Wilhelmsburg

Bebauungsplan-Entwurf Wilhelmsburg 100 "Nördliches Elbinselquartier"

Mit der Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße entsteht das Potenzial für ein gemischt genutztes Neubauquartier im Zentrum des Stadtteils Wilhelmsburg. Der Bebauungsplan Wilhelmsburg 100 erfasst den nördlich der Rotenhäuser Wettern gelegenen Teilbereich des Elbinselquartiers.

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WB100 "Nördliches Elbinselquartier" - Plangeltungsbereich
WB100 "Nördliches Elbinselquartier" - Plangeltungsbereich Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung unter Verwendung einer Plangrundlage des LGV

Planungsanlass

Durch die im Oktober 2019 auf einer Länge von 4,6 Kilometern an den östlich gelegenen Bahnkorridor vollzogene Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße ergeben sich unter anderem für die zwischen dem Aßmannkanal und dem Jaffe-Davids-Kanal gelegenen Flächen erhebliche Entwicklungspotenziale für die Elbinsel. Über die eigentliche Verlagerung hinaus entlasten auch die entlang der neuen Trasse errichteten Lärmschutzwände nicht nur das in Rede stehende Plangebiet, sondern auch darüber hinaus große Bereiche von Wilhelmsburg deutlich von den derzeitigen Lärmimmissionen durch Straßen- und Schienenlärm. Damit entsteht die Chance, im Zentrum der Elbinsel mit dem sogenannten "Elbinselquartier" ein gemischt genutztes Quartier mit insgesamt (Plangebiete Wilhelmsburg 99 „Südliches Elbinselquartier“ und Wilhelmsburg 100 „Nördliches Elbinselquartier“) bis zu 2.100 neuen Wohneinheiten (im „Nördlichen Elbinselquartier“ bis zu 1.600 Wohneinheiten) sowie modernen und wohnverträglichen Arbeitsstätten und entsprechender Infrastruktur zu entwickeln. Darüber hinaus werden unter Einbeziehung bestehender Kleingartenanlagen entlang des Aßmannkanals und im Quartier hochwertige und abwechslungsreiche Freiraumanlagen entstehen. Durch den Bebauungsplan Wilhelmsburg 100 soll somit ein wesentlicher Beitrag insbesondere zur Erreichung des Ziels des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg und des Bezirksamts Hamburg-Mitte, eine angemessene Wohnraumversorgung der Bevölkerung in Wilhelmsburg auf einem dauerhaft hohen Niveau zu gewährleisten, unterstützt werden.

Plangebiet

Das Elbinselquartier befindet sich im nördlichen Bereich des Hamburger Stadtteils Wilhelmsburg. Das Plangebiet erfasst den nördlichen Teilbereich des Elbinselquartiers und wird im Norden durch den Ernst-August-Kanal und den südlich des Gewerbe- und Industriegebiets Stenzelring verlaufenden Schiffsgraben, im Osten durch die Bahnanlagen, den Jaffe-Davids-Kanal und die Rubbertstraße, im Süden durch die Rotenhäuser Wettern und im Westen durch den Aßmannkanal sowie die Zeidlerstraße begrenzt. Die Größe des Plangebietes für das Nördliche Elbinselquartier beträgt rund 37,5 Hektar.

Bestandssituation

Das Plangebiet des Nördlichen Elbinselquartiers wird in seinen heutigen Nutzungen durch die Brachfläche entlang der ehemaligen Wilhelmsburger Reichsstraße und den Ernst-August-Kanal in drei Teilbereiche gegliedert. Der Bereich nördlich des Ernst-August-Kanals wird durch Kleingartenanlagen und Grünflächen geprägt. Südlich davon, östlich der ehemaligen Wilhelmsburger Reichsstraße, dominieren gewerbliche Nutzungen die Bestandssituation, während der westlich der ehemaligen Wilhelmsburger Reichsstraße gelegene Teilbereich vorwiegend durch Kleingarten- und Sportanlagen bestimmt wird. Das gesamte Projektgebiet Elbinselquartier (also einschließlich des Südlichen Elbinselquartiers) ist zentraler Teil der im Rahmenkonzept "Hamburgs Sprung über die Elbe – Zukunftsbild 2013+" enthaltenen Nord-Süd-Achse, welche vom Wilhelmsburger Inselpark im Süden bis zum Spreehafen im Norden, vom Veringkanal im Westen bis zur verlegten, neuen Trasse der Wilhelmsburger Reichsstraße im Osten reicht.

Planungsziel

Das Nördliche Elbinselquartier knüpft im Nordwesten an das Reiherstiegviertel und im Süden an die ebenfalls geplanten Quartiere Südliches Elbinselquartier und Wilhelmsburger Rathausviertel an. Darüber hinaus stellt es eine bedeutende Verbindung zum nordwestlich geplanten Spreehafenviertel dar.

Die städtebauliche Struktur des neuen Quartiers lehnt sich an den Blockrandstrukturen des Reiherstiegviertels an, ist aber stärker differenziert und bietet einen klaren Rahmen für eine Vielzahl von Gebäudetypologien und Nutzungen. Überwiegend vier- bis fünfgeschossige Wohn- und Geschäftshäuser im Blockrand, Mehrfamilienhäuser, Häuser für Baugruppen, Stadthäuser, aber auch hohe Häuser mit gewerblich genutzten Sockelgeschossen werden in differenziert gestalteten Blockrändern zusammengefasst.

Im Übergang zu dem westlich benachbarten Reiherstiegviertel entsteht im nördlichen Teilbereich des Plangebietes ein neuer zentraler Park mit Quartierszentrum, der sich zum Grünzug entlang des Aßmannkanals hin aufweitet. Dieser Grünzug wird unter Einbeziehung bestehender und neuer Kleingartenflächen Bestandteil einer in Nord-Süd-Richtung geplanten Landschaftsachse. Der Park bildet mit dem Quartiersplatz das Zentrum des neuen Quartiers und soll eine entsprechend besondere freiraumplanerische Qualität erhalten.

In Verlängerung der Quartiersachse Mannesallee, mit Blick zur Emmauskirche, wird eine neue Brückenverbindung für Fußgänger und Radfahrer geschaffen. Sie mündet im neuen Quartier direkt südlich der geplanten Stadtteil- und Grundschule im Park am Aßmannkanal und führt über das Quartierszentrum weiter zum sogenannten "Baumpark" am Jaffe-Davids-Kanal. Somit entsteht eine neue Fuß- und Radwegachse, die die öffentlichen Nutzungen und zentralen Orte des Stadtteils in einer vielfältigen Raumabfolge verbindet.

Der Bebauungsplan wird als Angebotsplanung im Regelverfahren mit integriertem Umweltbericht gemäß § 10 BauGB aufgestellt.

Daten zum Planverfahren

Einleitung durch den Stadtentwicklungsausschuss Süd-West: 20. Juni 2018

Aufstellungsbeschluss: Noch nicht erfolgt

Öffentliche Plandiskussion15. Juli 2019

Beteiligung der Öffentlichkeit08. September bis 07. Oktober 2025

Feststellung: Noch nicht erfolgt

Veröffentlichung im HmbGVBl: Noch nicht erfolgt

Ansprechpartner im Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung

Herr Decker | Telefon: 42854-3372
Herr Saeidimadani | Telefon: 42854-3377
E-Mail: stadtplanung@hamburg-mitte.hamburg.de

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