Funktionsplan
Die HIE als Flächeneigentümerin und Projektentwicklerin hat die Planungsbüros Hosoya Schaefer Architects aus Zürich (CH) und EGL Entwicklung und Gestaltung von Landschaft GmbH aus Hamburg beauftragt, einen Funktionsplan für das Gebiet zu erarbeiten. Der Funktionsplan baut auf dem Rahmenplan Urbanes Bergedorf-Südost auf und stellt unter anderem die wesentlichen Prinzipien für die Freiräume bzw. Parks, zentrale Verbindungen und Anbindungen sowie das Nutzungskonzept District+ dar.
Der Funktionsplan wurde den politischen Gremien am 11. Januar 2023 (Drucksache 21-1502.01) vorgestellt und bildet die Grundlage für das Bebauungsplanverfahren Bergedorf 99.
District +, ein Plus an Nutzungsvielfalt
Unter dem Nutzungskonzept District+ wird ein nutzungsgemischter Innovationspark verstanden, welcher nicht nur für die Mitarbeiter:innen der Unternehmen, sondern auch für die Bewohner:innen aus der Umgebung attraktiv sein wird. Neben den wesentlichen Nutzungen Büro, Forschung und Gewerbe soll der Innovationspark über ergänzende Funktionen wie soziale Einrichtungen, insbesondere Kindertagesstätten, Kultur-, Gastronomie- und Sporteinrichtungen verfügen.
Vielfalt der Gebäudetypologien
Der Funktionsplan sieht eine hohe Flexibilität für die Gebäudetypologien und -größen vor. Der Typologienmix soll die spezifischen Ansprüche aller Unternehmen bedienen und jegliche Bauformen, von der Bürozeile über tiefe Atriumtypen bis hin zu Hoftypen ermöglichen.
Die Baufelder ermöglichen zudem flexible Gebäudehöhen. So sind neben der Regelbebauung (vier bis fünf Geschosse) auch Hochpunkte (sechs bis sieben Geschosse) und vereinzelte Hochhäuser (zehn bis 14 Geschosse) vorgesehen. Die Mobility Hubs werden sieben bis acht Geschosse umfassen.
Mobilität im Quartier - nachhaltig und vernetzt
Der Innovationspark erhält ein verkehrsarmes Konzept. Die Hauptverkehre sollen über die in West-Ost-Richtung verlaufende Erschließungsstraße im Süden des Plangebietes (sogenannte Marschlandstraße) erfolgen. Angrenzend an die Erschließungsstraße sind multifunktionale Mobilitätszentren (Mobility Hubs) vorgesehen, die den ruhenden Verkehr der Baufelder aufnehmen und daneben weitere Mobilitätsangebote wie z.B. CarSharing-Plätze und Fahrradleihstation.
Für den Fuß- und Radverkehr wird ebenfalls in West-Ost -Richtung zentral durch das Gebiet und vom motorisierten Verkehr vollständig unabhängig die sogenannte „Lifeline“ entwickelt. Sie schafft neben der Erschließungsfunktion Aufenthalts- und Freiflächen zwischen den Baufeldern. Das Gebiet wird durch den Radschnellweg Hamburg-Geesthacht im Norden (Radroute Plus) zudem an das übergeordnete Radwegenetz angeschlossen.
10 ha Freiräume, 10 ha Grün
Für die Grün- und Freiräume sieht der Funktionsplan grundsätzlich vier Typologien vor: Die intensiv nutzbaren Parkanlagen (z.B. der Campuspark im Nordwesten des Innovationsparks), die naturnahen Parkanlagen und Grünflächen (z.B. der Biotoppark im Zentrum des Innovationsparks) und die städtisch gefassten Freiräume (z.B. die sog. Lifeline). Sie bilden die das Quartier durchziehenden Freiraumachsen. Insbesondere über die Lifeline und die als Linear Park bezeichnete grüne Wegeverbindung entlang der Gleisanlage im Norden des Innovationsparks werden die Freiräume miteinander vernetzt. Den vierten Typ stellen grüne Gebäudefassaden bzw. grüne, strukturreiche Dächer dar. Durch die verschiedenen Freiraumtypen soll ein abwechslungsreiches Mosaik aus eher städtischen und intensiv nutzbaren sowie naturnahen Erholungsräumen in einem angemessenen Neben- und Miteinander geschaffen werden. Ein EU-weit ausgeschriebenes Wettbewerbsverfahren für die Grün – und Freiräume ist zurzeit durch die HIE und den Bezirk Bergedorf in Vorbereitung. Die Öffentlichkeit wird im Oktober 2025 die Möglichkeit haben, sich am Entwicklungsprozess der Grün- und Freiräume zu beteiligen. Mit Ergebnissen des Wettbewerbsverfahrens wird im ersten Halbjahr 2026 gerechnet.
Die bislang auf dem Areal vorhandenen Kleingärten sollen in Teilen auf Ersatzflächen südlich der Rothenhauschaussee im Bereich Speckenweg neu entwickelt werden. Hierzu wird das Bebauungsplanverfahren Bergedorf 108 / Altengamme 11 durchgeführt. Weitere Ersatzflächen werden geprüft.
Zuletzt aktualisiert am: 01.10.2025
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