen und Konflikte rund um die Mobilität im Blankeneser Ortskern diskutierten. Die Themen reichten von Rad- und Fußverkehr über den öffentlichen Nahverkehr bis hin zu Parkraummanagement und Aufenthaltsqualität. Die Teilnehmenden konnten eigene Schwerpunkte setzen und entwickelten gemeinsam konkrete Szenarien und Maßnahmenvorschläge, die nun in die politische Beratung einfließen.
Empfehlungen des Bürger*innenrats: Vier Leitziele für Blankenese
Der Bürger*innenrat Blankenese hat vier zentrale Leitziele für den Ortskern des Stadtteils erarbeitet und formuliert:
- Bahnhof als sicherer Mobilitätshub: Der Bahnhof Blankenese und sein Umfeld sollen übersichtlich und barrierefrei für alle Verkehrsarten gestaltet werden. Dazu gehören markierte Parkflächen für E-Roller, eine Kiss & Ride-Zone für PKW und mehr sichere Fahrradabstellplätze.
- Attraktiver Ortskern mit hoher Aufenthaltsqualität: Die Bahnhofstraße und der Marktplatz sollen lebenswerter werden. Vorgeschlagen werden u.a. mehr Sitzgelegenheiten, zusätzliche Bäume und eine multifunktionale Nutzung des Marktplatzes – etwa für Konzerte, Feste oder Außengastronomie.
- Reduzierung des Autoverkehrs und Förderung alternativer Mobilität: Der Bürger*innenrat empfiehlt, den Durchgangsverkehr zu verringern, das Parkraummanagement zu verbessern und Sharing-Angebote wie Car-Sharing und StadtRad auszubauen. Auch eine neue Bushaltestelle für den Schüler*innenverkehr wurde angeregt.
- Bessere Rad- und Fußwege: Die Infrastruktur für Rad- und Fußverkehr soll sicherer und komfortabler werden. Dazu zählen zusätzliche Fahrradboxen, eine StadtRAD-Station am Bahnhof und optimierte Ampelschaltungen für Fußgänger*innen.
Die Ergebnisse hat der vom Bezirksamt Altona beauftragte Beteiligungsdienstleister TOLLERORT entwickeln & beteiligen GmbH in einem Abschlussbericht (Bürgergutachten) zusammengefasst. Dieser Bericht ist am 1. Juni im zuständigen Mobilitätsausschuss der Bezirksversammlung Altona vorgestellt worden. Die Empfehlungen des Bürger*innenrats können nun in einem nächsten Schritt auf politischer Ebene diskutiert, bewertet und priorisiert werden.
Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf rund 65.000 Euro. Diese setzen sich aus Mitteln für innovative Beteiligungsverfahren der damaligen Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke, aus zentralen Bezirksmitteln für die Kinder- und Jugendbeteiligung sowie aus bezirklichen Mitteln zusammen.