Waschbär (Procyon lotor)

Der Waschbär

Ein Waschbär steht auf einem Stück Holz.
Heike Friedrich

Allgemeines
Der Waschbär (Procyon lotor) ist ein Neubürger in Deutschland. Ursprünglich kommt dieser Kleinbär, der tatsächlich nur bedingt mit den Bären verwandt ist, aus Amerika. Alle in Europa vorkommenden Waschbären stammen von Tieren ab, die im 20. Jahrhundert aus Pelztierfarmen und Gehegen entkommen sind oder ausgesetzt wurden. Aufgrund ihrer enormen Anpassungsfähigkeit konnten diese Tiere aber  bei uns gut überleben und sind mittlerweile  in Deutschland weit verbreitet.

Lebensraum
Der bevorzugte Lebensraum von Waschbären sind gewässerreiche Misch- und Laubwälder mit einem hohen Eichenanteil. Hier finden sie genügend Nahrung und Unterschlupfmöglichkeiten. Bei Gefahr flüchten sie auf einen Baum, sie meiden deshalb offenes Gelände. Waschbären sind gute Schwimmer und leben bevorzugt in der Nähe von Flüssen oder anderen Gewässern, da sie dort einen Großteil ihrer Nahrung finden.

Vorkommen
Waschbären sind dämmerungs- und nachtaktive Tiere, was der Hauptgrund dafür ist, dass man sie nur selten zu Gesicht bekommt. Tatsächlich gibt es aber heute in weiten Teilen Deutschlands  stabile Waschbärpopulationen.

Nahrung
Waschbärensind in ihrer Ernährungsweise sehr anpassungsfähig. Neben Insekten, Würmern, Käfern und Schnecken nehmen sie auch regelmäßig Amphibien wie Frösche, Kröten und Salamander zu sich. Regelmäßig werden auch Vogelnester auf der Suche nach Eiern geplündert. Zudem macht pflanzliche Kost einen großen Anteil des Speiseplans eines Waschbären aus.

Besonderheiten
Der Name „Waschbär“ ist – wie viele deutsche Tiernamen – eigentlich falsch. Nicht nur ist dieser Kleinräuber nur bedingt mit den Bären verwandt, entgegen der landläufigen Meinung „wäscht“ er auch seine Nahrung nicht! Waschbären sind sehr vorsichtige Tiere und tasten Nahrungsmittel und andere Gegenstände mit ihren Vorderpfoten sorgfältig ab, um sich ein Bild von ihnen zu machen und unerwünschte Teile zu entfernen. Da Waschbären eine Vorliebe für Amphibien und wasserlebende Insekten sowie Wasserschnecken haben, kann man sie daher häufig an einem Gewässerufer sitzen und mit den Vorderpfoten im Wasser nach Nahrung suchen sehen. Dieses Verhalten wurde bei den ersten Beobachtungen so interpretiert, dass die Tiere Ihre Nahrung vor dem Fressen säubern, also „waschen“, würden und das hat ihnen fälschlicherweise den Namen „Waschbär“ eingetragen.

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