FAQ zum Projekt freiRaum Ottensen – Das autoarme Quartier
Die Grundlage für das Projekt freiRaum Ottensen bildet das Pilotprojekt „Ottensen macht Platz“. Dieser Verkehrsversuch wurde vom 1. September 2019 bis 3. Februar 2020 durchgeführt. In diesem Zeitraum wurde dem nicht-motorisierten Verkehr Vorrang eingeräumt und der öffentliche Raum neugestaltet – unter anderem durch die Umwandlung von Parkplätzen in Aufenthaltsflächen mit temporären Sitzgelegenheiten in der Ottenser Hauptstraße und der Bahrenfelder Straße. Die wissenschaftliche Evaluation durch die Technische Universität Hamburg hat grundlegende Erkenntnisse geliefert, die in die weitere Planung im Rahmen der Verstetigung eingeflossen sind.
Die wissenschaftliche Auswertung des Projekts „Ottensen macht Platz“ hat ergeben, dass eine überwiegende Mehrheit der befragten Anwohner*innen und Gewerbetreibenden eine Verstetigung der Maßnahmen mit Anpassungen befürwortet.
Aufbauend auf den Erfahrungen und Ergebnissen von „Ottensen macht Platz“ hat die Bezirksversammlung Altona beschlossen, die Idee zu verstetigen und weiterzuentwickeln (Drucksache 21-0689). Daraus ist das Projekt „freiRaum Ottensen – Das autoarme Quartier“ entstanden.
Das daraufhin entwickelte Verkehrskonzept „freiRaum Ottensen – Das autoarme Quartier“ wurde im Mai 2022 von der Bezirksversammlung Altona verabschiedet.
Kern des Verkehrskonzepts ist es, den zentralen Bereich des Projektgebiets für den allgemeinen Kfz-Verkehr zu sperren und so mehr Raum für Fuß- und Radverkehr zu schaffen sowie die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:
- Einrichtung von Fahrradstraße (z. B. in der nördlichen Bahrenfelder Straße und Große Rainstraße)
- Verkehrsberuhigter Geschäftsbereich in der Ottenser Hauptstraße und südlichen Bahrenfelder Straße
- Herausnahme des motorisierten Durchgangsverkehrs durch Zufahrtsbeschränkungen
- Zufahrt für Anlieger*innen in bestimmten Zeitfenstern (23–11 Uhr, genaue Zeiten werden noch abgestimmt)
- Freie Einfahrt für Fahrzeuge mit Ausnahmegenehmigung
- Wegfall öffentlicher Kfz-Stellplätze in den autoarmen Bereichen
- Schaffung wohnortnaher Freiräume und attraktive Gestaltung der Verbindungen zwischen diesen Bereichen
- Abbau von Barrieren und verbreiterte Gehwege, die baulich klar gekennzeichnet werden
- Einführung eines Schleifensystems für den Kfz-Verkehr im Randbereich, um Durchgangsverkehr zu vermeiden
Detaillierte Informationen finden Sie im Beschluss der Bezirksversammlung Altona vom 25. Mai 2022 sowie im Endbericht zum Verkehrskonzept. Alle Informationen und den Evaluationsbericht zu „Ottensen macht Platz“ finden Sie auf der Projektwebseite.
Die Ausarbeitung des Verkehrskonzeptes erfolgte durch das Ingenieurbüro ARGUS Stadt und Verkehr Partnerschaft mbB.
Projektgebiet
Das Projektgebiet umfasst das gesamte Viertel, in dem verkehrsberuhigende Maßnahmen geplant sind. Es wird durch größere Straßen und den Bahnhof Altona begrenzt. Auch wenn nicht überall direkt gebaut wird, können sich die Veränderungen auf das ganze Gebiet auswirken. Die Grenzen sind:
- Im Norden: Behringstraße / Barnerstraße
- Im Osten: Bahnhof Altona / Bahndamm
- Im Süden: Veloroute 1 (Klausstraße / Eulenstraße)
- Im Westen: Fischers Allee
Kerngebiet
Das Kerngebiet ist der innere Bereich des Projektgebiets, in welchem die großen baulichen Veränderungen stattfinden. Das Kerngebiet wurde von der Bezirksversammlung Altona festgelegt und umfasst Teile der Ottenser Hauptstraße, der Bahrenfelder Straße und der Großen Rainstraße.
Kerngebiet:
Im Kerngebiet von freiRaum Ottensen – das Teile der Bahrenfelder Straße, der Großen Rainstraße und der Ottenser Hauptstraße umfasst – werden größere Umgestaltungen durch Straßenbaumaßnahmen durchgeführt.
In diesem Bereich wird die Fahrbahn auf 4,0 m verschmälert und es entfallen alle öffentlichen Parkplätze. Von dem dadurch gewonnenen Raum profitieren vor allem die Fußgänger*innen, aber auch der Radverkehr wird durch eine bessere Befahrbarkeit der neuen Oberflächen gefördert.
Teile der Bahrenfelder Straße (Nord) und der Großen Rainstraße werden zu einer Fahrradstraße. Die Ottenser Hauptstraße und Bahrenfelder Straße (Süd) werden zu verkehrsberuhigten Geschäftsbereichen.
Nach Abschluss der Bauarbeiten wird die Zufahrt in das Kerngebiet durch Poller geregelt, sodass die Zufahrt nur noch zu bestimmten Zeiten möglich ist.
Für Anlieger*innen und Gewerbetreibende gibt es Zufahrts- und Ausnahmegenehmigungen für die Zeiträume, in denen die Poller nicht abgesenkt sind.
Ausführliche Informationen zur baulichen Ausgestaltung des Kerngebiets erhalten Sie hier: Kerngebiet nach dem Umbau
Erweitertes Projektgebiet:
Auch im restlichen Projektgebiet werden Maßnahmen umgesetzt, die zur Verkehrsberuhigung im Stadtteil beitragen sollen.
Dazu gehören sowohl die Umsetzung der Verkehrsschleifen als auch weitere punktuelle Veränderungen, wie zum Beispiel neue Fahrradabstellanlagen, die ohne größere Bauarbeiten auskommen.
Die Grundlage für die Maßnahmen ist das auf den Beschlüssen der Bezirksversammlung Altona basierende Verkehrskonzept vom Mai 2022 (Drucksachen 21-0689 und 21-2982).
Weitere Informationen zu den Verkehrsschleifen finden Sie hier: Verkehrsschleifen im freiRaum Ottensen Projektgebiet
Seit Beginn des Projekts „freiRaum Ottensen“ wurden Bürger*innen und Gewerbetreibende regelmäßig und auf vielfältige Weise in die Entwicklung eingebunden. In zahlreichen Beteiligungsformaten konnten Sie Ihre Meinungen, Ideen und Anregungen einbringen.
Die Planungsphase des Kerngebietes wurde im Herbst 2025 abgeschlossen. Das Projekt befindet sich nun in der Umsetzungsphase.
Auch während der Umsetzungsphase informieren wir weiterhin regelmäßig über den aktuellen Stand des Projekts – zum Beispiel durch Informationsveranstaltungen zu einzelnen Themen sowie über unsere Homepage, die wir fortlaufend aktualisieren.
Eine Übersicht aller bisherigen Beteiligungsmöglichkeiten, die Ergebnisse der einzelnen Formate sowie Informationen zu den durchgeführten Veranstaltungen finden Sie auf unserer Projektwebseite: Dokumentation der Beteiligungsformate
Der freiRaum Ottensen Beirat begleitet das Projekt „freiRaum Ottensen – Das autoarme Quartier“ während der gesamten Projektlaufzeit. Seine wichtigsten Aufgaben sind:
- Er achtet darauf, dass die vereinbarten Abläufe und Regeln im Projekt eingehalten werden, zum Beispiel bei der Beteiligung der Bürger*innen.
- Im Beirat kommen verschiedene Gruppen zusammen: Anwohner*innen, Gewerbetreibende, Interessenvertretungen und das Projektteam aus der Verwaltung. So können sich alle direkt austauschen.
- Der Beirat sorgt dafür, dass unterschiedliche Interessen gehört und berücksichtigt werden.
- Er informiert regelmäßig die politischen Gremien im Bezirk Altona über den Stand des Projekts.
- Der Beirat arbeitet unabhängig und ist nicht an Parteien gebunden.
Hier finden Sie die Geschäftsordnung.
Der freiRaum Ottensen Beirat besteht aus insgesamt 16 Mitgliedern (plus jeweils einer Vertretung) aus verschiedenen Interessensgruppen:
- Anwohner*innen aus dem Projektgebiet konnten sich für einen Sitz im Beirat bewerben. Wer tatsächlich Mitglied wurde, wurde per Losverfahren entschieden.
- Interessenvertretungen wurden so ausgewählt, dass möglichst viele unterschiedliche Perspektiven auf die Veränderungen in Ottensen vertreten sind.
- Gewerbetreibende aus dem Projektgebiet haben ihre Vertreter*innen über ein Einigungsverfahren bestimmt.
Eine Übersicht, wer aktuell im Beirat sitzt und wie die Plätze vergeben wurden, finden Sie hier: Der freiRaum Ottensen Beirat
Die Zuständigkeit für Sondernutzungen – also zum Beispiel für die Genehmigung von Außengastronomie – liegt nicht bei den Projektmitarbeitenden von freiRaum Ottensen.
Anträge auf Sondernutzung können hier beantragt werden: Sondernutzung beantragen.
Wichtig ist: Es gibt einen Unterschied zwischen der Nutzung von Gehwegen und der Nutzung von Verkehrsflächen (wie Parkbuchten) für Außengastronomie oder andere Sondernutzungen.
Für die Nutzung von Gehwegen gilt:
Sondernutzungserlaubnisse auf Gehwegen unterliegen dem Hamburgischen Wegegesetz und haben daher eine klare gesetzliche Grundlage.
Die Bezirksversammlung Altona hat – wie in der Drucksache 22-1199-1 festgehalten – politisch zugesichert, dass der genehmigte Stand der Außengastronomie auf den Gehwegen aus dem Jahr 2019 im Kerngebiet von freiRaum Ottensen erhalten bleiben soll.
Das bedeutet, Betriebe können – wie bisher auch – Flächen auf den Gehwegen nutzen, sofern eine entsprechende Sondernutzungserlaubnis vorliegt.
Für das Gebiet von freiRaum Ottensen wird derzeit ein Freiraumplan erarbeitet, auf dessen Grundlage die zukünftige Vergabe von Sondernutzungsflächen auf Gehwegen geregelt wird.
Anders sieht es bei der Sondernutzung auf Verkehrsflächen aus:
Während der Corona-Pandemie wurde Gastronomiebetrieben ausnahmsweise erlaubt, auch Verkehrsflächen (wie z. B. Parkbuchten) für die Außengastronomie zu nutzen. Diese Regelung war eine befristete Ausnahme, um die Auswirkungen der Pandemie abzumildern. Für die Nutzung von Fahrbahnen durch Gastronomiebetriebe gibt es in Hamburg keine Rechtsgrundlage. Die Bezirksversammlung Altona hat mit dem Beschluss „Drucksache 22-0289B“ vom 24.10.2024 entschieden, dass diese pandemiebedingte Ausnahme grundsätzlich nicht verlängert wird.
Nur im Umbaugebiet von freiRaum Ottensen dürfen die Flächen noch bis zum Beginn der jeweiligen Bauphase genutzt werden.
Eine Fahrradstraße ist eine speziell gekennzeichnete Straße, auf der Fahrräder Vorrang haben. Das bedeutet:
- Fahrräder dürfen hier nebeneinander fahren.
- Andere Fahrzeuge (z. B. Autos) dürfen die Straße nur benutzen, wenn es durch ein Zusatzschild erlaubt ist.
- Autos und Motorräder müssen besondere Rücksicht auf Radfahrende nehmen und dürfen sie nicht behindern oder gefährden.
- Die Höchstgeschwindigkeit beträgt in der Regel 30 km/h.
- Ziel einer Fahrradstraße ist es, den Radverkehr sicherer und attraktiver zu machen.
Ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich ist ein Bereich, meist in Innenstädten oder Einkaufsstraßen, in dem der Autoverkehr zugunsten von Fußgängern, Radfahrenden und dem öffentlichen Leben eingeschränkt wird. Das bedeutet:
- Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 20 km/h begrenzt.
- Fußgänger*innen können die Straße leichter überqueren.
- Es gibt oft breitere Gehwege, Sitzmöglichkeiten und Platz für Außengastronomie.
- Lieferverkehr und Anwohner*innen dürfen meist weiterhin fahren, müssen aber besonders vorsichtig sein.
- Das Ziel ist, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und die Sicherheit für alle zu verbessern.
- Die genaue Ausgestaltung kann je nach Stadt oder Straße leicht variieren. Achten Sie auf die jeweilige Beschilderung vor Ort.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich über den aktuellen Stand und die nächsten Schritte beim Projekt freiRaum Ottensen zu informieren:
Homepage: Alle Neuigkeiten und Hintergrundinformationen finden Sie regelmäßig aktualisiert hier auf der Projekt-Homepage: www.freiraumottensen.de.
Social Media: Das Bezirksamt Altona informiert auch auf seinem Social-Media-Kanal über das Projekt:
Auf Instagram: bezirk.altona
Newsletter: Wenn Sie keine Neuigkeit verpassen möchten, können Sie unseren Newsletter abonnieren. Schreiben Sie dazu einfach eine formlose E-Mail an freiraumottensen@altona.hamburg.de. So erhalten Sie alle wichtigen Informationen direkt in Ihrem E-Mail-Postfach.
Für weiterführende Informationen zum Projekt besuchen Sie auch gerne unsere themenbezogenen FAQ-Seiten, etwa zu den häufig gestellten Fragen zum Lieferverkehr, zu den Verkehrsschleifen und zur Baustelle.