Plangebiet
Der Standort wurde lange geprägt durch die hier befindlichen sogenannten "Esso-Häuser" sowie die namensgebende Tankstelle. Nachdem der Erhalt und die Sanierung des 1961 errichteten Gebäudekomplexes durch mehrere Gutachten ausgeschlossen werden mussten, erfolgte 2014 dessen Abriss. Derzeit liegt die Fläche brach.
Das Plangebiet liegt im Stadtteil St. Pauli, südlich des Spielbudenplatzes, zwischen Taubenstraße, Kastanienallee und Operettenhaus. Es umfasst die Flurstücke 1545, 1546, 1547, 1548 und 1549 sowie Teile der angrenzenden Straßenräume Spielbudenplatz, Taubenstraße und Kastanienallee in der Gemarkung St. Pauli Süd.
Planungsziel
Zur Qualifizierung der geplanten Bebauung und aufgrund des sehr großen öffentlichen Interesses an der Entwicklung dieses für den Stadtteil zentralen und prägenden Standorts haben das Bezirksamt Hamburg-Mitte und die Eigentümerin im Einvernehmen mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und unter Einbindung der vom Bezirksamt beauftragten Planungsinitiative PlanBude ein mehrstufiges Wettbewerbsverfahren unter enger Einbeziehung und Beteiligung der Bürger durchgeführt. In einem zweistufigen Wettbewerbsverfahren unter Teilnahme von 9 Architektur- und Planungsbüros ist 2015 das städtebauliche Grundkonzept, der sogenannte "Masterplan", entwickelt worden. Auf dessen Grundlage ist dann 2016 ein weiteres hochbauliches Workshopverfahren durchgeführt worden, in dem die Nutzungen und Fassaden der einzelnen Gebäudekubaturen weiter qualifiziert wurden. Das aus diesem Verfahren hervorgegangene, differenziert auf die Bedarfe im Stadtteil eingehende Nutzungs- und Bebauungskonzept bildet die Grundlage für den Funktionsplan im Bebauungsplanverfahren.
Mit dem Bebauungsplanverfahren St. Pauli 45 wird das Ziel verfolgt, in zentraler Lage des vielschichtigen Stadtteils St. Pauli für die unterschiedlichen Bedarfe der Anwohner und Bürger, aber auch der Besucher des Stadtteils ein gemischt genutztes Quartier zu entwickeln. Die Differenzierung der Gebäudenutzungen wie auch die Bespielung der unterschiedlichen entstehenden Freiräume sollen dabei zukünftig Potenziale bieten, den spezifischen Charakter des Stadtteils aufzunehmen und zu stärken.
Die differenzierte Verteilung der gewerblichen und der Wohnnutzungen im Plangebiet - nicht nur differenziert nach Baufeldern in der Horizontalen, sondern auch nach Geschossebenen in der Vertikalen – stellt damit eine wesentliche Qualität des Nutzungskonzeptes dar. Zum Spielbudenplatz sind u.a. mit zwei Hotels und den Eingängen zu Clubs gewerbliche Nutzungen geplant. Nach Süden, zur Kastanienallee, ist ein hoher Wohnanteil (etwa 200 Wohneinheiten) mit wohnverträglichen gewerblichen Nutzungen in den Sockelgeschossen vorgesehen. Bezogen auf die Wohnnutzungen sollen 60 % öffentlich geförderte Mietwohnungen entstehen. Sowohl vormals bestehenden gewerblichen Nutzern (unter ihnen vor Ort bekannte und profilierte Clubs) als auch den ursprünglichen Bewohnern wurde ein Rückkehrrecht vertraglich zugesichert. Das gesamte Plangebiet ist durch zwei Untergeschosse unterbaut, die neben der Tiefgarage auch Lagerflächen für die gewerblichen Nutzungen beinhalten. Ein wesentlicher Entwurfsgedanke des städtebaulichen Grundkonzepts ist die neue "Quartiersachse", die eine zusätzliche, öffentlich zugängliche Wegebeziehung von der Kastanienallee zum Spielbudenplatz schafft. Darüber hinaus soll sie als attraktiver Außenraum für die hier angrenzenden gewerblichen Nutzungen gestaltet werden. Aufgrund der relativ hohen Bebauungsdichte kommt der Nutzung und hochwertigen Gestaltung der Dachflächen eine besondere Bedeutung zu. Abhängig von Lage und Umfeld sind für die Dachflächen am Spielbudenplatz Veranstaltungsflächen, Sporteinrichtungen und Außengastronomie, zur Kastanienallee dann (Kinder-)Spielflächen, Hausgärten und extensive Dachbegrünung vorgesehen.
Neben der Eigentümerin als derzeit alleiniger Vorhabenträgerin sollen für einzelne Baufelder, etwa die Baugemeinschaft im Südosten des Plangebietes sowie den öffentlich geförderten Mietwohnungsbau, perspektivisch weitere Vorhabenträger in das Gesamtvorhaben einbezogen werden. Aus diesem Grund wird ein sogenannter Angebotsbebauungsplan aufgestellt. Zur Absicherung der genannten Planungsziele wurden zwischen dem Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung und der derzeitigen Vorhabenträgerin ein umfangreicher städtebaulicher Vertrag sowie ein diesbezüglicher 1. Nachtrag abgeschlossen.
Daten zum Planverfahren
Einleitungsbeschluss: 17. Februar 2016
Öffentliche Plandiskussion: 22. November2016
Unterzeichnung städtebaulicher Vertrag: 7. November 2018
Öffentliche Auslegung: 7. März bis einschließlich 8. April 2019
Erneute öffentliche Auslegung: 30. August bis einschließlich 30. September 2021
Feststellung: 24. Oktober 2024
Veröffentlichung im HmbGVBl: 8. November 2024
Ansprechpartner
Herr Decker / Tel. 42854-3372
Herr Saeidimadani / Tel. 42854-3377
Sonderzeichen und Namen können fälschlicherweise übersetzt werden