Hamburg.de Startseite Politik & Verwaltung Bezirke Bergedorf Themen Planen, Bauen, Wohnen
Bergedorf / Lohbrügge

Innenstadtkonzept Bergedorf

Das integrative Innenstadtkonzept stellt eine stadt-, verkehrs- und freiraumplanerische Zukunftsperspektive für die Innenstadt Bergedorfs dar. Es umfasst strategische Lösungsansätze für die Aufwertung des öffentlichen Raums, die städtebauliche Weiterentwicklung und die Verbesserung der Infrastruktur sowie konkrete Handlungsempfehlungen mit einem Entwicklungshorizont bis 2035.

Gemeinsam für ein zukunftsfähiges und starkes Zentrum Bergedorf

Die Bergedorfer Innenstadt muss sich heute und in den kommenden Jahren verschiedenen Herausforderungen stellen: Das Bergedorfer Zentrum soll als Einzelhandels-, Dienstleistungs-, Gastronomie- und Kulturstandort gesichert und weiterentwickelt werden; die denkmalgeschützte Bausubstanz soll erhalten werden; die Wohnnutzung in der Innenstadt und im engeren Einzugsbereich (Lohbrügge, Schleusengrabenachse, Bergedorf-Süd) soll ausgeweitet werden; die Innenstadt soll als Ort der Begegnung und Kommunikation belebt und mit attraktiven Freiräumen ausgestattet werden; Leerstände sollen vermieden werden; die verkehrliche Entwicklung, die auch zusätzliche Angebote für die Radmobilität schafft, soll vorangetrieben werden.

Um sich diesen Herausforderungen annähern zu können und vor dem Hintergrund der politischen Zielsetzung, die Innenstadt als zukunftsfähiges, attraktives und lebendiges Zentrum zu erhalten und zu entwickeln, wurde aufbauend auf dem Beschluss der Bezirkspolitik (Drucksachen-Nr.: 21-0500) seit dem Frühjahr 2022 das integrative Innenstadtkonzept „Innenstadt Bergedorf – eine stadt-, verkehrs- und freiraumplanerische Zukunftsperspektive“ erarbeitet.

Mit der Bearbeitung beauftragt waren die steg (Hamburg) und die Büros yellow z (Berlin) und schöne aussichten landschaftsarchitektur (Hamburg).

Die Arbeit am Konzept

Ein zentraler Bestandteil der Arbeit am Innenstadtkonzept war die Einbindung von politischen Vertreter:innen, Akteur:innen der Innenstadt, der Verwaltung und der Fachbehörden. Im Rahmen von drei Workshopterminen konnten Chancen und Missstände, Entwicklungsabsichten und Umsetzungsmaßnahmen miteinander diskutiert und in die Projektarbeit aufgenommen werden. Der Auftaktworkshop – auch Wissensworkshop genannt – fand im April 2022 statt und stand im Zeichen der Analyse der Innenstadt. Der zweite Workshop – der Zukunfts-Workshop – folgte im Sommer 2022 und hatte zum Ziel, Hinweise und Anregungen zu den Zukunftsthemen für die Bergedorfer Innenstadt zu diskutieren, um darauf aufbauend Leitlinien für die zukünftige Entwicklung ableiten zu können. Die Übersetzung in konkrete Planinhalte und die Abstimmung mit diversen Stellen folgten. Der dritte Workshop fand im April 2023 statt und richtete sich an die politischen Vertreter:innen und an die Verwaltung, um die Diskussionen der ersten beiden Workshoptermine zu vertiefen und die Umsetzungsperspektiven zu erörtern. In der Abschlussveranstaltung am 23. Mai 2023 wurden die Ergebnisse allen am Projekt beteiligten Akteur:innen vorgestellt.

Die Ergebnisse des Arbeitsprozesses werden im Innenstadtkonzept zusammenfasst und in eine Zukunftsstrategie / ein Leitbild für die Bergedorfer Innenstadt überführt. Das Konzept besteht aus vier zentralen Elementen, die auf unterschiedlichen räumlichen und strategischen Ebenen ansetzen.

Leitbild, Entwicklungsplan, Aktionsplan und Lupenräume

Die Leitbild-Themen bilden einen Kompass für die Steuerung der Innenstadtentwicklung. Dabei wird deutlich, dass die Innenstadtentwicklung eine Aufgabe für Politik und Verwaltung, insbesondere aber auch für Grundeigentümer:innen, Mieter:innen und Gewerbetreibende sowie zahlreiche Gruppen und Einrichtungen der Zivilgesellschaft ist. Ebenso wird die Öffentlichkeit in vielfältigen Formen in den jeweiligen weiterzuverfolgenden Themen und Projekten in jeweils geeigneter Weise einzubeziehen sein.

Der Entwicklungsplan und der Aktionsplan stellen das Grundgerüst des Innenstadtkonzepts dar und geben dem Leitbild den räumlichen Kontext. Mit dem Entwicklungsplan und dem Aktionsplan werden – unter Berücksichtigung der analysierten Rahmenbedingungen – Maßnahmen und strategische Hinweise zur Umsetzung benannt. Es werden die Meilensteine der Entwicklung dargestellt und in den Kontext einer ganzheitlichen Innenstadtentwicklung überführt. Der Entwicklungsplan zeigt auf diese Weise die wesentlichen strategischen Leitlinien für den Gesamtraum auf.

Im Aktionsplan werden planerische Schritte und Maßnahmen vertieft dargestellt sowie die Lupenräume verortet. Darüber hinaus werden aktuelle „Schlüsselprojekte“ aufgeführt, die schon vor dem Erarbeitungsprozess zum Innenstadtkonzept verfolgt wurden. Beispielhaft sind hier die Umbaumaßnahmen in der Chrysanderstraße oder die Entwicklung der leer gefallenen Kaufhausstandorte zu nennen. Diese Themen und Projekte sind im Innenstadtkonzept strategisch und inhaltlich verknüpft. Zudem sind bereits umgesetzte Maßnahmen wie die Umgestaltung der Serrahnstraße Teil der Weiterentwicklung der Innenstadt und werden in den genannten Plänen dargestellt. Die Lupenräume greifen die genannten Maßnahmen und Projekte teils auf und führen die Entwicklung über etwa die Kaufhausgrundstücke weiter oder setzen – wie im Lohbrügger Teil der Innenstadt – eigene Akzente für eine zukunftsfähige Entwicklung des Zentrums.

Der Entwicklungs- und der Aktionsplan werden in den Lupenräumen durch erste konkrete Vorschläge bzw. Maßnahmen ergänzt. Die Lupenräume wurden als (weitere) wichtige Impulsgeber für die zukünftige Entwicklung des Zentrums identifiziert und bilden folgende städtische Bereiche ab:

  • Reetwerder/Alte Holstenstraße
  • Sander Markt
  • Hinterm Graben
  • Bahnhofsseite Lohbrügge

Unter Berücksichtigung der Potenziale dieser Orte werden erste Visionen und Chancen für eine Umstrukturierung aufgezeigt und ein konzeptioneller Ausblick gegeben. Diese Annäherung an eine mögliche Entwicklung wird im Weiteren durch konkrete und verbindlich angelegte Planungsprozesse unter Einbindung der Grundeigentümer:innen, der Öffentlichkeit sowie der Politik und Verwaltung weiter zu vertiefen sein.

Die im Dezember 2022 durch den Hamburger Senat erfolgte Festlegung des RISE-Gebietes „Zentrum Bergedorf“ als Fördergebiet der Integrierten Stadtteilentwicklung (Bund-Länder-Städtebauförderung) bietet hier Möglichkeiten, die umfangreichen Aufgaben in den nächsten Jahren weiterzuverfolgen und umzusetzen.

Aktuelles

In der Sitzung des Hauptausschusses am 12.10.2023 wurde einstimmig beschlossen, sich dem Votum des Fachausschusses anzuschließen und den Ergebnissen des integrativen Innenstadtkonzepts Bergedorf zuzustimmen.

 

Zuletzt aktualisiert am: 13.10.2023

Download

Integratives Innenstadtkonzept

PDF herunterladen [PDF, 20,9 MB]