Der Sander Markt ist ein zentral gelegener Stadtraum im Zentrum Bergedorfs, der bislang überwiegend als ebenerdige Parkplatzfläche genutzt wird. Vor dem Hintergrund aktueller stadtentwicklungspolitischer Zielsetzungen zur Stärkung der Innenstadt, zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität sowie zur klimaangepassten und multifunktionalen Nutzung öffentlicher Räume wird dem Standort ein erhebliches Entwicklungspotenzial zugeschrieben. Die Neugestaltung des Sander Markts ist Bestandteil eines langfristig angelegten, integrierten Stadtentwicklungsprozesses.
Planerischer Hintergrund und Zielbild
Mit dem Beschluss des Stadtentwicklungsausschusses vom 4. Oktober 2023 (Drucksache 21-1082.01) wurde das Innenstadtkonzept Bergedorf als Leitlinie für die künftige Entwicklung der Bergedorfer Innenstadt bestätigt. Der Sander Markt wurde dabei als sogenannter „Lupenraum“ identifiziert – ein Ort mit hohem Potenzial für vielfältige urbane Nutzungen. Auch das Integrierte Entwicklungskonzept (IEK) für das RISE-Fördergebiet Zentrum Bergedorf, beschlossen im März 2025, weist dem Sander Markt eine zentrale Rolle im Prozess der Innenstadterneuerung zu (vgl. Entwicklung Sander Markt).
Die im IEK und im Innenstadtkonzept formulierten Zielsetzungen sehen vor, den Sander Markt zu einem attraktiven urbanen Quartiersraum weiterzuentwickeln. Ziel ist es, bestehende Defizite – insbesondere fehlende Aufenthalts- und Freiflächen, mangelnde Grünstrukturen und unzureichende Maßnahmen zur Klimaanpassung sowie fehlende Verbindungen im Stadtraum – schrittweise zu reduzieren. Ein zentrales Element bildet die Verlagerung des ebenerdigen Parkens in ein gestapeltes Parkraumangebot in Form eines Mobility Hubs mit belebter Erdgeschosszone. Dadurch sollen neue Freiflächen geschaffen werden, ohne die derzeitige Funktion des Standorts grundsätzlich aufzugeben. Perspektivisch ist eine vielfältige Nutzungsmischung aus Wohnen, Arbeiten, Dienstleistungen, sozialer Infrastruktur, Mobilitätsangeboten und Parken vorgesehen. Ergänzend soll ein zentraler, grün geprägter Quartiersplatz als urbaner Treffpunkt mit Freizeit-, Sport- und Gastronomieangeboten entstehen. Die weiteren städtebaulichen und verkehrlichen Perspektiven sollen im Rahmen eines qualifizierenden Verfahrens entwickelt werden.
Temporäre Intervention
Im Sommer 2025 fand auf einer Teilfläche des Sander Markts eine temporäre Intervention statt, um Nutzungspotenziale zu erproben, den Ort zu beleben und eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit zu ermöglichen. Die temporäre Aktivierung des zentral gelegenen Stadtraums sollte impulsgebend für die langfristige Umgestaltung sein, kreatives Engagement fördern und neue Aufenthaltsqualitäten im Herzen Bergedorfs anbieten.
Über den Projektstart und den weiteren Verlauf der Maßnahme wurde der Stadtentwicklungsausschuss im Juli und Oktober 2025 informiert (Drucksachen 22-0268.01 und 22-0268.02).
Im Rahmen der temporären Intervention wurden mehrere Workshops und Veranstaltungen durchgeführt. Im Zuge der Öffentlichkeitsbeteiligung gingen insgesamt 683 Rückmeldungen der Bevölkerung ein. Die Mehrheit der Teilnehmenden bewertete das Projekt positiv, insbesondere hinsichtlich der Aufenthaltsqualität durch Sitzmöglichkeiten und Begrünung. Kritische Rückmeldungen betrafen vor allem den Umgang mit dem ruhenden Verkehr. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in die weitere Planung einfließen.
Nähere Informationen zu der temporären Intervention können hier eingesehen werden.
Aktuelles
In einem nächsten Schritt wird eine vertiefende Machbarkeitsstudie für einen Mobility Hub am Sander Markt erarbeitet. Diese soll die insbesondere funktionale, standörtliche und marktbezogene Fragestellungen untersuchen.
Auf Grundlage der Machbarkeitsstudie und der Erkenntnisse der temporären Intervention soll anschließend die Durchführung eines konkurrierenden städtebaulichen, verkehrlichen und freiraumplanerischen Verfahrens vorbereitet werden.
Zuletzt aktualisiert am: 04.02.2026