Rothirsch (Cervus elaphus)

Der Rothirsch

Rothirsche stehen auf einer Wiese.
Forst Klövensteen

Allgemeines
Der ausgewachsene männliche Rothirsch (Cervus elaphus) ist mit einer Schulterhöhe von bis zu 130 Zentimetern und einem Gewicht von bis zu 250 Kilogramm das größte heimische Wildtier. Die weiblichen Hirschkühe sind gut ein Drittel kleiner als die Männchen und tragen – wie bei allen Hirschen außer den Rentieren – kein Geweih. Dieses ist beim Rothirsch besonders groß und weitverzweigt. Der Name Rothirsch ist dabei vom rotbraunen Sommerfell abgeleitet, im Winter ist es allerdings graubraun.

Lebensraum
Rothirsche unternehmen gern ausgedehnte Wanderungen und sind ursprünglich tagaktiv und in offenen Landschaften unterwegs. Sie legen mitunter über 100 Kilometer in wenigen Tagen zurück. Durch die Zerschneidung der Landschaft durch Straßen und Siedlungen, fehlende Ruhezonen und die erhöhte Nutzung der Natur durch uns Menschen ziehen sich Rothirsche heute jedoch in die Wälder zurück und wagen sich nur im Schutz der Dunkelheit hinaus in offene Gebiete.

Vorkommen
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Rothirsches umfasst ganz Europa, Asien und Nordafrika. In verschiedenen Unterarten kommen Rothirsche aber auch in Sibirien und Nordamerika vor.
Rothirsche sind zudem auch durch den Menschen in einer Reihe von anderen Ländern eingeführt worden, um dort als Fleischlieferant zu dienen. Aus Farmen ausgebrochen, konnten sich dort immer wieder auch wilde Populationen bilden, welche in diesen Regionen seit vielen Jahren erfolgreich leben. Zu den Ländern, in denen sich Rothirsche als sogenannte Neozoen (aus dem Griechischen: „Neue Lebewesen“) etabliert haben, gehören unter anderen Australien, Argentinien, Chile und Neuseeland.

Nahrung
Rothirsche sind Wiederkäuer und reine Pflanzenfresser.
Ihre Nahrung besteht in etwa zu zwei Dritteln aus Gräsern und Kräutern und zu einem Drittel aus Knospen, Blättern und Baumrinde. Ein Hirsch kann dabei pro Tag zwischen 8 und 20 Kilo Grünfutter verschlingen. Sie fressen jedoch auch Baumfrüchte, wie Eicheln und Bucheckern sowie Ackerfrüchte, wie zum Beispiel Getreide. Im Winter werden auch Flechten, Moose und Tannen-, Fichten- oder Kiefernnadeln nicht verschmäht.

Besonderheiten
Das wohl herausragendste Merkmal der Rothirsche ist die lautstarke und beeindruckende Paarungszeit im Herbst, die sogenannte Brunft. Das Röhren brunftiger Hirsche ist sicherlich eine der bekanntesten Lautäußerungen männlicher Tiere, auch wenn Rothirsche generell mit einer Reihe sehr unterschiedlicher Laute kommunizieren.
Die Brunft findet in unseren Breitengraden in etwa von Mitte September bis Anfang Oktober statt und wird jahreszeitlich bedingt durch eine hormonelle Umstellung bei den Tieren ausgelöst. Das gesamte Brunftgeschehen ist relativ komplex und stellt wegen der akustischen Wahrnehmungen ein besonderes Naturschauspiel dar. Am besten erleben Sie dieses einmal persönlich bei einer unserer abendlichen Führungen speziell zur Paarungszeit der Rothirsche. Nähere Informationen dazu finden Sie zu gegebener Zeit unter „Aktuelles“

Zum Weiterlesen

Ein Damhirsch mit mächtigem Geweih lieht in hohen grünen Gräsern.
Günter Schilling

Damhirsch (Dama dama) Der Damhirsch

Damhirsche sind tagaktiv und leben bevorzugt in offenen Landschaften, in denen sich kleine Waldpartien mit landwirtschaftlichen Flächen abwechseln.

Ein Frettchen läuft über Waldboden mit Blättern und Gras.
Eva Lange

Frettchen (Mustela putorius f. domestica) Das Frettchen

Der Waldiltis als Stammform der Frettchen ist ein vorwiegender Fleischfresser, der sich bevorzugt von Amphibien wie Fröschen und Kröten ernährt.

Ein Nerz steht auf einem Stein an einem Gewässer.
Forst Klövensteen

Nerz (Mustela lutreola) Der Nerz

Nerze sind mit ihrem Lebensraum eng ans an das Wasser gebunden. Sie bewohnen hauptsächlich Uferdickichte und andere mit dichter Vegetation bestandene Gebiete an Flüssen, Bachläufen und Seen.