Hamburg-Nord

Gedenkveranstaltung zum 40. Todestag von Mehmet Kaymakçi

25. Juli 2025 Press Release

Am Donnerstag, den 24. Juli, hat um 18 Uhr die Gedenkveranstaltung zum 40. Todestag von Mehmet Kaymakçı im Kiwittsmoor-Park in Langenhorn stattgefunden. Mehmet Kaymakçı wurde im Juli 1985 durch einen rassistischen Angriff von Neonazis ermordet.

40. Todestag von Mehmet Kaymakçi
Bezirksamt Hamburg-Nord

Die Veranstaltung wurde vom Bezirksamt Hamburg-Nord organisiert und von der ‚Initiative zum Gedenken an Ramazan Avci‘ unterstützt. Es sprachen Bezirksamtsleiterin Bettina Schomburg, die Vorsitzende der Bezirksversammlung Isabel Permien und der Zeitzeuge Faruk Arslan, der den rechtsextremen Brandanschlag von Mölln 1992 überlebte. Auch Vertreter:innen des Hamburger SV (HSV) nahmen an der Veranstaltung teil.

Im Juli 1985 wurde Mehmet Kaymakçi in Hamburg-Langenhorn Opfer rassistischer Gewalt. Er traf in einer Kneipe auf seine Mörder. Als er sich auf den Heimweg machte, folgten ihm drei Neonazis, fielen über ihn her, schlugen und traten auf ihn ein. Anschließend schleiften sie ihn hinter ein Gebüsch am Rand des Kiwittsmoor-Parks. Dort zertrümmerten sie dem bereits bewusstlosen Mehmet Kaymakçi mit einem 94 kg schweren Betonstück den Schädel. Er wurde nur 29 Jahre alt.

2021 wurde auf Grundlage eines interfraktionellen Antrags der Bezirksversammlung Hamburg-Nord  gemeinsam mit der ‚Initiative zum Gedenken an Ramazan Avci‘ am Tatort eine Gedenktafel errichtet, die an Kaymakçı und an die Verantwortung aller Bürger:innen erinnern soll, Hass, Rassismus und rechtsextremer Gewalt entschieden entgegenzutreten.

Zeitzeuge Faruk Arslan: „Ich spreche, weil ich überlebt habe. Meine Stimme gehört denen, die ermordet wurden. Damit nie wieder geschieht, was ich erleben musste, und damit wir nicht vergessen, wohin Hass, Rassismus und Ausgrenzung führen.“

Bezirksamtsleiterin Bettina Schomburg: „Vor 40 Jahren wurde Mehmet Kaymakçi Opfer eines rassistisch motivierten Verbrechens – eine Tat, die wir verurteilen. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spaltung erinnert uns sein Schicksal eindringlich daran, Rassismus und Hass entschlossen entgegenzutreten. Das Gedenken an ihn ist ein klares Bekenntnis zu einer offenen, vielfältigen und solidarischen Gesellschaft. Wir tragen Verantwortung für eine Zukunft, in der Respekt und Menschlichkeit jeden Tag gelebt werden.“

Ab dem Jahr 2026 soll eine jährliche Gedenkfeier an alle Opfer rechtsextremer Gewalt im Bezirk Hamburg-Nord erinnern. Die konkrete Ausgestaltung des Veranstaltungsformats befindet sich derzeit in der Planung.

 

Rückfragen der Medien
Kaja Weber | Pressestelle Bezirksamt Hamburg-Nord
Telefon: 040 42804-2245
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