Stadtwerkstatt

Zukunftsbild Serrahn 2030

Das Bezirksamt Bergedorf hat zwischen September 2014 und März 2015 unter Einbeziehung der örtlichen Bevölkerung eine Stadtwerkstatt für den Bergedorfer Hafen durchgeführt. Das Ergebnis dieses mehrstufigen Planungs- und Beteiligungsverfahren ist das Zukunftsbild Serrahn 2030.

Illustration des Hafens mit Gebäuden, Schiffen und einem Krahn
Zukunftsbild Serrahn urbanista

Potenziale wecken – Qualitäten schaffen

Mitten im Bergedorfer Zentrum, nur 200 Meter vom Bahnhof entfernt, liegt der Bergedorfer Hafen. Traditionell ein Bereich, in dem eine klassische Hafennutzung vorherrschte, ging der ursprüngliche Hafencharakter im Laufe der Zeit weitgehend verloren. Einzig eine Anlegestelle für Ausflugsschiffe sowie der historische Kran erinnern an die ursprüngliche Nutzung. Dabei birgt der Raum vielfältige, teils ungeahnte Potenziale, die es wiederzuentdecken gilt.

Bereits durch die Eröffnung des Einkaufszentrums CCB im Jahr 2010 und die Neugestaltung des Bahnhofsplatzes wurde deutlich, welche Bedeutung der Bergedorfer Hafen als Wegeverbindung hat. Immer mehr Menschen nutzen den Weg entlang der Serrahnstraße, um zur Fußgängerzone zu gelangen. Aber was muss sich verändern, damit der alte Hafen zu einem Ort mit hoher Wohn-, Freizeit- und Aufenthaltsqualität für alle wird? Diese zentrale Fragestellung hat das Bezirksamt Bergedorf gemeinsam mit interessierten Bürger:innen, Beteiligten und Akteur:innen in der Stadtwerkstatt zum Bergedorfer Hafen diskutiert.

Erklärtes Ziel war die Erarbeitung von Leitlinien für die langfristige Entwicklung des Serrahns und seiner Umgebung sowie die Ausarbeitung von konkreten räumlichen Nutzungs- und Gestaltungsvorschlägen. Das auf partizipative Stadtentwicklung spezialisierte Büro urbanista moderierte durch das Beteiligungsverfahren. Kuttner und Kahl Landschaftsarchitekten übernahm die fachplanerischen Themen. 
Das mehrstufige Verfahren zur Entwicklung des Zukunftsbildes gliederte sich in drei Phasen:

Phase I – Ideen sammeln

Ab September 2014 stand allen Interessierten eine Webseite mit  Informationen über Ort und Prozess zur Verfügung. Hier konnten auch erste Ideen für die Entwicklung des Betrachtungsraums eingebracht werden. Als analoge Anlaufstelle war im CCB für ein Wochenende im Oktober 2014 ein mobiler Infostand aufgebaut. Neben zahlreichen Gesprächen mit engagierten Bergedorfer:innen konnten hier weitere Ideen und Beiträge gewonnen werden. Ein wichtiges Augenmerk lag auf der aktiven Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen ab 15 Jahren. 22 Schüler:innen der Stadtteilschule Bergedorf setzten sich mit dem Serrahn unter dem Motto „Bergedorf macht blau“ genauer auseinander.

Tisch mit Bastelelementen für einen Gebäude-Modellbau, über den Hände von zwei Kindern mit Kattermesser und Klebstoff ragen.
Jugendbeteiligung urbanista

Phase II – Ideen verdichten

Aus den etwa 400 Ideen sind nach redaktioneller Prüfung über 500 potenzielle Maßnahmen hervorgegangen. In einer ersten Abendveranstaltung setzten sich Interessierte mit den Ideen auseinander und bearbeiteten mithilfe eines speziell entwickelten Arbeitsblatts verschiedene Aufgaben zum Betrachtungsraum. Durch die Veranstaltung kamen neue Maßnahmen hinzu, Schwerpunkte wurden erkennbar und es konnten neue Erkenntnisse gesammelt werden. Ein klares Signal für mehr Gastronomie, mehr Sitzgelegenheiten, Wasserzugänge und Hafenatmosphäre sowie mehr Nutzungen auf dem Wasser war das Ergebnis des Abends.

Infotafel mit Markierungen durch Fähnchen
Informationsstand im CCB urbanista

Phase III – Ideen fixieren

Um ein stimmiges Bild zu erhalten, wurden die Beiträge in Ziele und Strategien überführt. In der letzten Phase des Beteiligungsverfahrens wurden diese Ergebnisse der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt. Die Gäste ließen sich die grundsätzliche Richtung des Zukunftsbildes sowie die dazugehörigen Visualisierungen und Entwürfe erläutern. Zudem bestand die Möglichkeit, anhand eines Fragebogens Einschätzungen, Kritik und Verbesserungsvorschläge einzureichen. Die Fragebögen lieferten noch weitere Rückmeldungen, zum Beispiel auf die Frage, wie Politik und Verwaltung helfen können, das Zukunftsbild gemeinsam mit engagierten Bergedorfer:innen Realität werden zu lassen. Viele Teilnehmende konnten sich zum Beispiel vorstellen, einen Serrahn-Verein zu gründen, der sich rund um die Belange des Hafens engagiert.

Zukunftsbild Serrahn 2030

Das Ergebnis des sechsmonatigen Planungs- und Beteiligungsverfahrens ist das Zukunftsbild Serrahn 2030. Das partizipativ erarbeitete Zukunftsbild macht sich zur Aufgabe, die enormen Potenziale des Bergedorfer Hafens weiterzuentwickeln und verfolgt das übergeordnete Ziel, dass der Serrahn zu einem Zentrum für Alle werden soll. Hier treffen sich Jung und Alt. Dieses tragende Leitziel wird durch die drei Unterziele Hafen als Treffpunkt, Hafen als Erholungsraum und Hafen als Wahrzeichen untermauert.

Das Zukunftsbild setzt Entwicklungsimpulse. Es umfasst nicht nur Leitziele, sondern auch Projektideen. Mit ihm wurden kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen und Vorschläge zur Aufwertung erarbeitet, die seit 2015 schrittweise umgesetzt oder weiterentwickelt werden.
Das Zukunftsbild wurde am 6. Mai 2015 im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt (Drucksache 20-0422) und kann hier heruntergeladen werden.

Aktuelles

Neben zahlreichen kleineren Maßnahmen, die in kurzer Zeit nach Erarbeitung des Zukunftsbildes umzusetzen waren, hat sich die Bezirkspolitik für die Umsetzung dreier größere Projekte ausgesprochen. Die ersten beiden Projekte – die Umsetzung einer Treppenanlage am Kupferhof (Kupferhofterrassen) und die Aufwertung der Serrahnstraße – sind bereits abgeschlossen. Das dritte Projekt – die Umgestaltung der Alten Holstenstraße – befindet sich derzeit in Bearbeitung.

Um die Entwicklung rund um den Bergedorfer Hafen zu unterstützen, wurde der Bereich 2018 als Fördergebiet im Rahmenprogramm Integrierte Stadtentwicklung (RISE) festgelegt. Ende 2022 wurde der Bereich in das neue Fördergebiet „Zentrum Bergedorf“ mit einer Laufzeit bis 2029 integriert.

Auf den folgenden Seiten finden Sie weitere Informationen:

Informationen zum Rahmenprogramm Integrierte Stadtentwicklung (RISE) finden Sie hier:

Ansprechperson / Kontakt

Bezirksamt Bergedorf
Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung
Tim Leufker
Wentorfer Str. 38a
21029 Hamburg
E-Mail: tim.leufker@bergedorf.hamburg.de
stadt-und-landschaftsplanung@bergedorf.hamburg.de

Download

Serrahn 2030 – Ein Zukunftsbild für den Bergedorfer Hafen

PDF herunterladen [PDF, 8,0 MB]

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