Innovative Herrichtung von Bolzplätzen

Wichtiges auf einen Blick

  • Stadtteil / Sozialraum: stadtteil- und sozialraumübergreifend
  • Maßnahmen: Modernisierung und multifunktionale Umgestaltung von elf Bolzplätzen inklu-sive vorhandener Nebenanlagen
  • Realisierungsträger / Projektsteuerung: Fachamt Bezirklicher Sportstättenbau
  • Architekt / Planung: Naumann Landschaft
  • Kernnutzer: Anwohnerinnen und Anwohner
  • Vrstl. Baubeginn: September 2025
  • Vrstl. Fertigstellung: Ende 2026

Projektbeschreibung und -sachstand

Bereits früh in der Planung hat sich herausgestellt, dass Bolzplätze wichtige Treffunkte und niedrigschwellige Begegnungsorte im Quartier sind. Vor allem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, aber auch Seniorinnen und Senioren nutzen sie in der Freizeit für Sport und Bewegung. Bolzplätze können jederzeit und unabhängig von der Mitgliedschaft in einem Verein genutzt werden. Einige sind allerdings in einem schlechten Zustand. Elf Bolzplätze im Modellgebiet sollen daher im Rahmen des Modellvorhabens zeitgemäß modernisiert und wieder zu attraktiven Freizeitorten werden. Damit ist das Projekt (als einziges innerhalb des Modellvorhaben) stadtteil- und sozialraumübergreifend angelegt. Es stellt ein Maßnahmenbündel dar, mit dem einerseits der Zustand der Bolzplätze im Bezirk Mitte insgesamt aufgewertet wird, andererseits aber auch individuelle Lösungen für jeden Einzelstandort ermöglicht werden. Kriterien für die Auswahl waren „Zustand des Platzes“, „Nutzungsintensität“ und „Bedarf im Sozialraum“.

Die bauliche Umsetzung erfolgt abschnittsweise in drei Paketen: Paket 1 umfasst die Bolzplätze am Schöfferstieg, Schleemer Weg und Havighorster Redder. Im Paket 2 werden die Bolzplätze im Querkamp, Horner Moor, Spliedring und Schiffbeker Moor realisiert und das Paket 3 umfasst die Bolz-plätze Horner Park, Eitzensweg, Pröbenweg und Marckmannstraße. Um eine wirtschaftliche Umsetzung des Projekts zu gewährleisten, wurde das Projekt um einen Platz reduziert. Der ehemals dem zweiten Paket zugeordnete Bolzplatz in der Steinfeldstraße ist mit Beschluss der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte im April 2023 entfallen (siehe hier).

Die Bolzplätze werden sowohl innovativ als auch nachhaltig hergerichtet. Dabei kommen nachhaltige Baustoffe wie Kork zum Einsatz, ebenso wie innovative Bauweisen (z.B. neuartige Filtersysteme zur Vermeidung von Mikroplastik bei Kunstrasen). Besonderen Wert wird daraufgelegt, die Entwässerung nachhaltig zu gestalten und für den Wasserkreislauf verfügbar zu planen.

Darüber hinaus sollen die Plätze für mehr als nur eine Sportart ausgerichtet werden und multifunktional nutzbar sein. Dort, wo vorhanden, werden hierfür auch die Nebenflächen mitberücksichtigt, beispielsweise zum Aufstellen von Jugendbänken, Outdoor-Fitnessgeräten und Tischtennisplatten Die Plätze werden nacheinander hergerichtet. Zudem werden durch Multilinierung auch andere Ballsportarten wie z.B. Basketball ermöglicht, sodass das Bewegungsangebot insgesamt erweitert und die Attraktivität der Anlagen erhöht wird.

Bestehende Barrieren beim Zugang zu den Bolzplätzen sowie der Nutzung werden darüber hinaus so weit wie möglich abgebaut. Mit der barrierefreien bzw. -armen Gestaltung der Plätze wird sichergestellt, dass auch Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen die Flächen nutzen können.

Maßstäbe setzt das Vorhaben im Hinblick auf die Beteiligung des Sozialraums: Das Fachamt Sozialraummanagement hat an jedem der elf Standort je ein Beteiligungsverfahren und eine Ergebnisveranstaltung durchgeführt, um Anregungen und Wünsche der Nutzerinnen und Nutzer vor Ort einzuholen. Für die meisten Plätzen wurden Onlineumfragen durchgeführt, an einigen Standorten auch Beteiligungsveranstaltungen in Schulen organisiert.

Die Entwicklung des Beteiligungsprozesses war gekennzeichnet von Anpassungen an den Verlauf der Corona-Pandemie. Die Beteiligungs- und Ergebnisveranstaltungen für das erste Paket der Bolzplätze im Jahr 2021 mussten aufgrund der strikten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie allesamt digital durchgeführt werden. Mit Beginn der Öffentlichkeitsbeteiligung für das zweite Paket im Herbst 2022 wurden auch die Eindämmungsmaßnahmen weiter gelockert, sodass die digitalen Formate um Veranstaltungen vor Ort ergänzt werden konnten. Der hybride Ansatz wurde bei der Beteiligung für das dritte Paket der Bolzplätze, die im Herbst 2023 startete, fortgeführt und um Schulbesuche in den Unterrichtszeiten ergänzt.

Die Ergebnisse der Beteiligungsverfahren flossen anschließend direkt in die Planung ein. So wurde beispielsweise auf Wunsch der Teilnehmenden ein zusätzlicher Bolzplatz (Spliedtring) in das Projekt aufgenommen und ein anderer Standort (Havighorster Redder statt Kollwitzring) ausgetauscht.

Mit der Planung der Bolzplätze wurde im Juni 2023 Naumann Landschaftsarchitekten beauftragt. Im August 2025 wurde mit dem Spatenstich am Havighorster Redder (siehe hier) die bauliche Umsetzung des ersten Pakets eingeleitet. Das zweite Paket der Bolzplätze befindet sich in der Ausführungsplanung und das dritte Paket in der Phase der Entwurfsplanung. Ziel ist es, alle 11 Bolzplätze bis zum Ende des Jahres 2026 fertigzustellen.

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