Liebe Bürgerinnen und Bürger,
die Stadt Hamburg hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis 2030 mindestens 80 Prozent der Wege mit dem Umweltverbund zurückgelegt werden – also mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad oder zu Fuß. Dieses ambitionierte Ziel erfordert es, den Radverkehr weiter zu fördern. Ein flächendeckendes Netz an Routen mit durchgängig guten Qualitäten soll Radfahrenden geboten werden. Nachdem die 14 städtischen Velorouten inzwischen zu über zwei Drittel realisiert worden sind, geht es in den kommenden Jahren darum, das Veloroutennetz durch sogenannte Bezirksrouten zu verdichten. Während die Velorouten meist lange Strecken abdecken, die auch die verschiedenen Bezirke miteinander verbinden, geht es bei den Bezirksrouten darum, Wege innerhalb des Bezirks Hamburg-Mitte auf möglichst hochwertigen, sicheren und komfortablen Wegeverbindungen anzubieten. Daher wurde im Auftrag des Fachamts Management des öffentlichen Raumes, Abschnitt Verkehrsplanung ein Konzept erarbeitet.
Das Bezirksroutenkonzept Hamburg-Mitte stellt einen zentralen Bestandteil für die gezielte Weiterentwicklung und Verdichtung des Radverkehrsnetzes dar. Im Rahmen eines umfassenden Planungs- und Beteiligungsprozesses wurden insgesamt zehn Bezirksrouten erarbeitet, die das bestehende Netz sinnvoll erweitern.
Daher möchten wir uns für Ihr Engagement und Ihr Mitwirken bedanken!
Denn im Zeitraum vom 17.06.2024 bis 14.07.2024 hatten Sie, die Bürgerinnen und Bürger, die Möglichkeit über DIPAS, Orte auf einer Beitragskarte zu markieren, an denen ein Bedarf besteht, aber kein ausreichendes Angebot vorhanden ist (https://radverkehr-mitte.beteiligung.hamburg/#/). Weiterhin wurde uns über eine Umfrage durch Beantwortung von Fragen zur eigenen Mobilität und Präferenzen bei der Radverkehrsinfrastruktur einen Einblick in die "gefahrene Realität" gegeben. Im Oktober 2024 kam es darüber hinaus bei drei Veranstaltungen in den Stadtteilen zur Diskussion von gemeinsamen Routenvarianten innerhalb von Korridoren. Damit wirkten Sie ganz wesentlich an den Ergebnissen mit!
Das entstandene Konzept verknüpft die Stadtteilzentren mehr mit der Innenstadt, aber auch untereinander stärker und schließt bestehende Lücken. Sämtliche identifizierte Maßnahmen wurden abschließend priorisiert – unter Berücksichtigung objektiver Kriterien, wie Qualitätssteigerung und erwarteter Nutzung sowie qualitativer Aspekte aus den Beteiligungsverfahren.
Drei beispielhaft untersuchte Fokusräume zeigen zudem auf, wie eine vertiefte Detailplanung und konkrete Umsetzung gestaltet werden können.
Das Bezirksroutenkonzept wird im Anschluss schrittweise und nach einem festgelegten Verfahren realisiert. Dazu zählen die detaillierte Planung und bauliche Umsetzung einzelner Routenabschnitte in festgelegter Reihenfolge. Fachbehörden und politische Gremien im Bezirk arbeiten hierbei eng zusammen, um fundierte Entscheidungen zu treffen. Das Konzept bleibt dabei dynamisch und anpassungsfähig: Routenführungen können verändert, ergänzt oder erweitert werden, ebenso wie Prioritäten sich aufgrund neuer Erkenntnisse oder veränderter Rahmenbedingungen verschieben können.
In der Umsetzung spielen begrenzte Kapazitäten, finanzielle Mittel sowie politische Vorgaben eine entscheidende Rolle. Hinzu kommen Abhängigkeiten von anderen Projekten und die Abstimmung mit externen Akteuren. Auch Rückmeldungen von Trägern öffentlicher Belange (TÖB) oder Bürgerinitiativen können den Ablauf beeinflussen.
Insgesamt schafft das Bezirksroutenkonzept eine belastbare Grundlage für den weiteren Ausbau eines leistungsfähigen Radverkehrsnetzes im Bezirk Hamburg-Mitte. Es formuliert klare Ziele, lässt jedoch gleichzeitig Spielraum für flexible und bedarfsgerechte Anpassungen im fortlaufenden Prozess.