Die Umgestaltung des Sander Markts wird als dynamischer Prozess verstanden. In diesem Zusammenhang sollen temporäre Maßnahmen genutzt werden, um neue Impulse zu setzen, Erfahrungswerte zu sammeln und die Bevölkerung aktiv in die Transformation des Ortes einzubeziehen. Die temporären Nutzungen dienen als Testfeld für künftige dauerhafte Strukturen und sollen die Aufenthaltsqualität, die Nutzungsvielfalt und die stadträumliche Identität stärken. Die Bezirkspolitik hat der Maßnahme mehrheitlich am 2. Juli 2025 zugestimmt (Drucksache 22-0268.01).
Vergabeverfahren
Zur Umsetzung der temporären Intervention wurde eine nichtoffene Verhandlungsvergabe mit fünf eingeladenen Teams aus den Bereichen Kunst, Architektur und Gestaltung durchgeführt. Die Auswahl der teilnehmenden Büros erfolgte in enger Abstimmung mit Vertreter:innen der Bezirkspolitik, der Stadtgesellschaft und der Hamburg Kreativ Gesellschaft, der Hochschule für bildende Künste sowie Innenstadtakteuren. Das interdisziplinär besetztes Auswahlgremium wählte im Rahmen einer Auswahlsitzung am 5. Mai 2025 einstimmig den Entwurf des Büros Umschichten (Stuttgart/Hamburg) aus.
Ein begehbares Stillleben
Der prämierte Entwurf interpretiert den Sander Markt als temporäres, begehbares Stillleben. Ausgangspunkt ist das Motiv der Früchte, das an die ursprüngliche Nutzung des Marktplatzes erinnert. Daraus entwickelt sich ein modulares, farbenfrohes Mobiliar – darunter eine Litfaßsäule, Sitztribünen, Hochbeete und weitere Elemente – das szenografisch über den Platz verteilt wird und zum Verweilen, Spielen und Begegnen einlädt.
Das Konzept sieht ein flexibles Baukastensystem aus Betonringen und Holzbohlen vor, das sowohl gestalterisch als auch funktional überzeugt. Die Objekte sind robust und lassen sich leicht umgestalten, erweitern oder an anderer Stelle wiederverwenden. Der Aufbau erfolgt ressourcenschonend in enger Zusammenarbeit mit lokalen Partnern.
Bauperformance und Partizipation
Die Transformation des Ortes wurde als öffentliche Bauperformance in drei Bauphasen realisiert. Partizipative Workshops begleiteten den Prozess: Bürger:innen, Passant:innen, Vereine und Jugendtreffs waren eingeladen, durch Bemalung, Bepflanzung oder das Bauen eigener Möbelstücke aktiv mitzuwirken. Zusätzliche Veranstaltungsformate wie gemeinsames Grillen oder Siebdruckaktionen förderten Teilhabe und Identifikation mit dem Projekt.
Zeitlicher Rahmen
- Juli – August 2025: Aufbau der Installation in drei Bauphasen (wechselweise fachlich und partizipativ)
- August 2025: Vernissage
- August – September 2025: Öffentliche Nutzung
- September – Oktober 2025: Finissage und Rückbau
Nach Abschluss der temporären Intervention erfolgte eine umfassende Auswertung der Maßnahme.