Die 1969 bis 1975 errichtete Großsiedlung galt nach ihrer Entstehung bundesweit als eine der bekanntesten Beispiele für eine neue Ära im Nachkriegswohnungsbau mit einer vorbildlichen infrastrukturellen Ausstattung. Doch bereits Mitte der 1980er Jahre verließen wirtschaftlich aufstrebende Familien das Quartier, es traten zunehmend Vermietungsprobleme auf. Zeitweise standen bis zu 400 Wohnungen leer. Immer weniger Bewohnerinnen und Bewohner konnten sich mit ihrem Wohngebiet identifizieren.
Diese Situation veranlasste den Hamburger Senat zu städtebaulichen Nachbesserungen. In der Folge wurde Steilshoop 1991 bis 2000 als Sanierungsgebiet ausgewiesen. Aufgrund der nach Abschluss der Sanierungen verbliebenen Defizite war Steilshoop ab 2007 für zwei Jahre Projektgebiet der Senatsinitiative Lebenswerte Stadt Hamburg (LSH) und wurde während der Laufzeit von LSH in das Programm Aktive Stadtteilentwicklung jetzt Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) aufgenommen.
Ziel der Stadterneuerung in Steilshoop war die Fortführung der Aufwertung der Siedlung als attraktiver, innenstadtnaher Wohnort mit positivem Image, wie auch die Ausstattung mit einer bedarfsgerechten Sozial-, Kultur- und Bildungsinfrastruktur. Die Schlüsselprojekte sind die Umgestaltung des zentralen Bereiches um das Einkaufszentrum und der Mittelachse sowie der Errichtung des Campus Steilshoop mit neuer Schule und dem geplanten Quartierszentrum.
In den Jahren 2012-2017 wurde der Stadterneuerungsprozess mit dem „Innovationsquartier“ (InQ), einer privaten Initiative der örtlichen Grundeigentümer, verzahnt. Kernstück des europaweiten Pilotprojektes war die Aufwertung der Mittelachse, einer zentralen Fußwegeverbindung durch die Siedlung. Zudem wurde die Orientierung im Stadtteil verbessert sowie die Reinigung und Pflege der Flächen im öffentlichen Raum optimiert.
Von 2018 bis zum Ende der Förderlaufzeit 2021 wurden die letzten RISE Maßnahmen umgesetzt mit den Schwerpunkten bei Wohnumfeldverbesserungen der SAGA und privater Wohnungsunternehmen sowie der weiteren Qualifizierung des Naherholungsgebietes Bramfelder See.
In der Verstetigungsphase ab 2022 werden noch einzelne, während der Hauptförderphase geplante Projekte umgesetzt (zum Beispiel der Neubau des Tierhauses Steilshoop, ein zusätzlicher Zugang zum Parkfriedhof Ohlsdorf, die Öffnung des Sportplatzes Gropiusring sowie Spielplatzaufwertungen).