Im Fokus standen drei Immobilien: Reeperbahn 66 und 68 sowie Hamburger Berg 31. Dem Jobcenter lagen Daten vor, die insgesamt 23 Bedarfsgemeinschaften mit 37 Personen in den Objekten vermuten ließen, darunter 13 Kinder. Überprüft wurden insbesondere, ob eine Überbelegung der Räume vorliegt, ob die gemeldeten Personen tatsächlich dort wohnen und ob sich weitere, nicht gemeldete Personen in den Objekten aufhalten. Das Jobcenter wird festgestellten Unregelmäßigkeiten konsequent nachgehen. Zudem wurde der bauliche Zustand der Gebäude überprüft.
In den Objekten Reeperbahn 66 und 68, die zur Unterbringung von Wohnungsnotfällen und Leistungsbeziehern an der Reeperbahn genutzt werden, stellten die Behörden erhebliche Bau- und Brandschutzmängel fest, darunter fehlende Rauchmelder, sowie unzureichende und nicht vorhandene Fluchtwege. Nutzungserlaubnisse für die Betriebe lagen ebenfalls nicht vor. Das Bezirksamt Hamburg-Mitte hat daraufhin eine vorläufige Nutzungsuntersagung der insgesamt 23 Zimmer ausgesprochen. Dem Betreiber wurde gestattet, die Unterbringung der betroffenen Personen bis 17 Uhr desselben Tages anderweitig zu organisieren, was durch ihn zugesichert wurde. Im Anschluss wurden die Objekte versiegelt.
Im Mehrfamilienwohnhaus am Hamburger Berg 31 konnten teils deutliche Überbelegungen der Zimmer festgestellt werden, die beteiligten Fachdienststellen gehen dem nun weiter nach. Da auch Kinder in den Räumlichkeiten untergebracht waren, wurde zusätzlich das Jugendamt einbezogen. Darüber hinaus besteht der Verdacht einer unzulässigen Nutzung zu Beherbergungszwecken; entsprechende Genehmigungen sowie eine Gewerbeanmeldung konnten nicht vorgelegt werden.
Falk Schnabel, Polizeipräsident: „Im Rahmen unserer guten und bewährten Zusammenarbeit haben wir das Bezirksamt und weitere Stellen gezielt mit Kräften unterstützt. Der Verbundeinsatz hat erneut gezeigt, dass wir in Hamburg erfolgreich an einem Strang ziehen. Gemeinsam haben wir heute eklatante Missstände aufgedeckt und wirksame Maßnahmen zum Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner ergriffen. Für dieses engagierte Miteinander spreche ich allen Beteiligten meinen ausdrücklichen Dank aus.“
Ralf Neubauer, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte: „Der Missbrauch von Sozialleistungen schadet uns allen, vor allem auch denen, die auf einen leistungsfähigen Sozialstaat angewiesen sind. Darauf ist das koordinierte und konsequente Vorgehen der verschiedenen Behörden die richtige Antwort.“
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