Am Mittwoch, den 20. Mai 2026, von 19 bis 21 Uhr findet im Curiohaus, Rückgebäude Räume A/B/C, Rothenbaumchaussee 15, 20148 Hamburg die Veranstaltung „Schuld und Sühne – Der Prozess zum Tod des polnischen Zwangsarbeiters Andrzej Szablewski“ statt.
Andrzej Szablewski wurde 1940 aus seiner polnischen Heimat nach Deutschland verschleppt. Er musste Zwangsarbeit auf dem Gut Hohenbuchen in Poppenbüttel leisten. Er wurde schikaniert und musste sehr hart und sehr lange arbeiten. Der Gutsverwalter Walter Grimm unterstellte ihm eine verbotene „sexuelle Beziehung“ zu der deutschen Erntehelferin Hildegard Lütten und denunzierte beide bei der Gestapo. Deshalb wurde Andrzej Szablewski ohne Gerichtsverfahren auf dem Gut „zur Abschreckung“ erhängt. Hildegard Lütten musste für Jahre in das Frauen-KZ Ravensbrück. Nach dem Krieg strengte Andrzejs Bruder Kasinin bei der britischen Besatzungsmacht einen Prozess gegen die Verantwortlichen an. Es ergingen harte Urteile, so wurde der Gutsverwalter Grimm zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Der Historiker Dr. Andreas Seeger hat die Geschichte des Mordes an Andrzej Szablewski in seinem Buch „Der Tod eines Zwangsarbeiters“ aufgearbeitet. Im Gespräch mit Stefan Romey erläutert er die Hintergründe und Zusammenhänge des Schicksals von Andrzej Szablewski. Er berichtet von seinen Bemühungen, die Erinnerung vor Ort wachzuhalten. Schuld und Sühne der Täter werden erläutert und der Umgang mit den Opfern nach 1945 geschildert.
Weiterer Termin:
Montag, den 15. Juni 2026, 19 bis 21 Uhr, Curiohaus: „Wandsbek-Case: Ich habe nur Befehle ausgeführt“
Weitere Informationen über Andrzej Szablewski sind zu finden unter:
https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/bezirke/wandsbek/bezirksversammlung-wandsbek/gedenken/wandsbeker-weg-der-erinnerung/stele-andrzej-szablewski-85354