Ramazan Avcı wurde am 21.12.1985 an der Bushaltestelle Landwehr von Neonazis brutal angegriffen und starb drei Tage später im Krankenhaus an den Folgen schwerster Verletzungen. Er wurde nur 26 Jahre alt und hinterließ eine hochschwangere Witwe, die wenige Tage später das gemeinsame Kind zur Welt brachte.
2012 erreichte die Initiative zum Gedenken an Ramazan Avcı die Umbenennung des Platzes in Ramazan-Avcı-Platz. Am 21.12.2025, dem 40. Jahrestag der Ermordung, fand die Einweihung des von „Politics of Memory“ unter Beteiligung der benachbarten Berufsschule neu gestalteten Platzes mit über 300 Gästen statt. In der Neugestaltung ist dieser Platz mehr als ein Gedenkort. Er ist ein lebendiges Denkmal, das die Kontinuität rassistischer Gewalt sichtbar macht und gleichzeitig auch einen Raum für persönliche Trauer schafft.
„Erinnerungskultur muss als handelnde Praxis gestaltet werden. Gemeinsam mit der Ramazan Avcı Initiative und Gülistan Avcı haben wir diesem Handeln eine Form gegeben. Dieser Platz ist ein Ort, der Trauer und Protest sichtbar macht", betont Thies Warnke, beteiligter Student der HFBK.
Malte Baumann, Schulleiter der Berufsschule BS05 Hamburg, ergänzt: „Als Schule ohne Rassismus verstehen wir Erinnerungskultur nicht als Rückblick, sondern als Auftrag für die Gegenwart. Der Ramazan-Avcı-Platz ist ein Lernort in unmittelbarer Nachbarschaft zu unserer Schule, den viele unserer Schülerinnen und Schüler täglich passieren. Die Initiative hat hier einen Ort geschaffen, der dazu einlädt, Haltung zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen.“
Isabel Permien, Vorsitzende der Bezirksversammlung Hamburg-Nord, macht deutlich: „Im Namen der Bezirksversammlung beglückwünsche ich die Initiative zum Gedenken an Ramazan Avcı und die Studierenden der HFBK für ihr großartiges Projekt ‚Politics of Memory‘. Ich freue mich sehr über die Auszeichnung dieses Projektes mit dem Kulturpreis der Bezirksversammlung. Es schafft einen Raum für das Gedenken an die Opfer rassistischer Gewalt, gibt ihnen Sichtbarkeit und fordert uns alle dazu auf, Hass, Hetze und Gewalt entschieden entgegenzutreten!“
Mit dem Kulturpreis der Bezirksversammlung Hamburg-Nord werden Projekte ausgezeichnet, die sich nicht nur durch hohe Qualität und Inhalt auszeichnen, sondern sich auch dem demokratisch, aufklärerischen Kulturverständnis verpflichten. Besonders liegt dabei der Blick auf Projekte, die Impulse für den Bezirk setzen, zur aktiven Beteiligung auffordern und einen gesellschaftlichen Zeitbezug haben. Der Kulturpreis ist mit 3000 Euro dotiert. Gestiftet wurde das Preisgeld wie bereits in den vergangenen Jahren von der Sparda Bank Hamburg.
Weitere Informationen zur Umgestaltung des Ramazan-Avcı-Platzes hier.
Rückfragen der Medien bitte an:
Kaja Weber
Pressestelle Bezirksamt Hamburg-Nord
Tel.: 040 42804-2245
E-Mail: Pressestelle@Hamburg-Nord.Hamburg.de
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