Zeitplan: Was passiert wann?
- November 2020: Zu Beginn konnten von November bis Dezember 2020 alle Interessierten auf beteiligung.hamburg/radverkehr-eimsbuettel Ideen und Anregungen zur Überplanung der Mansteinstraße abgeben. Die Beiträge zeigen, dass sich die Öffentlichkeit eine rad- und fußverkehrsfreundliche sowie eine verkehrsberuhigtere Mansteinstraße wünscht. Es gab insgesamt 335 Öffentlichkeitsbeiträge.
- April 2022: Erste Verschickung
- Juli 2023: Zweite Verschickung. Aufgrund der Einwände der Behörde für Denkmalschutz wurde die Planung überarbeitet. Alle weiteren Einwände wurden geprüft, abgewägt und nach Möglichkeit in der weiteren Planung berücksichtigt.
- Februar 2024: Schlussverschickung der Planung
- März 2025: Baubeginn
- Herbst 2025: Die Maßnahme wurde abgeschlossen
Anlass der Planung:
Die Mansteinstraße befindet sich im Stadtteil Hoheluft-West des Bezirks Eimsbüttel und dient als Verbindungsstraße zwischen Eimsbüttel/Eidelstedt und dem Univiertel/Dammtorbahnhof. Die Straße ist eine wichtige Verbindungsstrecke für die Velorouten 3 (Bismarckstraße) und 13 (Eppendorfer Weg).
Die Bogenstraße zwischen Bismarckstraße und der Straße Beim Schlump wurde bereits im Rahmen des Veloroutenausbaus als Teil der Veloroute 3 umgebaut. Zur besseren Anbindung der Veloroute 13 im Eppendorfer Weg sowie der Schulen an der Bogenstraße wird nun auch der noch fehlende Abschnitt der Mansteinstraße im oben genannten Bereich überplant.
Der betrachtete Abschnitt der Mansteinstraße ist beidseitig mit Mehrfamilienhäusern aus der Jugendstilzeit und schützenswertem Baumbestand geprägt. Südlich der Mansteinstraße liegt der Isebekkanal, Isebekpark und der Mansteinpark. Die im Bestand geradlinige Linienführung der Straße wird durch die bestehenden Flurstücksgrenzen zu den Wohngrundstücken und dem erhaltenswerten Baumbestand größtenteils vorgegeben.
Die Anzahl der Radfahrenden im August 2021 (2.004 Radfahrende) hat im Vergleich zur Zählung im Juni 2013 (1.338 Radfahrende) im Zeitraum zwischen 6 Uhr und 19 Uhr um 50 % zugenommen. In der Spitzenstunde zwischen 8 Uhr und 9 Uhr hat sich die Anzahl der Radfahrenden verdoppelt.
Ziel der Planung:
Ziel der Überplanung sind die Optimierung des Straßenquerschnitts, der Gehwege, Querungsmöglichkeiten und Bushaltestellen. Die Überplanung soll die Verkehrssicherheit unter besonderer Berücksichtigung der Barrierefreiheit und des vorhandenen Baumbestands erhöhen. Die Sanierung der Fahrbahn, der Bushaltestellen und Nebenflächen (Fläche zwischen Hochbordstein und privaten Grundstücksflächen, hier: z. B. Gehweg und Grünflächen) wird soweit erforderlich durchgeführt.
Die anschließenden Straßenverkehrsflächen am Eppendorfer Weg werden im Zuge des Ausbaus für die Veloroute 13 durch den Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer überplant und mit den Planungen des Bezirksamts Eimsbüttel abgestimmt.
Zu berücksichtigen ist auch, dass im näheren Umkreis des Planungsgebiets diverse Schulen (zwei Grundschulen, eine Stadtteilschule, zwei Gymnasien und eine Berufsschule) angesiedelt sind und somit ein besonderer Anspruch an die Verkehrssicherheit der Mansteinstraße als Schulweg gestellt werden muss.
Vorhandene Defizite minimieren
Die überbreite Fahrbahn der Mansteinstraße ist asphaltiert. Die Kfz parken beidseitig in den Nebenflächen in Senkrechtaufstellung. Die Bereiche der Baumscheiben werden auch als Längsparkstände genutzt, obwohl diese nicht als solche gedacht sind. Beidseitig sind Gehwege angeordnet. Durch den Überhang parkender Kfz, einer Mitbenutzung des Gehweges durch den Radverkehr und durch das Anschließen von Fahrrädern an Zäunen und Baumschutzbügeln wird die nutzbare Gehwegbreite bereichsweise sehr stark eingeengt.
Radverkehrsanlagen sind nicht vorhanden, sodass der Radverkehr im Mischverkehr bei Tempo 50 auf der Fahrbahn geführt wird. Die Mansteinstraße wird von der Buslinie 181 in beide Richtungen befahren und hat drei Haltepunkte im Planungsabschnitt. Laut einer Auswertung ist die maximal gefahrene Geschwindigkeit bei 31 km/h.
Durch die Neuordnung der Gehweg-, Abstell- und Grünflächen sollen die Defizite verringert und der Straßenraum für alle attraktiver werden.
Mehr Raum für Rad- und Fußverkehr und Einrichtung Tempo-30-Zone
Der Radverkehr wird in der neu eingerichteten Tempo-30-Zone im Mischverkehr auf der Fahrbahn geführt. Die Fahrbahnbreite wurde auf das Mindestmaß für Busbegegnungsverkehr von 6,50 m reduziert, wodurch in den Nebenflächen ausreichend Platz für regelkonforme Gehwege, Grünsteifen und Fahrradparken geschaffen ist. Die Zugänglichkeit der Gehwege und Abstellanlagen, für die Radfahrenden von der Fahrbahn aus, ist gegeben.
Die vorhandene Bordkantenführung wurde zum Schutz des vorhandenen Baumbestands und aus Denkmalschutzgründen in den Querschnitt integriert. Dabei bleibt die Geradlinigkeit der Fahrbahn erhalten. Zur Verkehrsberuhigung wurden im Planungsabschnitt zwei Mittelinseln mit ungesicherten Fußgängerüberwegen und zum Teil vorgezogenen Seitenräumen (Gehweg- und Abstellflächen) als zusätzliche Querungsmöglichkeiten hergestellt. Um Zufußgehenden Pausenmöglichkeiten zu bieten, wurden insgesamt 10 Bänke aufgestellt.
Neuordnung der Parkmöglichkeiten und Abstellanlagen für Fahrräder
Das Kfz-Parken ist beidseitig der Fahrbahn im Längsparken angeordnet. Die Bestandsbordsteinkante bildet die Trennung von Fahrbahn und Parken von der Nebenfläche (z. B. Gehweg und Radabstellanlagen). Damit wurde die Gehwegbreite verbreitert und 272 Fahrradstellplätze und 12 Stellplätze für Lastenräder geschaffen. Durch das Längsparken konnten 60 Parkplätze und ein zeitlich markierter Ladebereich markiert und zwei barrierefreie Parkstände eingerichtet werden. Die bestehenden 4 Parkstände für Carsharing sowie die e-Ladesäule mit zwei Ladepunkten bleiben erhalten. Mit der Einführung des Bewohnerparkens im Mai 2022 wurde der Parkdruck in der Mansteinstraße deutlich reduziert. Zudem bleibt das gute ÖPNV-Angebot durch die drei Bushaltestellen erhalten.
Barrierefreie Gehwege und Bushaltestellen
Die Umgestaltung führt zu wesentlichen Verbesserungen für Zufußgehende. Da der ruhende Verkehr neugeordnet wurde, konnten die Gehwege beidseitig auf regelkonforme Breiten von 2,5 m verbreitert werden. Lediglich in den Bereichen der Baumscheiben ist der Gehweg aufgrund des schützenswerten Baumbestands eingeengt und bleibt somit bei einer Breite von 2,0 m. Die Nebenflächen werden barrierefrei ausgebaut. Die nicht gesicherten Querungsmöglichkeiten wurden mit taktilen Elementen ausgestattet. Die drei Bushaltestellen wurden ebenfalls barrierefrei mit Bodenindikatoren und Bussonderborden ausgestattet.
Baumbestand und Grünbereiche
Die Mansteinstraße verfügt über einen Alleecharakter mit vielen alten und erhaltenswerten Bäumen. Vor dem Umbau wurde in den Baumquartieren durch verschiedene Fahrzeugarten geparkt. Dies ist nicht baumfreundlich. Um dem Erhalt der Bäume gerecht zu werden und Versickerungsmöglichkeiten zu schaffen, wurden die Baumquartiere vergrößert, begrünt und durch Eichenspaltpfosten geschützt.
Kontakt:
mobilitaet@eimsbuettel.hamburg.de
Tel.: 040-115
Quellenangaben der Fotos und Pläne: Bezirksamt Eimsbüttel | iwb Ingenieurgesellschaft mbH | FHH, Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung, www.geoinfo.hamburg.de