Allgemeines
Der Uhu (Bubo bubo) ist eine Vogelart, die zur Gruppe der Eulen gehört, und ist die größte Eulenart der Erde. Wie auch bei den Greifvögeln herrscht beim Uhu ein deutlicher körperlicher Geschlechtsdimorphismus – ein Unterschied zwischen den männlichen und weiblichen Tieren.
Das Gefieder hat bei den in Mitteleuropa heimischen Tieren bei beiden Geschlechtern ein helles Braun mit dunkler Längs- und Querstreifung. Der Rücken ist dabei dunkler als der Bauch, auch die Flügelunterseiten sind heller gefärbt. Die Weibchen sind jedoch bei diesen Tieren deutlich größer und schwerer als die Männchen. in der Regel beträgt dieser Unterschied etwa ein Drittel der Größe und des Gewichtes. Dies ist der Grund, weshalb die männlichen Vögel auch als „Terzel“ (aus dem Lateinischen: tertius = „der Dritte“) bezeichnet werden.
Generell sind die Tiere regional allerdings relativ unterschiedlich in ihrer Größe, im Durchschnitt erreichen weibliche Uhus ein Gewicht zwischen 2 und 4 kg und eine Spannweite von ca. 160 bis 180 cm. Männliche Uhus liegen hingegen eher bei einem Gewicht von 1,8 bis 3 kg und einer Spannweite von ca. 130 bis 150 cm.
Auffallend groß und eulentypisch ist auch beim Uhu der runde Kopf, welcher bei dieser Art mit seinen leuchtend orangefarbenen Augen und den langen Federohren besonders hervorstechend ist. Die Federohren stehen normalerweise schräg seitlich oder nach hinten ab und haben keinerlei Funktion das Hörvermögen betreffend, sondern dienen lediglich der Kommunikation mittels Körpersprache.
Lebensraum
Der Uhu bewohnt reich gegliederte Landschaften mit bewaldeten und offenen Flächen, gern auch in der Nähe von Gewässern und ist sehr standorttreu. Das für den Uhu ideale Jagdrevier ist abwechslungsreich strukturiert und durchzogen von Hecken, Gewässern und Feldgehölzen sowie offenen Feldflächen.
Vorkommen
In Mitteleuropa zählt der Uhu insgesamt als eher seltener Brutvogel. Sein Vorkommen ist dabei im Wesentlichen auf die Mittelgebirge und die Alpenregion beschränkt, aber auch in den sonstigen Regionen sind die Zahlen an Brutpaaren wieder steigend. Wegen der Verfolgung durch den Menschen in früheren Jahrzehnten (Fang, Abschuss, Wilderei der Jungvögel) war der Uhu in einigen Gebieten komplett ausgestorben. Eine Zählung aus dem Jahre 1930 ergab nur noch etwa 50 Brutpaare in ganz Deutschland.
Durch Auswilderung in Gefangenschaft gezüchteter Jungtiere konnten die Uhus jedoch in einigen Regionen Deutschlands (Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Saarland und Rheinlandpfalz) erfolgreich wiedereingebürgert werden. Auch Tiere aus dem Wildgehege Klövensteen wurden in Auswilderungsprogramme abgegeben und konnten sich nachweislich in freier Wildbahn erfolgreich vermehren. Mittlerweile konnten die Auswilderungsprogramme glücklicherweise wieder gestoppt werden, da mit ca. 2000 Brutpaaren der Bestand deutschlandweit groß genug ist, um sich selbst zu erhalten.
Nahrung
Das Beutespektrum des Uhus reicht von Feldmäusen, Ratten und Igeln über Kaninchen, Feldhasen, Füchse und Rehkitze bis hin zu Vögeln von Singvogel- bis Bussardgröße. Gelegentlich werden sogar Fische oder Amphibien erbeutet.
Besonderheiten
Die deutsche Bezeichnung „Uhu“ ist, genau wie viele mundartliche Namen wie beispielsweise „Schuhu“, vom Balzruf des Uhus abgeleitet. Auch der Gattungsname „Bubo“ ist auf diesen charakteristischen Ruf zurückzuführen. Insgesamt verfügt der Uhu über ein großes Rufrepertoire, der namensgebende Ruf ist aber hauptsächlich während der Balzzeit zu hören. Das Männchen lässt dabei ein dumpfes „buho“ erklingen, das bis zu einem Kilometer weit zu hören ist. Das Weibchen antwortet auf diesen Ruf mit einem helleren „u-hu“. Häufig rufen auch beide Geschlechter im Duett.