Ralf Neubauer, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte: „Corny Littmann ist Theatergründer und Theatermacher, Unternehmer, Kiez-Legende und politischer Mensch zugleich. Er zeigt, dass Kultur Verantwortung trägt und dass Haltung und Unterhaltung sich nicht ausschließen. Mit dem Stern auf der Reeperbahn ehren wir Corny Littmann an dem Ort, den er in den letzten Jahrzehnten wie kaum ein anderer mitgeprägt hat.“
Axel Strehlitz, Vorstand der Corny Littmann-Stiftung für Kunst und Kultur: „Uns als Stiftung ist es ein zentrales Anliegen, das Wirken von Corny Littmann genau dort zu verewigen, wo sein unermüdlicher Kampf für Freiheit seinen Anfang nahm – und wo bis heute sein Herz schlägt: auf dem Asphalt von St. Pauli. Corny ist nicht nur ein Theatermacher, sondern seit Jahrzehnten ein leuchtender Stern für Toleranz und Vielfalt. Er hat die Kultur dieses Viertels geprägt und wieder zum Strahlen gebracht. Dass das Bezirksamt Hamburg-Mitte unserem Vorstoß gefolgt ist, stellt eine wunderbare Würdigung eines Mannes dar, der immer den Mut hatte, Haltung auf die Straße und auf die Bühne zu bringen.“
Arne Platzbecker, Vorsitzender des Kulturausschusses der Hamburgischen Bürgerschaft: „Corny kenne ich seit vielen Jahren – und er ist heute genauso neugierig, lebenslustig und voller Energie wie damals. Was ihn besonders macht: Er hat nie zwischen Bühne und Kiez, zwischen Kultur und Haltung getrennt. Mit seinen Theatern hat er St. Pauli kulturell geprägt – und als offen schwuler Präsident eines Profifußballvereins Sichtbarkeit gelebt, als das noch Mut brauchte. Corny war dabei immer auch eine streitbare Persönlichkeit – jemand, der Debatten nicht gescheut, sondern bewusst gesucht hat und gerade deshalb so viel bewegt hat. Dieser Stern würdigt einen Menschen, der immer er selbst geblieben ist – und damit vielen anderen Mut gemacht hat, weit über St. Pauli hinaus.“
Als Gründer und Mitinhaber der Schmidts Tivoli GmbH verantwortet Littmann bis heute gleich drei feste Größen der Hamburger Theaterlandschaft auf der Reeperbahn: das Schmidt Theater, Schmidts Tivoli und das Schmidtchen. Unter seiner Intendanz wurden diese Häuser zu Orten populärer, zugleich oft gesellschaftlich relevanter Unterhaltung. Auch als Darsteller ist Littmann regelmäßig präsent, unter anderem in Produktionen wie „Ein Sommernachtstraum“, „Pension Schmidt“ oder aktuell als Käp’n in „Die Königs vom Kiez“. Seit 1993 arbeitet er zudem als Regisseur und realisiert immer wieder Uraufführungen und künstlerisch ambitionierte Projekte, darunter Georg Kreislers Oper „Das Aquarium“. Über das Theater hinaus engagiert sich Corny Littmann seit Jahrzehnten für die Rechte und Sichtbarkeit homosexueller Menschen. Von 2003 bis 2010 war er Präsident des FC St. Pauli und trug maßgeblich dazu bei, den Verein in einer wirtschaftlich schwierigen Phase zu stabilisieren. Mit seiner Stiftung initiiert er zudem regelmäßig kulturelle Projekte im Stadtteil, darunter ein jährlich stattfindendes Kleinkunstfestival auf dem Spielbudenplatz.
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