Geplant sind verkehrsberuhigte Bereiche, breitere Gehwege, neue autofreie Räume sowie sichere Fahrradstraßen. Die Zufahrt ins Kerngebiet wird künftig durch elektronische Poller geregelt. So können berechtigte Fahrzeuge – wie Anwohner*innen und Lieferverkehre – zu festgelegten Zeiten einfahren. Gleichzeitig wird der Durchgangsverkehr deutlich reduziert, wodurch mehr Raum für den Fuß- und Radverkehr sowie für Grünflächen und Entsiegelung entsteht.
So sieht es nach dem Umbau aus
Die wichtigsten Planungsziele im Überblick:
Das Projekt freiRaum Ottensen verfolgt das Ziel, den Fuß- und Radverkehr gezielt zu fördern. Dafür wird der Straßenraum neu verteilt:
Die Gehwege werden verbreitert, die Fahrbahn auf vier Meter reduziert. Fußgänger*innen stehen künftig in der Regel 2,65 Meter Gehwegbreite zur Verfügung, mindestens aber 2 Meter. Zusätzlich werden die Querungsmöglichkeiten verbessert und der gesamte Straßenraum barrierearm gestaltet.
Die neu gestalteten Gehwegflächen orientieren sich gestalterisch an Straßenzügen, wie man sie aus der dänischen Hauptstadt Kopenhagen kennt. Die Gehwege werden mit Gehwegplatten und Kleinpflastersteinen in Streifen angelegt. Dieses Gestaltungskonzept bietet ebenso Vorteile für die Barrierefreiheit (siehe Abschnitt „Abbau von Barrieren für mobilitätseingeschränkte Personen“ weiter unten). Die Breite der einzelnen Streifen ist dabei so gewählt, dass sie bequem mit dem Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen befahren werden können.
Um Konflikte zwischen Fuß- und Radverkehr zu vermeiden, verbessern wir die Bedingungen für Radfahrende auf der Fahrbahn. Dafür richten wir zum Beispiel Fahrradstraßen ein und sorgen für glatteres Kopfsteinpflaster. So wird der Radverkehr klar auf die Straße geführt und die Gehwege bleiben den Fußgängerinnen und Fußgängern vorbehalten. Das erhöht die Sicherheit für alle und soll verhindern, dass Radfahrende unerlaubt die Gehwege benutzen.
Ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h. Autos und Fahrräder teilen sich die Fahrbahn, Fußgänger*innen nutzen die Gehwege. Die geringere Geschwindigkeit sorgt für weniger Lärm und ein achtsames Miteinander.
In denkmalgeschützten Abschnitten bleibt das historische Kopfsteinpflaster erhalten. Um die Befahrbarkeit für den Radverkehr zu verbessern, wird das Pflaster aufgenommen, von einer Fachfirma außerhalb der Baustelle geschnitten und anschließend wieder eingebaut. Durch die begradigten Steine bleibt das historische Erscheinungsbild erhalten und gleichzeitig wird die Verkehrssicherheit für Radfahrende erhöht.
Im Zuge der Umsetzung des Bezirksroutennetzes werden die Bahrenfelder Straße und die Große Rainstraße als Fahrradstraßen ausgebaut.
Die Fahrbahnen werden entsprechend der Hamburger Richtlinien asphaltiert, damit Radfahrende komfortabel und sicher unterwegs sind. So entsteht eine durchgehende und sichere Radverbindung im Stadtteil.
Das Ottenser Kreuz ist ein zentraler Platz und wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Täglich nutzen viele Fußgänger*innen und Radfahrende diesen Bereich, der zugleich ein wichtiger sozialer Treffpunkt des Quartiers ist. Die Planung zielt darauf ab, Übersichtlichkeit und Sicherheit zu erhöhen und die Aufenthaltsqualität zu verbessern.
Ein roter Radstreifen aus Betonsteinpflaster führt Radfahrende gezielt über den Platz. Taktile Elemente helfen Menschen mit Sehbeeinträchtigung bei der Orientierung und ermöglichen eine sichere Nutzung der Platzfläche. Mehrere Rüttelstreifen aus Kleinsteinpflaster sorgen dafür, dass Radfahrende langsamer fahren und erhöhen die Aufmerksamkeit an Kreuzungspunkten.
Die Platzfläche und die angrenzende Fahrbahn werden aus dem gleichen Material gebaut und durch ein niedriges Bord getrennt. So entsteht eine große, einheitliche Fläche, die zum Verweilen einlädt und die zentrale Bedeutung des Ortes unterstreicht. Das Verlegemuster und die Beschaffenheit des Betonsteinpflasters ist so gewählt, dass sie den Anforderungen vor Ort gerecht werden.
Die Planung legt Wert auf eine klare Verkehrsführung, gute Sichtbeziehungen und eine einladende Gestaltung, um das Sicherheitsgefühl zu stärken. Ziel ist es, dass alle Verkehrsteilnehmenden Rücksicht aufeinander nehmen und das Ottenser Kreuz ein lebendiger Mittelpunkt des Viertels bleibt.
Im Kerngebiet von freiRaum Ottensen entfallen die öffentlichen Kfz-Stellplätze. So entsteht mehr Raum für breite Gehwege, Grünflächen und sicheren Radverkehr.
Für den Lieferverkehr werden im Kerngebiet Ladezonen eingerichtet. Hier und rund um die Fahrradbügel wird Rasenfugenpflaster verwendet, das mit trittfesten Stauden bepflanzt wird. Das Regenwasser kann so besser versickern und die Kanalisation wird entlastet.
freiRaum Ottensen strebt an, Barrieren im öffentlichen Raum zu reduzieren. So werden Wege für Menschen mit Rollstühlen, Rollatoren oder Kinderwagen komfortabler und sicherer nutzbar. Dazu gehören zum Beispiel abgesenkte Bordsteine und verbesserte Übergänge.
Auch die streifigen Gehwege haben eine Funktion für die Gewährleistung von Barrierefreiheit: Die Kleinpflasterstreifen dienen nicht nur der optischen Gliederung, sondern können sehbeeinträchtigten Menschen bei der Orientierung helfen und eine taktile Führung bieten (z.B. entlang der Borde).
Die Auswahl der Materialien und die Planung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum für ein barrierefreies Hamburg.
Bäume und Pflanzen sind wichtig für das Klima in unserer Stadt und machen öffentliche Räume attraktiver. Deshalb bleiben beim Umbau der Straße alle vorhandenen Bäume erhalten. Zusätzlich werden im Kerngebiet 15 neue Bäume gepflanzt werden, die für mehr Schatten und ein angenehmes Mikroklima sorgen. Sträucher und Stauden ergänzen das Grün.
Entlang der Gebäude wird Kleinsteinpflaster eingesetzt, damit dort Pflanzen wachsen können – wie zum Beispiel die für Ottensen typischen Stockrosen.
Wo es möglich ist, werden offene Rasenfugen (z. B. bei den Ladezonen) geschaffen. Dadurch werden weitere Flächen entsiegelt, so dass das Regenwasser besser versickern kann und die Kanalisation entlastet wird.
Der Umbau der Bahrenfelder Straße wird durch das Bundesministerium für Verkehr im Rahmen der Richtlinie „Förderung innovativer Projekte zur Verbesserung des Radverkehrs in Deutschland“ gefördert.