Was ist mit der Westschleife gemeint und was ist das Ziel der Maßnahme?
Die Westschleife ist eine von vier neuen Verkehrsführungen im Projekt freiRaum Ottensen. Ziel der Maßnahme ist es, den Kfz-Verkehr in den Wohnstraßen zu verringern und Durchgangsverkehre zu vermeiden. Dafür werden verkehrslenkende Maßnahmen wie Einbahnstraßen oder punktuelle Durchfahrtssperren eingerichtet. Autos können das Gebiet weiterhin erreichen, müssen je nach Ziel jedoch teilweise andere Wege nutzen.
Dadurch sinkt die Verkehrsbelastung in den Wohnstraßen. Das Quartier wird ruhiger und sicherer – insbesondere für Anwohnende sowie Menschen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Gleichzeitig bleiben alle Ziele für Anliegende weiterhin erreichbar.
Wie wird die Verkehrsführung geändert?
- Die Fahrtrichtung in den Einbahnstraßen Am Born und Bergiusstraße wird umgedreht.
- Die Nöltingstraße wird zwischen dem Alma-Wartenberg-Platz und Am Born zur Einbahnstraße.
- Die Durchfahrt im Süden der Nöltingstraße zur Ottenser Hauptstraße wird für den Kfz-Verkehr gesperrt, dafür wird eine Sackgasse eingerichtet. Die Garagen und Einfahrten bleiben weiterhin von Norden aus anfahrbar. Im Bereich direkt nördlich der Ottenser Hauptstraße wird ein 45 m langes Teilstück ohne Autos eingerichtet.
- Das Teilstück der Großen Brunnenstraße zwischen Erdmannstraße und Holstentwiete wird für den Kfz-Verkehr gesperrt.
Anwohnende, Müllfahrzeuge, Rettungsdienste und Lieferverkehr können ihre Ziele im Gebiet weiterhin erreichen. Je nach Fahrziel ändern sich jedoch teilweise die gewohnten Routen, da einzelne Straßenabschnitte künftig nur eingeschränkt oder in eine Richtung befahrbar sind.
Der Radverkehr ist von der neuen Verkehrsführung nicht betroffen. Einbahnstraßen und Teilsperrungen von Straßen können von Fahrrädern in beiden Richtungen durchfahren werden.
Dort, wo Teilstücke für die Durchfahrt mit dem Auto gesperrt werden, entstehen neue Flächen –zum Beispiel für Fahrradstellplätze, mehr Grün oder andere Dinge, die das Viertel lebenswerter machen. Die Umgestaltung der Freiflächen erfolgt in einem zweiten Schritt nach der verkehrlichen Umsetzung.
Autofreie Bereiche in der Großen Brunnenstraße und Nöltingstraße
Um die gewollte Verkehrsberuhigung zu erreichen, werden zwei Teilstücke für den Kfz-Verkehr gesperrt, jeweils in der Große Brunnenstraße und der Nöltingstraße. Dies hat das Ziel, dass in der Westschleife der Durchgangsverkehr (Schleichwege und Abkürzungen) auf der Nord-Süd-Achse durch das Wohnviertel verhindert wird.
Innerhalb dieser Flächen werden keine Autos mehr parken und es entstehen neue Möglichkeiten für Fahrradparken, Begrünung und andere Maßnahmen zur Steigerung der Aufenthaltsqualität. Es bleibt jedoch jeweils eine Fahrbahn für den Radverkehr, Fahrzeuge der Stadtreinigung und Notfall-/ Einsatzfahrzeuge erhalten.
Nöltingstraße
In der Nöltingstraße wird an der Grenze zur Ottenser Hauptstraße ein 45 m langer autofreier Bereich entstehen. Die Nöltingstraße wird damit für den Kfz-Verkehr zur Sackgasse. Grundstückseinfahrten und Garagen bleiben jederzeit von Norden aus anfahrbar und auch die beidseitige Durchfahrt des Fahrradverkehrs bleibt möglich. Die Sperrung erfolgt durch entsprechende Beschilderung, jedoch ohne zusätzliche Sperrelemente, sodass Rettungskräfte die Verbindung weiterhin ohne Zeitverzug nutzen können.
Durch die Verkehrsberuhigung wird die Aufenthaltsqualität gesteigert und im autofreien Bereich entsteht Raum für andere Nutzungsmöglichkeiten wie Begrünungselemente oder Fahrradabstellanlagen. Außerdem werden wichtige Fußverkehrsachsen, wie die Querung zum Kemal-Altun-Platz sicherer.
Hintergrund
Eine Durchfahrtssperre in der Nöltingstraße ist Bestandteil des Verkehrskonzeptes, dessen Vorzugsvariante am 25. Mai 2022 von der Bezirksversammlung Altona beschlossen wurde. Im Rahmen der weiteren Objekt- und Verkehrsplanung wurde die Maßnahme zur Unterbindung des Kfz-Durchgangsverkehrs in der Nöltingstraße konkretisiert und mit dem Mobilitätsausschuss abgestimmt.
Große Brunnenstraße
In der Großen Brunnenstraße wird der Abschnitt zwischen der Erdmannstraße und der Holstentwiete für den allgemeinen Kfz-Verkehr gesperrt. Die bauliche Umsetzung der Teilsperrung erfolgt durch verschiedene Absperrelemente (Poller, Schranke), ermöglicht aber weiterhin die uneingeschränkte Durchfahrt mit dem Fahrrad. Dieser Abschnitt ist etwa 80 Meter lang und umfasst keine Grundstückszufahrten.
Die vorhandenen Parktaschen im gesperrten Bereich können neu genutzt werden und bieten das Potenzial zu Flächen mit Begrünung und Sitzelementen umgewandelt zu werden oder es können zusätzliche Fahrradabstellmöglichkeiten geschaffen werden. Die geplanten Maßnahmen bieten den Vorteil einer umweltfreundlicheren Gestaltung des öffentlichen Raums, ohne die Erreichbarkeit des Quartiers stark zu beeinträchtigen.
Hintergrund
Die Maßnahme basiert auf einem mehrstufigen Beteiligungsprozess, in dem Anwohnende und weitere Interessierte eingebunden waren. Im Rahmen einer Beteiligungsveranstaltung zur Durchfahrtsperre in der Großen Brunnenstraße am 16. Oktober 2024 hat sich die Mehrheit für den Planungsansatz der Teilsperrung in dieser Variante ausgesprochen. Zu diese Veranstaltung wurden vorab alle direkten Anwohnenden postalisch eingeladen, um sich zu den verschiedenen Planungsansätzen zu äußern und Hinweise zur zukünftigen Nutzung der Parktaschen einzubringen.
Die Umsetzung der neuen Verkehrsführung wurde zudem politisch beschlossen. Informationen zur Beschlusslage und den entsprechenden Unterlagen können unter t1p.de/vorstellung_beschluss sowie t1p.de/beschlusslage eingesehen werden.
Hier finden Sie weitere Informationen zu den Verkehrsschleifen im Projektgebiet.