Ein Rundgang

L(i)ebenswertes Bergedorf

Bergedorf verfügt über alles, was eine "richtige Stadt" auszeichnet. Um den historischen Kern mit Schloss und Kirche gruppiert sich das pulsierende Zentrum mit überdachten Einkaufspassagen und einer Fußgängerzone, die bis zum Lohbrügger Marktplatz reicht.

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Im Innenstadtbereich wechseln repräsentative Villen mit erhaltenswerten Altbauten ab. Am Stadtrand wuchsen in den vergangenen Jahren Neubauviertel aus dem Boden. Vorzügliche Infrastrukturmaßnahmen erschließen auch die äußersten Winkel. Eine reizvolle Umgebung sowie großzügige Grün- und Sportanlagen verleihen der Stadt einen hohen Freizeitwert. Und schließlich unterstreicht die lokalorientierte Berichterstattung der Bergedorfer Zeitung auf ihre Weise die Eigenständigkeit der Stadt.

Doch das äußere Erscheinungsbild entspricht nicht der politischen Wirklichkeit: Bergedorf ist keine selbständige Stadt wie etwa das benachbarte Geesthacht im Schleswig-Holsteinischen, sondern vielmehr ein Stück Metropole, ein Teil Hamburgs - eine Stadt im Stadtstaat.

Der Name Bergedorf steht nicht nur für einen Hamburger Stadtteil, sondern ebenso für einen der insgesamt sieben Verwaltungsbezirke der Freien und Hansestadt Hamburg. Der Behördenarm aus dem Rathaus an der Wentorfer Straße - hier hat das Bezirksamt Bergedorf seinen Sitz - reicht von Moorfleet im Westen bis nach Altengamme im Osten, von Lohbrügge im Norden bis an die Elbe im Süden, insgesamt eine Fläche von 155 Quadratkilometern. Bergedorf ist ein wachsender Bezirk. Trotz der vielen Zuzüge in den vergangenen Jahren ist er dennoch der Bezirk mit der geringsten Einwohnerzahl.

Verzierter Brunnen mit kleinen Slupturen
Sievers-Brunnen IMAGO / imagebroker

Andererseits gehört der Bezirk - gemessen an der flächenmäßigen Ausdehnung - zu den größten in der Hansestadt. Lediglich das Bezirksamt im südlich der Elbe gelegenen Harburg verwaltet noch einige Quadratkilometer mehr.

Am deutlichsten zeigt sich die Sonderstellung des Bergedorfer Bezirks für Hamburg, wenn man die beiden erwähnten Messzahlen (Wohnbevölkerung und Fläche) in Relation zueinander setzt. Während beispielsweise in dem dicht besiedelten Bezirk Eimsbüttel 4.878 Menschen auf jeden Quadratkilometer wohnen, sind es in Bergedorf nur 724. Selbst im vergleichsweise dünn besiedelten Bezirk Harburg liegt die entsprechende Zahl noch bei 1.220.

Einkaufsstraße Sachsentor in Bergedorf
Einkaufsstraße Sachsentor IMAGO / Christian Ohde

 Das bedeutet umgekehrt aber auch: Kein anderer Bezirk verwaltet innerhalb seiner Grenzen so umfangreiche Grün- und Ackerbauflächen wie Bergedorf. Rund 75 % des gesamten Bezirks entfallen dabei auf die weitläufigen Vier- und Marschlande im fruchtbaren Urstromtal der Elbe. Hier prägen Deiche und sumpfige Wasserläufe, Bauernhäuser und Gartenbaukulturen das Bild einer eigenwilligen und streckenweise idyllischen Landschaft. Trotz mehrerer großflächiger Bauvorhaben soll sich am ländlich-beschaulichen Gesamtbild dieser Region auch in Zukunft wenig ändern. So liegen alle größeren Bauvorhaben der letzten Jahre und Jahrzehnte ausschließlich nördlich der Marschenautobahn.

Mit Neuallermöhe-Ost ist es gelungen, eines der schönsten Neubauquartiere in der Bundesrepublik zu schaffen. An Wohnqualität wird der jetzt nahezu fertiggestellte Stadtteil Neuallermöhe-West dem überaus gelungenen Wohnviertel in nichts nachstehen.

Nun sind Sie eingeladen, an einem Rundgang durch den Bezirk teilzunehmen. Er ist nicht abschließend, soll aber etwas aus der 800jährigen Geschichte Bergedorfs und von der liebenswerten Ausstrahlung vermitteln, die das Leben in unserem Bezirk so angenehm macht.

Innenstadt - der Stadtkern

Der historische Stadtkern wird gebildet vom Bergedorfer Schloss, der St. Petri- und Pauli-Kirche sowie dem historischen Gasthaus "Stadt Hamburg" mit den Wasserflächen Schlossteich und Serrahn.

Das Bergedorfer Schloss -ein bevorzugtes Motiv für Maler und Fotografen- wurde im 13. Jahrhundert unter dänischer Herrschaft erbaut. Im Jahre 1420 wurde Bergedorf durch die beiden Hansestädte Lübeck und Hamburg erobert. Bis 1867 war es Sitz der beiderstädtischen Verwaltung. Einzelheiten über die wechselvolle Geschichte sind auf einer Tafel am Schlosseingang nachzulesen.

Außenansicht des Bergedorfer Schlosses bei strahlend blauem Himmel
Bergedorfer Schloss IMAGO / Christian Ohde

Heute ist im Schloss das "Museum für Bergedorf und die Vierlande" beheimatet. Hier sind viele Zeugnisse der Kultur unseres Heimatgebietes gesammelt.

Schloss Bergedorf: Telefon 42891.2509.
Öffnungszeiten: Sa., So., Di., Mi., Do. von 10.00-17.00 Uhr

Die St. Petri- und Pauli-Kirche entstammt der Mitte des 15. Jahrhunderts und hat seitdem mehrfach ihre Gestalt verändert. Früher stand der Turm getrennt vom Kirchenschiff - wie bei einigen Vierländer Kirchen. Als sich der Turm viele Jahre später bedrohlich nach Westen geneigt hatte, hat ihn der berühmte Baumeister Sonnin -Erbauer des Hamburger "Michel"- erneuert. Sehenswert ist das Innere der Kirche mit dem Altar, der Kanzel mit dem Schalldeckel, den Emporenbildern aus dem 17. Jahrhundert sowie dem sehenswerten Orgelprospekt. Sehr zu empfehlen ist die jeden Freitag um 18.30 Uhr stattfindende halbstündige Veranstaltung: "Freitag um ½ 7 in Bergedorf. Musik und Texte in St. Petri und Pauli".

Kirche St. Petri und Pauli in der Alten Holstenstraße in Bergedorf
Kirche St. Petri und Pauli IMAGO / Christian Ohde

Ihr 500-jähriges Bestehen feierte Bergedorf im Rahmen einer Festwoche vom 23.-30. Juni 2002. Eine Ausstellung zur Kirchengeschichte war bis Ende Oktober im Schloss zu sehen. Dazu wurde ein Ausstellungskatalog herausgegeben.

Das links neben der Kirche stehende Fachwerkhaus mit dem 1837 angebauten Rundturm war das zur Kirche gehörende Organistenhaus. Hier wurde im März 1699 der später weltberühmte Hofkapellmeister und Opernkomponist Johann-Adolf Hasse geboren. Eine Gedenktafel erinnert an ihn.

Das Gasthaus "Stadt Hamburg" befindet sich vis-à-vis der Kirche St. Petri und Pauli und ist Hamburgs ältester Gasthof. Seine Ursprünge stammen aus der Zeit um 1550. 1959 wurde dieser Gasthof durch Bergedorfer Handwerker renoviert und leicht versetzt neu aufgebaut.

Historische Fachwerkhaus in Bergedorf
Gasthaus "Stadt Hamburg" IMAGO / Christian Ohde

 Zu dem "historischen Dreieck" ist auch die Kornwassermühle zu zählen, die wegen Baufälligkeit 1973 abgerissen und dann wieder aufgebaut wurde. Auf der Rückseite sieht man den Durchlass für das Mühlengerinne und den Aufzug für die Getreide- und Mehlsäcke.

Über viele Jahrhunderte stand der Hafen im Mittelpunkt des wirtschaftlichen Geschehens in Bergedorf. Der Schleusengraben war die Lebensader der Stadt. Nachdem der Hafen seine wirtschaftliche Bedeutung verloren hatte, fehlte den verantwortlichen Stadtvätern der Blick für die Attraktivität, die von einer Wasserfläche mitten in der Stadt ausgehen kann. Seit einiger Zeit gibt es eine Reihe von Aktivitäten mit dem Ziel, den alten Bergedorfer Hafen wieder zu beleben. Private Initiative und Bezirksamt haben erreicht, dass der Serrahn wieder schiffbar gemacht wurde.

Serrahn und Kupferhofterrassen in Bergedorf
Serrahn und Kupferhofterrassen IMAGO / Christian Ohde

Das Bezirksamt hat ein freiraumplanerisches Gestaltungskonzept rund um den Serrahn in Auftrag gegeben. Insgesamt soll der Serrahn aufgewertet werden z.B. durch eine Bebauung des Serrahnbalkons, Schaffen von Bootsanlegern, Gastronomie, ansprechender Beleuchtung. Die Bergedorfer Schifffahrtsgesellschaft und die Alstertouristik fahren ihn regelmäßig an. Mit dem 1. Bergedorfer Hafenfest Ende Mai 2002 und der im Schloss gezeigten Ausstellung zur Geschichte des Bergedorfer Hafens bekam das gesamte Projekt einen gehörigen Schub und brachte den Bergedorferinnen und Bergedorfern ihren Hafen wieder nahe.

Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Kaiser-Wilhelm-Platz in Bergedorf
Kaiser-Wilhelm-Denkmal IMAGO / imagebroker

Besonders reizvoll ist auch der Kaiser-Wilhelm-Platz mit seinem 100jährigen Brunnen und dem Denkmal für Kaiser Wilhelm I., der diesem Platz den Namen gab. In diesem Bereich stehen eine Reihe von Bänken, auf denen man sich bei dem Rundgang erholen kann, und von denen aus sich die schönen Gartenanlagen betrachten lassen, die besonders liebevoll von den Gärtnern der Garten- und Friedhofsabteilung gepflegt werden. Mit der Bummelmeile vom Mohnhof durch das Sachsentor, am Bergedorfer Markt vorbei zur Alten Holstenstraße lässt sich der Rundgang durch die Innenstadt beenden. 

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IMAGO / Christian Ohde
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Fußgängerzone in der Bergedorfer Innenstadt
IMAGO / Hoch Zwei Stock/Angerer
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IMAGO / Christian Ohde
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