Autoarme Quartiere

Verkehrsprojekte: So läuft es in anderen Städten

Autoarme Quartiersprojekte gibt es inzwischen in mehreren Städten. Doch welche Ideen und Konzepte stecken dahinter? Um sich dieser Frage zu nähern, werden im Folgenden drei Projekte aus Barcelona, Freiburg und Wien vorgestellt.

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IMAGO / BA Altona

Zwar unterscheiden sich alle Projekte aufgrund unterschiedlicher lokaler Gegebenheiten und lassen sich nicht direkt auf andere Stadtgebiete übertragen - dennoch teilen sie meist ähnliche Lösungsansätze und Grundverständnisse.
Diese Projekte können nicht zuletzt als kreative Denkanstöße für den am 4. August 2021 startenden Online Dialog dienlich sein. Die Informationen zu den autoarmen Quartieren und Siedlungen wurden den jeweiligen Webseiten der Projekte entnommen, dort sind auch weiterführende Informationen zu finden.

Superblocks Barcelona

Das 2016 entwickelte und 2017 gestartete Projekt setzt sich als Ziel die charakteristischen Häuserblöcke und Straßen Barcelonas fuß- und radverkehrsfreundlicher zu gestalten. Innerhalb ausgewählter Häuserblöcke – Areale mit einer Größe von etwa 400 mal 400 Metern - entstehen Einbahnstraßenregelungen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 10 bis 20 km/h. Wenn zweispurigen Straßen vorhanden sind, wird eine der Spuren für die Anwohner*innen zur Nutzung umgewidmet. Zusätzlich werden die Straßenzüge durch Bepflanzung verschiedener Art begrünt.
Als längerfristiges Ziel sollen insgesamt 503 solcher sogenannter Superblocks entstehen. Erste Teilerfolge des Projekts lassen sich bereits jetzt sehen. So hat die Anzahl der lokalen Läden um ca. 30 Prozent zugenommen und auch der Ausstoß von Stickoxiden kann nach einer Prognose deutlich reduziert werden.

Stadtteil Vauban in Freiburg

Bereits 1993 geplant und 2002 abgeschlossen ist der autoarme Stadtteil Vauban in Freiburg als ein Musterbeispiel für autoarmes Leben bekannt. So sind private Stellplätze auf lediglich 30 Prozent der Grundstücke erlaubt und Anwohner*innen, welche nicht in das Quartiers-Gebiet fallen, dürfen nur in zwei Parkhäusern am Rande der Wohngebiete parken. Ziel ist es,  sowohl die Straßen angenehmer und sicherer für Anwohner*innen zu gestalten, als auch aktive und nachhaltige Mobilität wie das Fahrrad oder den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu fördern.
Möglich ist dies durch ein gut ausgebautes ÖPNV-Netz und die geringe Distanz zu den Läden und Institutionen des alltäglichen Bedarfs. Zusätzlich wird in Vauban auf ein ausgedehntes Car-Sharing-Angebot gesetzt. Dennoch gibt es für Besucher*innen etwa 200 kostenpflichtige Parkplätze in den 30er-Zonen des Quartiers.
Beachtlich ist derweil der Anteil an Autos pro Einwohner*innen. In Vauban lag der Wert zuletzt bei 191 Fahrzeugen pro 1000 Einwohner*innen (2017), in Deutschland lag die Quote zu dieser Zeit bei 710 Fahrzeugen pro 1000 Einwohner*innen.

Wien: Supergrätzl Volkertviertel und Mustersiedlung Florisdorf

In Anlehnung an die Superblocks aus Spanien werden ähnliche Ideen aktuell in Wien diskutiert. Auch Österreichs Hauptstadt hat bereits Erfahrungen mit autoarmen Quartieren gemacht. So fußt die 1999 fertiggestellte Mustersiedlung Florisdorf auf den im Mietvertrag vereinbarten Verzicht auf ein eigenes Auto. Die eingesparte Fläche und das Geld für potentielle Stellplätze wurden in umfangreiche Gemeinschaftseinrichtungen und Grünflächen investiert.
Die jetzt durchgeführten Pilotstudien für das Supergrätzl Volkertviertel bauen hingegen auf eine Reduzierung des Verkehrs und keinen direkten Verzicht auf das Auto auf. Ziel ist eine Reduktion der urbanen Hitzeinseln, verbesserte Bedingungen für Gehen und Radfahren, sowie die Schaffung verkehrsberuhigter Bereiche mit erhöhter Aufenthaltsqualität. Nach dem Abschluss der Pilotstudie 2021 werden weitere Planungsschritte vollzogen, welche von interessierten Beobachter*innen verfolgt werden können.

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