Bisher kommen die Transportgüter in der Regel aus großen Verteilerzentren am Stadtrand mit LKWs oder Sprintern in die Stadt und verursachen in den dicht besiedelten Quartieren ein erhöhtes Verkehrsaufkommen und Verkehrsbelästigungen, beispielsweise durch Parken in der zweiten Reihe, aber auch erhöhte Lärmemissionen durch häufiges Anfahren. Bei der Nutzung eines Mikrodepot wird nur ein zentraler Ort von den großen Transportfahrzeugen angefahren, welche dort die Güter gebündelt Be- und Entladen. Vom Mikrodepot aus werden die Sendungen und Lieferungen auf kleinere Touren aufgeteilt, umgepackt und mit E-Lastenrädern ausgeliefert. Die Fläche im Mikrodepot kann auch als Zwischenlager für die Sammlung von Gütern mit E-Lastenrädern dienen, die dann gebündelt von einem großen Fahrzeug abgeholt werden. E-Lastenräder haben den Vorteil, dass sie sich emissionsfrei Fortbewegen, in den Quartieren weniger Verkehrsprobleme verursachen und zeitsparender unterwegs sein können, weil sie nicht im Stau stehen.
Logistisch genutzte Mikrodepots werden bereits weiteren Orten in der Stadt getestet. Beim Quartiers-Hub in der Holstenstraße 20 ist jedoch besonders, dass verschiedene Unternehmen die Fläche verstärkt gemeinsam nutzen. Die Unternehmen haben jeweils einen kleinen zugewiesenen Bereich im Quartiers-Hub, den sie zur Lagerung ihrer Güter nutzen können. In diesen individuellen Bereichen können auch die E-Lastenfahrräder geladen und abgestellt werden. Da sich die Arbeitsabläufe der Unternehmen zeitlich unterscheiden, können sie sich jedoch eine große Fläche zum Sortieren und Umpacken ihrer Güter teilen und diese Handling-Fläche gemeinsam nutzen. Die Unternehmen benötigen dadurch im Einzelnen weniger Fläche, das Mikrodepot wird deutlich effizienter genutzt und es können für alle Nutzer:innen Kosten gespart werden. Darüber hinaus werden weitere Räumlichkeiten wie WC und Küche mit den weiteren Nutzungen im Hub geteilt, müssen also nicht alleinig für die Logistik bereitgestellt werden. Der Aufbau der Logistikfläche ist modular und flexibel gestaltet, sodass er an die Erfahrungen aus dem laufenden Betrieb angepasst und optimiert werden kann.
Im Rahmen der logistischen Nutzung des Quartiers-Hubs werden durch das Projekt MOVE21 Daten gesammelt. Diese und Erfahrungen der Nutzer:innen werden ausgewertet, um die Ergebnisse aus dem Projekt auf zusätzliche Standorte übertragen zu können, um letztlich weitere Verkehrsreduzierungen durch Kooperationen und neue Transportkonzepte zu erzielen.
Der Projektstandort in der Holstenstraße 20 wird innerhalb des Projekts von Smart City | DB betrieben, die Anmietung des Gebäudes der SAGA erfolgt durch das Bezirksamt Altona. Die Entwicklung des Konzepts, die Begleitung der Umsetzung und des späteren Betriebs erfolgt durch das gesamte Hamburger MOVE21 Projektkonsortium. Die Fläche im Quartiers-Hub wird von den Paketdienstleistern GLS und Hermes Germany sowie dem Logistikdienstleister CityLog als Umschlagplatz genutzt.