Der Umgestaltung des „Parnass-Platzes“ gingen zwei Beschlüsse der Bezirksversammlung Eimsbüttel voraus: Zum einen beantragten Grüne und CDU vor zwei Jahren die Umnutzung der Verkehrsfläche in einen Stadtplatz und griffen damit Vorschläge aus der Initiative „Superbüttel“ auf, der es um die Schaffung von Frei-, Grün- und Erholungsräumen im Quartier durch Verkehrsberuhigung und Gestaltung zu Gunsten des Fußverkehrs geht. Zum anderen beschloss die Bezirksversammlung ebenfalls vor zwei Jahren einstimmig, die Benennung als „Parnass-Platz“ in die Wege zu leiten.
Vor der offiziellen Einweihung des Parnass-Platzes am Samstag, 28. Oktober 2023 hat das Bezirksamt Eimsbüttel den neuen Platz nun für rund 25.000 Euro herrichten lassen: Die zehn Parkstände wurden entfernt, acht Fahrradbügel eingebaut, Ausbesserungsarbeiten durchgeführt und eine Pflanz- und Sitzbankkombination aufgestellt, damit die Fläche künftig zum Aufenthalt einlädt. Vorausgegangen war im Juni dieses Jahres ein Informationsabend des Bezirksamtes mit Interessierten aus dem direkten Umfeld, bei der die Bürger:innen der Verwaltung einige Vorschläge und Wünsche mit auf den Weg gegeben haben. Das Büro TOLLERORT wird am 28. Oktober ebenfalls vor Ort sein und den Beteiligungsprozess fortführen.
In einem nächsten Schritt soll voraussichtlich Anfang 2024 wiederum zusammen mit den Bürger:innen geplant werden, wie sich der Platz künftig attraktiv „bespielen“ lässt, denkbar sind weitere Begrünungen, Parklets, Spielelemente, künstlerische Gestaltung oder Nachbarschaftsaktionen. Langfristig wird der Blick für mehr Aufenthaltsqualität im Quartier durch neue Nachbarschaftsräume dann jedoch noch deutlich geweitet: Geplant ist eine freiraumplanerische und verkehrstechnische Umgestaltung des gesamten nordöstlichen und südöstlichen Kreuzungsbereichs Langenfelder Damm/Methfesselstraße, inkl. aller Querungen. Dabei werden Verkehrszählungen und eine breite Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt sowie die Erreichbarkeit für Anlieferungen, Einsatzfahrzeuge, Haltemöglichkeiten im Umfeld, Carsharing und zusätzliche Fahrrad- und Lastenradbügel berücksichtigt.
Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „In unmittelbarer Nachbarschaft zu dem Haus, in dem Hertha und Simon Parnass von 1935 bis 1938 mit ihren Kindern Peggy und Gady Parnass lebten, wird künftig der Parnass-Platz die Erinnerung an das Ehepaar wachhalten. Der Parnass-Platz wird uns daran erinnern, auf welche brutale Weise und unter den Augen aller im Nationalsozialismus Familien auseinandergerissen und Mitbürgerinnen und Mitbürger ermordet wurden. So macht der Platz die Geschichte der Familie Parnass sichtbar und wird uns Mahnung sein, Antisemitismus in jeglicher Form entschlossen entgegen zu treten. Ich danke dem Bezirk sehr für diesen Namensvorschlag, dem die zuständige Senatskommission sehr gerne gefolgt ist.“
Falk Schmidt-Tobler, Vorsitzender Bezirksversammlung Eimsbüttel: „Der neue Platz wird den Menschen in diesem dichtbesiedelten Quartier ein Stück Aufenthaltsqualität schenken. Mit der Namensgebung erinnern wir aber insbesondere an die Eimsbütteler Herta und Simon Parnass, die beide in der Shoa im Vernichtungslager Treblinka von den Nazis ermordet wurden. Besonders freut uns, dass Peggy Parnass, die Tochter der Ermordeten, unserer Einweihung beiwohnen wird. Mit dieser Benennung schafft die Bezirksversammlung auch einen Ort des Erinnerns mitten in Eimsbüttel. Wir danken der Verwaltung, die mit viel Engagement an der schnellen Umsetzung unserer Beschlüsse gearbeitet hat.“
Sonja Böseler, stellv. Bezirksamtsleiterin: „Mit der Umgestaltung der Fläche setzen wir einen Beschluss um, der die Anregung der Initiative „Superbüttel“ aufgreift, gleichzeitig hat die Bezirksversammlung eine gute und würdige Entscheidung zur Benennung des Platzes getroffen. Zwei Schritte folgen nun noch. Zum einen möchten wir zusammen mit den Anwohnenden die Fläche zu einem lebendigen Stadtplatz weiterentwickeln und längerfristig den gesamten Bereich der Kreuzung überplanen, um ihn attraktiver und urbaner für die Menschen im Quartier zu gestalten.“
Rückfragen der Medien
Bezirksamt Eimsbüttel, Pressestelle
Telefon: (040) 428 01 – 2053
E-Mail: pressestelle@eimsbuettel.hamburg.de