Pilotprojekt des Bezirksamts Hamburg-Nord

Betreuter Taubenschlag in Barmbek

Auf der Brachfläche Hufnerstraße/Rübenkamp steht seit einigen Wochen ein blauer Container. Es handelt sich um ein sog. Taubenloft – einen vom Bezirksamt Hamburg-Nord betreuten Taubenschlag. Auf dieser Seite wollen wir fortlaufend über das Projekt informieren.

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Bezirksamt Hamburg-Nord

Im Rahmen eines zweijährigen Pilotprojektes, das von der Tierärztlichen Hochschule Hannover wissenschaftlich begleitet wird, will das Bezirksamt Hamburg-Nord dort einen Großteil der Stadttauben aus dem unmittelbaren Umfeld des Barmbeker Bahnhofes ansiedeln, den Tieren Gelegenheit zum Aufenthalt, zur Futteraufnahme und zum Nisten geben.

Ziele sind, die Anzahl der Tiere im öffentlichen Bereich spürbar zu reduzieren, deren Gesundheit zu fördern und über Vermeidung von Nachwuchs durch gezielte Eientnahme die ortsansässige Population nachhaltig und sanft zu regulieren – zum Wohl der Tiere und zur Zufriedenheit der anwohnenden Nachbarschaft.


Wie können Sie uns aktiv unterstützen?

  • Bitte nicht füttern!
  • Vertreiben Sie Tauben von Ihrem Balkon mit schonenden Maßnahmen. 
  • Verhindern Sie, dass Tauben auf Ihrem Balkon nisten und entfernen Sie Eier umgehend.


Kontakt aufnehmen

Für Fragen, Hinweise (auch z.B. zu Taubennestern auf Balkonen) und Anregungen erreichen Sie uns per E-Mail über taubenloft@hamburg-nord.hamburg.de.
 

Aktuelles

Neues aus dem Taubenloft und warum unkontrolliertes Füttern im Umfeld das Projekt gefährdet (03/2025)

Die Zeit vergeht wie im Flug… Schon ist einige Zeit ist vergangen seit der Eröffnung des Taubenschlages in Barmbek. Was hat sich getan? 

Ein großer Schwarm von circa 200 Tauben hat den Container entdeckt und bedient sich täglich am bereitgestellten Futter. Silvester haben die Tiere unbeschadet überstanden und ein behaarter Vierbeiner, der vorbeigeschaut hat, war bei seinem Ausflug offenkundig satt und hat keinen Schaden angerichtet. Wir haben alles dafür getan, dass er nicht wiederkommen kann.

Fest im Schlag wohnen momentan circa 16 Tauben. 20 weitere Tauben gehen tagsüber mal ins Innere und einige übernachten schon im neuen Zuhause. Auch haben wir einige Pärchen beim Nestbau beobachtet. Stadttauben sind – wie wir Menschen auch – Gewohnheitstiere und ändern nicht von heute auf morgen ihre Gewohnheiten. Wir müssen uns dementsprechend gedulden und dem Projekt Zeit lassen.

Stadttauben haben ihren festen Tagesrhythmus. Viele Tauben sitzen nach wie vor stundenlang an den Stellen, wo seit Jahren illegal gefüttert wurde und wird. Bei unseren Kontrollgängen sehen wir leider nach wie vor an diesen Stellen ausgelegtes Futter. Diese sind u.a.: unter der Bahnhofsbrücke Fuhlsbüttler Str./Wiesendamm, rund um den Museumsturm, sowie an der Brücke Fuhlsbüttler Straße neben Esso, am Kanal Osterbekweg sowie weiterhin auch auf den Bahnsteigen im Barmbeker Bahnhof.

 Neben begleitenden Maßnahmen wie der Vergrämung von wilden Brutplätzen ist es auch wichtig, kein Futter im Umkreis von 700 m um den Schlag auszulegen. 

Satte Tauben haben keinen Grund, den Schlag aufzusuchen und somit sehen sie gar nicht erst, wie schön es sich hier wohnen lässt. Das Pilotprojekt ist gefährdet, wenn die Tauben den Schlag nicht annehmen. Die Tauben bekommen am Container genug Futter. Es besteht kein Grund zur Sorge um die Tauben. Unsere Tierärztin, die das Projekt wissenschaftlich begleitet, geht mehrmals die Woche durch Barmbek und behält im Blick, wie es den Tauben geht. Solltet ihr sie beim Kontrollieren der Tauben sehen, sprecht sie gerne an.

Wir appellieren an alle Fütterer: Hört auf zu füttern im Umfeld des Schlages und legt kein Futter aus an Stellen, die auch Aufsitz- und Nistgelegenheiten bieten! Es besteht die große Gefahr, dass sich dort weitere Hotspots bilden und durch gut gemeinte Futtergaben letztendlich tierschutzrelevante Zustände entstehen. Der Platz und das natürliche Futterangebot sind im urbanen Raum begrenzt. Es ist alles zu vermeiden, was eine Zunahme der Population zur Folge hat!

Wenn ihr Menschen seht, die füttern, sprecht sie an und erzählt von dem Projekt.


Eröffnung des Taubenschlags (11/2024)

Während der vergangenen Monate wurden bereits gut drei Dutzend Tauben aus dem Tierschutz im Taubenloft einquartiert, um sich an den Container als sicheres Domizil zu gewöhnen und die ortsansässigen Tauben aus dem Bahnhofsumfeld später dorthin zu locken. Nach der Eingewöhnungszeit wurde die Luke des Containers Ende Oktober erstmals geöffnet und erste angesiedelte Tiere zeigten bereits Interesse, ihr sicheres Domizil zu verlassen. Wir sind zuversichtlich, dass die Tiere recht bald mutiger werden und dass sich die Nachricht, im Loft einen sicheren Rückzugs- und Aufenthaltsort sowie gutes Futter zu finden, auch bei den ortsständigen Tieren rasch herumspricht.  

Die offizielle Eröffnung des Taubenschlags fand am Donnerstag, den 14.11.2024 ab 12 Uhr am Barmbeker Bahnhof auf der Fläche Hufnerstr./Rübenkamp statt. Zahlreiche Interessierte und Nachbar:innen haben die Gelegenheit wahrgenommen, um sich den Schlag persönlich anzuschauen und sich zum Pilotprojekt und der wissenschaftlichen Begleitung zu informieren.

Ein Teil der Tiere, die sich in den vergangenen Jahren im Umfeld zunehmend angesiedelt haben, wurde bereits erfolgreich in Richtung des Schlages umgelenkt. Wir haben uns dafür einer Pfeife und Handfutter bedient, um die Tiere entsprechend zu konditionieren. Hierfür haben wir tatkräftige Unterstützung vor Ort, mit der diese Vorgehensweise genau abgesprochen wurde. Diese Maßnahme ist lediglich vorübergehend und wird umgehend eingestellt, sobald das Taubenloft auch von Tieren aus der Umgebung angenommen wird. Leider sind die ortsständigen Tiere an bereits angestammte Futterplätze in der Umgebung gewöhnt. Diese Futterplätze haben in den vergangenen Monaten unseren Beobachtungen nach leider sogar zugenommen. Das erschwert unsere Arbeit sehr und kann dazu beitragen, den Erfolg des Projektes zu gefährden.

Um das zu verhindern und um den Schwarm vom Turm am Barmbeker Bahnhof allmählich umzuleiten, ist es wichtig und unumgänglich, dass rund um Bahnhof in einem Radius von mind. 1 Kilometer kein Futter mehr ausgelegt wird. Es sollen keine Tauben hungern, aber sie müssen nun lernen, zum Schlag zu kommen.

Nur wenn es uns gelingt, einen Großteil der Population rund um den Bahnhof Barmbek an den Schlag zu binden, wird es uns auch gelingen, die Anzahl der Stadttauben vor Ort durch die Minimierung der Nachkommen langfristig zu senken.

Da ein Standortwechsel notwendig war und das neue Gelände für die Aufstellung des Schlages zunächst erschlossen werden musste, hat sich die Öffnung leider länger hingezogen als von uns gewünscht und geplant war.

Wir freuen uns sehr, dass das Pilotprojekt nun endlich – sowohl für die Tauben der Bahnhofsumgebung als auch die Menschen sichtbar – starten kann.

Download

Infoflyer – Pilotprojekt Taubenschlag und Wissenswertes über Stadttauben

PDF herunterladen [PDF, 1,4 MB]

Weitere Informationen

Taube sitzt auf einem Dach
Colourbox.de
Tiergerechtes Hamburg

Leben mit Stadttauben

Tauben gehören zum Bild einer Großstadt dazu. Die Populationen sind in der Vergangenheit stark gestiegen, weil es weniger natürliche Feinde und ein größeres Nahrungsangebot gibt. Die Freie und Hansestadt Hamburg setzt sich dafür ein, dass Konflikte zwischen Mensch und Stadttaube verringert werden.