Perspektive für Harburgs räumliche Zukunft im Klimawandel

Klimaanpassungskonzept Harburg

Mit dem Klimaanpassungskonzept bereitet sich der Bezirk Harburg auf die negativen Folgen des Klimawandels vor und stellt sich den aktuellen Herausforderungen und Belastungen für die Bevölkerung und die Stadtstrukturen, die sich aufgrund vermehrt auftretender Extremwetterereignisse ergeben.

Über Marktständen sind Segel gespannt, um Schutz vor der Sonne zu bieten.
BA Harburg / Foto: Arno Walz, bgmr

Klimaanpassungskonzept Harburg

Für die Aufstellung des bezirklichen Klimaanpassungskonzepts (KLAK) erhält der Bezirk Harburg eine Bundesförderung durch das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) im Rahmen der Förderrichtlinie „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ (DAS). Mit der Förderung sollen Kommunen und kommunale Einrichtungen darin unterstützt werden, die notwendigen Anpassungsprozesse möglichst frühzeitig, systematisch und integriert in Übereinstimmung mit den Zielen für die nachhaltige Entwicklung in Deutschland anzugehen.

Das KLAK untersucht, was aktuelle und zukünftige Klimaveränderungen mit zunehmenden Extremwetterereignissen im Zusammenspiel mit der immer stärker versiegelten Stadt und dem demografischen Wandel für die bezirkliche Entwicklung bedeuten können und welche Maßnahmen sich eignen, um die Stadtstrukturen und Angebote widerstandsfähiger zu gestalten. Maßnahmen können z. B. Begrünung und Entsiegelung umfassen aber auch die Nutzung von Regenwasser und Schaffung von kühlen Aufenthaltsorten. Dabei wird besonders auf naturbasierte Lösungen geschaut, die zugleich für mehr und vitaleres Grün in der Stadt sorgen sollen und sich so positiv auch für das Ortsbild, das Naturerlebnis, die Erholung und mehr Biodiversität auswirken. 

Was ist das Klimaanpassungskonzept?

Der Bezirk Harburg stellt das Konzept zur nachhaltigen Klimaanpassung und für Natürlichen Klimaschutz für das gesamte Bezirksgebiet auf. Es soll als strategischer Leitfaden, Entscheidungs- und Begründungsgrundlage und als Planungshilfe für die bezirklichen Klimaanpassungsaktivitäten dienen. Darüber hinaus soll die Klimaanpassung nachhaltig im bezirklichen Handeln verankert werden. Das Konzept soll konkrete Maßnahmen zur Umsetzung von Klimaanpassung sowohl auf räumlicher als auch auf strategischer Ebene beinhalten.

Was untersucht das Klimaanpassungskonzept?

Das KLAK umfasst eine Bestandsaufnahme zur klimatischen und räumlich-funktionellen Ausgangssituation, eine Betroffenheitsanalyse, die Identifizierung prioritärer Handlungsräume und -themen sowohl bezüglich der Klimarisiken als auch im Hinblick auf die Aktivierung der Potenziale zur Klimaresilienz.

Die klimatische Ausgangssituation betrachtet u.a. die Temperaturentwicklung und Hitzebelastung, Niederschlagsveränderungen, Starkregenrisiken sowie Trockenperioden und Dürregefahr.

Die räumlich-funktionelle Analyse bezieht sich auf die Siedlungsstruktur, Versiegelung, Grün- und Freiflächenverteilung, Gewässernetz und Retentionsräume, die Lage und Funktion kritischer Infrastrukturen sowie Aufenthaltsorte vulnerabler, d.h. besonders verletzlicher Gruppen.

Die Betroffenheitsanalyse untersucht systematisch und integriert, wie sich die Auswirkungen des Klimawandels auf die verschiedenen Handlungsfelder im Bezirk Harburg auswirken. Als Grundlage für die Maßnahmenentwicklung werden Risiken, Verwundbarkeiten und Anpassungskapazitäten analysiert, um prioritäre Handlungsräume und -themen zu identifizieren.

Eine Besonderheit des KLAK ist die räumliche Hotspotanalyse. Anhand der raumkonkreten Analyse von Bestand und Betroffenheit ist eine räumliche Priorisierung von Handlungsbedarfen vorgesehen. Durch die Identifizierung besonders betroffener Räume, Infrastrukturen und der Aufenthaltsorte vulnerabler Bevölkerungsgruppen im Bezirk Harburg können gezielt verortete Maßnahmen und Prioritäten des Handelns abgeleitet werden.

Wie ist der Prozess vorgesehen?

Das Bezirksamt Harburg hat die Erarbeitung des Konzeptes im August 2025 beauftragt und bereits gemeinsam mit den Planenden wichtige Daten und Fakten zur aktuellen Situation im Bezirk erhoben. Im November 2025 fand der erste Workshop begleitet von dem Gutachterteam und fachkundigen aus der Verwaltung statt, um die Ergebnisse der Analyse gemeinsam auszuwerten und einzuordnen. 

Dann waren Sie als die Experten und Expertinnen für Ihr Umfeld gefragt! Um möglichst viele Ihrer Perspektiven in die Konzepterstellung einbinden zu können, gab es einen mehrstufigen Beteiligungsprozess, der eine öffentliche Abendveranstaltung und eine Onlinebeteiligung umfasste. Zum Abschluss des Konzeptes wird es eine öffentliche Vorstellung der Ergebnisse geben sowie hier auf der Website das Ergebnis veröffentlicht. 

Beteiligung am Grüner. Blauer. Kühler. Klimaanpassung für Harburg

Am 19. Februar 2026 folgten rund 50 Menschen dem Aufruf des Bezirks an der ersten öffentlichen Veranstaltung zur Beteiligung am Klimaanpassungskonzept im Rathaussaal mitzuwirken. Das Bezirksamt hatte zu der zweistündigen Veranstaltung alle Harburger Bürgerinnen und Bürgern sowie auch Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen eingeladen.

Der erste öffentliche Austausch vor Ort wurde rege dazu genutzt, mit Planenden und anderen Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Eingangs informierten das Bezirksamt und die beauftragten Planerinnen und Planer über das Projekt und die ersten Analyseergebnisse. Anschließend nutzten die Bürgerinnen und Bürger sehr aktiv die Gelegenheit, an fünf Stationen ihre Hinweise und Ideen einzubringen und vertiefend in den Dialog mit den Planenden zu kommen. 

Ein besonderer Hingucker im großen Saal war die Doppel-Station mit einer großformatigen Luftbildplane am Boden. Auf der begehbaren Stadtkarte von Harburg wurden Lieblingsorte mit „Herzchen-Sticker“ platziert und beschriftet und Orte mit Handlungsbedarfen mit „Ausrufezeichen-Sticker“ markiert. 

Im Nebenraum des großen Saals luden drei Stationen zum Mitmachen ein: An der Station „Kühle Orte“ wurde nach Orten gefragt, an denen sich Harburger Bürgerinnen und Bürger an heißen Tagen gerne aufhalten, um sich abzukühlen. Die Stelltafel „Heiße Orte“ bot Gelegenheit, die besonders heißen und unangenehmen Orte zu benennen, für die es mehr Schatten oder kühlere Aufenthaltsmöglichkeiten geben sollte. An der Station „Nasse Orte“ wurde sich dazu ausgetauscht, wo es in der Vergangenheit bereits zu größeren Wasseransammlungen nach Starkregen und dadurch zu Gefahrensituationen, Beeinträchtigungen oder Schäden gekommen ist. Neben den vielen konkreten Hinweisen, die an den fünf Themenbereichen gesammelt werden konnten, dienten die Stände auch der Beantwortung zahlreicher Fragen zum Klimaanpassungskonzept. Hierfür standen je Station zwei Personen aus dem Bezirksamt und von dem beauftragten Planungsteam bgmr Landschaftsarchitekten und Buro Happold bereit.

Wie geht der Prozess weiter? 

Die Ergebnisse der Online-Beteiligung und des Zukunftsforums fließen in die weitere Bearbeitung des Handlungs- und Maßnahmenkonzepts für den Entwurf des Klimaanpassungskonzepts ein. 

Das endgültige Konzept wird beraten und beschlossen. Im Anschluss wird das Konzept öffentlich vorgestellt und online im Geoportal integriert.

Kontakt

Bei Rückfragen zum Klimaanpassungskonzept können Sie sich an folgendes Postfach wenden: klimaanpassung@harburg.hamburg.de   

Projektinformationen:

Titel: ANK-DAS-A.1: Erstellung eines Konzepts zur nachhaltigen Klimaanpassung und für natürliche Klimaschutz für den Bezirk Harburg der Freien und Hansestadt Hamburg 

Laufzeit: 01.10.2024 – 31.10.2026

Beteiligte Partner: Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH und Bezirksamt Harburg 

Förderkennzeichen: 67DAAN0051

Förderrichtlinie: Förderrichtlinie Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels (DAS) zu Maßnahmen des Natürlichen Klimaschutzes und naturbasierten Lösungen im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK)

Förderschwerpunkt: Erstellung eines Klimaanpassungskonzepts für den Bezirk Harburg

Ziel: Das Vorhaben dient der Erarbeitung eines Konzepts mit den in der Vorhabenbeschreibung beschriebenen Bestandteilen zur nachhaltigen Klimaanpassung und für Natürlichen Klimaschutz sowie der Stärkung der Biodiversität im Rahmen eines nachhaltigen Anpassungsmanagements für den Bezirk Hamburg-Harburg. Zur Erarbeitung des Konzepts wird die Beschäftigung eines/einer Klimaanpassungsmanager*in - Für mehr Nachhaltigkeit und Natürlichen Klimaschutz für die Dauer von zwei Jahren gefördert.

Das Konzept dient als strategischer Leitfaden, Entscheidungs- und Begründungsgrundlage und als Planungshilfe für die bezirklichen Klimaanpassungsaktivitäten. Darüber hinaus soll die Klimaanpassung nachhaltig im bezirklichen Handeln verankert werden. Das Konzept soll ganz konkrete Maßnahmen für das bezirkliche Handeln beinhalten/ableiten.

Inhalt des Vorhabens: Bestandsaufnahme, Betroffenheitsanalyse, Aufnahme von Hotspots, Gesamtstrategie, Akteursbeteiligung, Maßnahmenkatalog, Verstetigungsstrategie, Controlling-Konzept und Kommunikationsstrategie

Logo des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) / Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK)
Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) / Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK)