Neben der planungsrechtlichen Sicherung der zukünftig durchgängigen öffentlichen Wegebeziehung entlang des Hochwasserbassins zählen die Sicherung und Erweiterung der Sportinfrastruktur, die Entwicklung des Zentrums für Kunst und Kreativkultur sowie die denkmalgerechte Sanierung, der denkmalgerechte Teilumbau und die Nachnutzung des denkmalgeschützten Ensembles Kraftwerk Bille zu den zentralen Zielen des Bebauungsplan-Entwurfs. Das Plangebiet selbst nimmt dabei eine strategische Bedeutung in der Komplettierung des Alster-Bille-Elbe-Grünzugs ein, dessen Entwicklung seinerzeit im Zukunftsbild „Stromaufwärts an Elbe und Bille – Wohnen und urbane Produktion in HamburgOst“ des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg beschlossen wurde (Drucksache 20/14117).
Plangebiet
Das rd. 21 ha große Plangebiet erstreckt sich von der nördlichen bis zur südlichen Grenze des Stadtteils Hammerbrook (Ortsteile 117 und 118). Im Westen wird das Plangebiet durch das Hochwasserbassin bzw. den Heidenkampsweg und im Norden durch den Anckelmannsplatz begrenzt. Im Osten begrenzen die Trasse der Deutschen Bahn (DB), der Anton-Rée-Weg, die Straße Bullerdeich und der Michelsenweg das Plangebiet und im Süden die Bille. Das Plangebiet liegt damit zwischen dem westlich gelegenen und inzwischen mischgenutzten Quartier aus neuem Wohnen und Hotels sowie Büros und dem östlichen überwiegend gewerblich-industriell geprägten Teilbereich Hammerbrooks.
Bestandssituation
Das Plangebiet umfasst im Bestand heute eine heterogene Nutzungslandschaft. Den nördlichen Abschluss des Plangebiets bildet in städtebaulich prominenter Lage das Bürogebäude Berliner Bogen am Anckelmannsplatz. Der südlich angrenzende Teil bis zur Süderstraße ist geprägt von mehreren bezirklichen Sportanlagen. Am nordöstlichen Rand sitzt die Hamburger Wassersport Gemeinschaft (HWSG), die auch einen nicht öffentlich zugänglichen Bootssteg mit 25 Motorbootliegeplätzen entlang des Ufers des Hochwasserbassins betreibt. Weiterhin befindet sich in dem Bereich auch die Kinderspielfläche einer in der Nähe des Plangebietes ansässigen Kita. Südlich angrenzend liegt die jüngst umfassend sanierte Oskar-Keßlau-Sportanlage einschließlich Nebengebäuden. Südwestlich des Sportplatzes befindet sich eine provisorische Kanueinlassstelle mit Steg. In der Nähe gibt es auch einen Verleih von Stand-up-Paddle-Boards. Ein wesentlicher Baustein im Plangebiet ist das Sportzentrum des Betriebssportverbands (BSV) an der Wendenstraße mit drei Tennisplätzen in einer Indoor-Halle sowie derzeit 18 Outdoor-Plätzen, die sich nördlich und südlich der Wendenstraße erstrecken. Der BSV hat hier auch sein Vereinshaus mit Gaststätte sowie eine eigene Stellplatzanlage. Den südlichen Abschluss der Sportanlagen bildet ein relativ neu angelegter Sportplatz, welcher von der Phormsschule genutzt wird.
Entlang des Victoriakai-Ufers liegen 14 Hausboote mit Wohn- und/oder Büronutzung.
Das Gebäudeensemble an der Süderstraße 112-114, bestehend aus drei separaten Gebäuden mit Innenhof, wurde von der Stadt Hamburg saniert und beherbergt den Kreativ- und Kunst-Campus.
Der Bereich zwischen Süderstraße und Bullerdeich beziehungsweise dem Atelierhaus am Bullerdeich wurde 2014 als öffentliche Grün- und Erholungsanlage hergestellt. Die westliche Begrenzung der Fläche bildet ein geschütztes Linienbiotop im Uferbereich.
Den südlichen Abschluss des Plangebietes zwischen Bullerdeich und Bille bildet die Fläche des ehem. Recyclinghofs der Stadtreinigung Hamburg. Dieser war der Standort von Hamburgs erster Müllverbrennungsanlage (1914 bis 1924) und ist bis heute schadstoffbelastet. Auf der Fläche findet seit 2021 als Zwischennutzung das PARKS-Projekt unter Leitung des HALLO: e.V. statt. Dort finden heute unterschiedliche kulturelle und kreative Nutzungen statt. Neben dem Gemeinschaftsgarten und einem Pionierfeld steht auf der Fläche noch eine öffentliche, multifunktional nutzbare Industriehalle. Das ehemalige Betriebsleitergebäude am Bullerdeich 6 dient dem HALLO: e.V. als Büro für die Nutzungskoordination. Das Gebäude am Bullerdeich 8 steht aktuell leer und soll abgebrochen werden.
Im Zuge der geplanten denkmalgerechten Sanierung des Kraftwerks Bille (Flurstück 1178 der Gemarkung Borgfelde), das sich östlich des ehem. Recyclinghofes befindet, wurde diese Fläche in 2014 ebenfalls in den räumlichen Geltungsbereich des Bebauungsplan-Entwurfs Hammerbrook 9 aufgenommen.
Die vorhandene Grünverbindung in der bestehenden Parkanlage weist in ihrem jetzigen Zustand deutliche Qualitätsmängel auf. Die fußläufige Wegeverbindung durch das Plangebiet ist heute teils nicht als solche wahrnehmbar und funktional durch Tor- und Zaunanlagen, Gebäude und quer verlaufende viel befahrene Straßen gestört.
Planungsziel
Die Freiflächen des ‚Parks am Hochwasserbassin‘ sind Teil der gesamtstädtisch bedeutsamen Grünverbindung „Alster-Bille-Elbe Grünzug“ (mit der Senatsdrucksache 21/20049 wurde die Fortsetzung der Planung des Alster-Bille-Elbe-Grünzuges beschlossen), welche sich im Grünen Netz der Stadt Hamburg über eine Länge von 4 km von der Alster über die Bille bis zur Elbe zieht und vier Landschaftsachsen kreuzt und verbindet.
Mit dem Bebauungsplan Hammerbrook 9 wird nun der in diesem Bereich verlaufende Abschnitt des Alster-Elbe-Grünzugs langfristig mit bestehenden und neu geplanten Nutzungen planungsrechtlich abgesichert.
Teile der derzeit für sportliche Zwecke genutzten Flächen, die über einen Sportrahmenvertrag an den BSV vergeben sind, sollen für die Umgestaltung und Nutzung als öffentliche Parkflächen freigegeben werden. Damit kann der Alster-Bille-Elbe-Grünzug im Abschnitt des Hochwasserbassins stellenweise verbreitert und aufgewertet werden.
Mit Aufnahme des im Südosten des Plangebiets gelegenen ehem. Kraftwerks Bille in den räumlichen Geltungsbereich des Bebauungsplan-Entwurfs wird die vorgesehene denkmalgerechte Sanierung unterstützt und die entsprechenden neuen Nutzungen bzw. baulichen Erweiterungen planungsrechtlich gesichert.
Mit der Drucksache 22-0123 der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte wurde in 2019 beschlossen, den Kreativ- und Kunst-Campus am Hochwasserbassin (Süderstraße 112-114) planungsrechtlich in Bestand und Nutzungsart „Kreativ, Kunst und Kultur mit Versammlungsstätte“ dauerhaft zu sichern. Darüber hinaus sollen die an die Gebäude angrenzenden Grünflächen „im angemessenen Umfang für eine Sondernutzung zu künstlerischen oder kreativen Zwecken ausgewiesen werden“.
Im April 2021 wurde der Park am Hochwasserbassin zudem als Nachrückerprojekt in das Modellvorhaben „Mitte Machen“ aufgenommen (Drs. 22-1813). Im Rahmen des Modellvorhabens wurde 2022 ein freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb mit freiraumplanerisch-städtebaulichem Ideenteil durch das Bezirksamt Hamburg-Mitte / Fachamt Management des öffentlichen Raums (MR) und Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung und der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) ausgelobt.
In der Jurysitzung am 12.01.2023 wurde der Entwurf der Arbeitsgemeinschaft aus dem Berliner Büro ‚atelier le balto Landschaftsarchitekten‘ sowie ‚C/O Zukunft - Stadtplanung und Stadtentwicklung‘ aus Hamburg mit dem 1. Platz prämiert. Mit dem Wettbewerbsergebnis wurden in der Folge wesentliche Entwicklungsziele für das Gebiet neu ausgearbeitet und anschließend für zentrale Teilbereiche im Rahmen der Erstellung des Funktionsplan-Entwurfs überarbeitet. Auf Grundlage des überarbeiteten Funktionsplan-Entwurfs hat das Fachamt Stadt- und Landschaftsplan einen neuen Bebauungsplan-Entwurf erarbeitet, der nun Gegenstand der Öffentlichen Plandiskussion am 25. Februar 2026 ist. (siehe unten und oben den Link zur öffentlichen Veranstaltung)
Wesentliche Inhalte des Bebauungsplan-Entwurfs
Der Großteil des Plangebietes wird als öffentliche Parkanlage (FHH) festgesetzt. Die Wegeverbindung soll im Norden mit einem öffentlichen Gehrecht auf einer privaten Fläche gesichert werden. Die Fläche des Bürogebäudes Berliner Bogen wird dem Bestand entsprechend als Kerngebiet (MK) festgesetzt. Einen weiteren Großteil der Flächen im Plangebiet nehmen die Sportanlagen ein, die als Flächen für Sport- und Spielanlagen festgesetzt werden. Entsprechend der Neuplanungen für ein Multifunktionsgebäude am Oskar-Keßlau-Sportplatz sowie eine kompakte Multifunktionshalle anstelle des bestehenden Betriebssportzentrums des BSV sind im Bebauungsplan-Entwurf jeweils Flächen für den besonderen Nutzungszweck mit Bauflächen vorgesehen. Der Kreativ- und Kunst-Campus wird als Sondergebiet (SO) mit der Zweckbestimmung „Zentrum für Kunst- und Kreativkultur mit Versammlungsstätte“ und über bestandsorientierte Baugrenzen gesichert.
Das geschützte Linienbiotop im Uferbereich zwischen der Süderstraße und dem Bullerdeich wird mit einer „Umgrenzung der Fläche zum Schutz, zur Pflege und zu Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft“ festgesetzt.
Im Bereich der Fläche des ehem. Recyclinghofes werden die Gebäude Bullerdeich 6 sowie die Mehrzweckhalle einschließlich ihres Kopfbaus durch Baugrenzen im Bestand gesichert.
Zur Sicherung und Steuerung der denkmalgerechten Sanierung des Kraftwerks Bille östlich des Bahndamms wird ein Gewerbegebiet (GE) mit baukörperbezogenen Baugrenzen festgesetzt.
Weitere Festsetzungen beziehungsweise nachrichtliche Übernahmen im Bebauungsplan betreffen Ver- und Entsorgungsflächen der Stadtentwässerung (HSE) sowie der Hamburger Energienetze GmbH, Verkehrs- und Wasserflächen, oberirdische Bahnanlagen sowie den Denkmalschutz (Einzelanlagen und Ensemble). Die aktuell projektierte Gleiserweiterung der DB und die Bille Brücke sind jeweils mit einer unverbindlichen Vormerkung gekennzeichnet.
Daten zum Planverfahren
Aufstellungsbeschluss: 31. Januar 2006
Zustimmung zur Durchführung der Öffentlichen Plandiskussion auf Basis der Drucksache (Drs.) des Fachamtes Stadt- und Landschaftsplanung durch den Stadtplanungsausschuss Nord der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte (Drs. 23-1119) 05. November 2025
Öffentliche Plandiskussion (§ 3 Absatz 1 BauGB): 25. Februar 2026
>>> Zugang zum Livestream - https://g24media.de/OePD-Hammerbrook-9/stream/ <<<
Feststellung: noch nicht erfolgt
Veröffentlichung im HmbGVBl: noch nicht erfolgt
Ansprechpartner im Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung:
Herr Torben Stahlschmidt | Telefon: 42854-3804
E-Mail: jantorben.stahlschmidt@hamburg-mitte.hamburg.de
Herr Saeidimadani | Telefon: 42854-3377
E-Mail: stadtplanung@hamburg-mitte.hamburg.de