Das Wettbewerbsgelände liegt in zentraler Lage in Altona im Stadtteil Ottensen an der Grenze zu Bahrenfeld. Prägend für diesen Stadtbereich ist das Hochhaus der Euler Hermes Versicherung sowie das nördlich der S-Bahntrasse gelegene ehemalige Gaswerk Bahrenfeld, dass Ende der 1990er Jahre umgenutzt und heute durch eine Vielzahl von Dienstleistungsunternehmen, Büros, Nahversorgungseinrichtungen, Hotels sowie durch das Stadtteilzentrum Bahrenfeld genutzt wird. Ende 2009 wurde die ehemals industrielle Nutzung (Zulieferbetrieb für Automobilindustrie) aufgegeben, zwischenzeitlich sind kleingewerblichen Nutzungen sowie temporär das Internationale Kurzfilmfestival untergekommen.
Gekennzeichnet ist das ehemalige Werksgelände durch eine Vielzahl unterschiedlich großer Produktions- und Lagerhallen, Verwaltungs- und Sozialgebäuden etc. Das bestehende Planungsrecht (Industriegebiet gemäß Baustufenplan Ottensen von 1955) ließ eine zeitgemäße (Um-) Nutzung aus einer Mischung aus Wohnen und Gewerbe nicht zu, so dass die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes notwendig war. Dem Bebauungsplanverfahren vorgeschaltet war ein zweistufiger städtebaulicher Realisierungswettbewerb unter intensiver Bürgerbeteiligung.
Aufgefordert waren zehn namhafte Architektur- und Stadtplanungsbüros, tragfähige Zukunftsvisionen für das Untersuchungsgebiet zu entwickeln. Dabei galt es, einerseits die bestehende Bausubstanz in Teilen zu erhalten und andererseits neue Baustrukturen in ein ganzheitliches städtebauliches Konzept einzufügen. Ziel war, den bestehenden, z.T. kleinteiligen Gewerbestrukturen ausreichend Raum zu geben bzw. neue Flächen für Gewerbe, Dienstleister etc. zu schaffen. Gleichzeitig sollte in geeigneten Lagen im Baublock die Wohnfunktion gestärkt bzw. neu etabliert werden.
Das mehrstufige Wettbewerbsverfahren, der durchgeführte Online-Dialog, offene Informationsstände im Stadtteil Ottensen sowie eine sogenannte „Gläserne Werkstatt“, auf der alle Interessierten öffentlich und gemeinsam mit den beteiligten Architektenteams die vorliegenden Ergebnisse diskutieren konnten, ermöglichten eine breit aufgestellte und intensive Bürgerbeteiligung.
Nachdem die Jury drei Büros zur Überarbeitung ihrer Entwürfe aufgefordert hatte, wurde im Dezember 2013 das Hamburger Büro coido architects (Cordsen Ipach Döll) der erste Preis zugesprochen. Aus der Begründung des Preisgerichtes:
„Das Konzept überzeugt mit vielen Qualitäten und guter Funktionalität in allen Belangen. Der Entwurf fügt sich wie selbstverständlich in die vorhandenen städtebaulichen Strukturen der Umgebung ein. Für die weitere städtebauliche Entwicklung nach Osten werden gute Anschlussmöglichkeiten ausgebildet. Der zentrale Platz, das Wohnraumangebot, insbesondere die nördliche Ausdehnung und der Umgang mit Bestandsgebäuden sind gelungen. Ebenfalls positiv wird die Eingangssituation bewertet, die in das Quartier hineinleitet und mit der einfachen Erschließung eine gute Adressbildung ermöglicht“.
Wettbewerb und Beteiligungsverfahren: Sommer - Herbst 2013
Grundstücksgröße: 3,6 h
Nutzungen:
Gewerbe 42 %, ca. 18.500 qm Bruttogeschossfläche, ca. 60 Gewerbeeinheiten
Wohnen 41 %, ca. 42.000 qm Bruttogeschossfläche, ca. 460 Wohnungen
Dienstleistungen 17 %
Stellplätze ca. 360
Auslober: Rheinmetall Immobilien GmbH, Düsseldorf