Kaum ein Gespräch unter Hobbygärtner:innen, in dem nicht irgendwann das Wort „Hochbeet“ fällt. Und jedes Mal, wenn ich davon höre, kräuseln sich meine Nackenhaare – und mein Gehirn startet eine wilde Argumentationsparade dagegen! Natürlich, Hochbeete haben ihre Vorteile: Man muss sich beim Jäten und Ernten nicht mehr so tief bücken (Rückenfreundlichkeit ist ja auch was Feines). Wer das Hochbeet nach alter Hügelbeet-Tradition schichtet, mit Laub und Küchenabfällen als Nährstoff- und Wärmequelle, der kann sich oft über besonders flotte Pflanzen und eine reiche Ernte freuen.
Aber mal ehrlich: Brauchen wir das wirklich im Garten? Oder überwiegen vielleicht doch die Nachteile gegenüber dem guten alten, gewachsenen Boden? Für ein Hochbeet braucht es Baumaterial – Holz, das am besten noch gegen vorzeitiges Verrotten behandelt wird (Chemie, ahoi!), oder gleich Kunststoff, der energieintensiv hergestellt wurde. Und dann meine größte Sorge: der Wasserverbrauch! Hochbeete sind nämlich echte Schluckspechte – und das auf unsere Kosten. Durch die Bauweise mit Mulchmaterial oder Bändchengewebe gegen Unkraut, Maulwurf und Schermäuse wird die natürliche Wasserversorgung aus dem Boden unterbrochen. Das Hochbeet wird zur künstlichen Oase, die ohne menschliche Bewässerung schnell zur Wüste mutiert.
Und womit gießen wir? Richtig, mit aufwendig gereinigtem Trinkwasser! Da dreht sich der eigentlich positive Gedanke des Hochbeets ganz schnell ins Gegenteil. Unser Trinkwasser sollten wir wirklich nur dann einsetzen, wenn es unvermeidlich ist. Ein Gemüsebeet im gewachsenen Boden kommt mit deutlich weniger Bewässerung aus – und schont damit zwar nicht den Rücken, dafür aber die Umwelt.
Mein Fazit: Hochbeete sind wie der SUV unter den Beeten: bequem, schick, aber nicht unbedingt klimafreundlich. Wer trotzdem nicht darauf verzichten will, sollte zumindest Regenwasser sammeln – und sich bewusst machen, dass auch im Garten manchmal weniger mehr ist.
(Newsletter | 13.05.2026)