Eisenhut

Giftpflanze des Jahres 2005

Der sehr stark giftige +++ Eisenhut wurde mit 78 Stimmen (50%) zur ersten Giftpflanze des Jahres gewählt.

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Eisenhut
Eisenhut Helge Masch

Inhaltsverzeichnis

Ausgang der Wahl

Platz 2: Birkenfeige - Ficus benjamina  28%
Platz 3: Eibe - Taxus baccata 22%

Der Eisenhut ist eine in den Gärten verbreitet vorkommende Pflanze, die auch in der Floristik Verwendung findet. Am bekanntesten ist vermutlich der Blaue Eisenhut - Aconitum napellus -, der seine Blüten im Juni und Juli entfaltet. Die Blüten des Herbst-Eisenhutes - Aconitum carmichaelii - blühen in einem dunkleren Blau und erst in den Monaten September und Oktober. Diese beiden Beispiele von blau blühenden Eisenhutarten dürfen nicht zu dem Schluss führen, dass alle Pflanzen der Gattung diese Blütenfarbe haben. Zum Beispiel der Wolfs-Eisenhut - A. vulparia - zeigt gelbe Blüten.

Eisenhut

Der Eisenhut ist Europas giftigste Pflanze! - Alle Pflanzen der Gattung Aconitum sind giftig!

Giftwirkung

Der Eisenhut hat den Gefährlichkeitsgrad - sehr stark giftig +++

wobei die ganze Pflanze, besonders aber die Wurzel (Knollen) und die Samen besonders giftig sind. Sollte es beim Pflücken der Stängel oder beim Umpflanzen der Pflanze zu einem Hautkontakt mit Pflanzenteilen kommen, können Hautentzündungen und auch schwere Vergiftungen die Folge sein. Glücklicherweise kommen Vergiftungen nur selten vor.

Bei Tieren sind Vergiftungen eher selten, der Eisenhut wird von den Weidetieren gemieden (evtl. Gefahr für Rinder und Pferde auf Bergweiden).

Erste Hilfe

Da es sich beim Eisenhut um ein sehr starkes Gift handelt, sollte bei den ersten Vergiftungserscheinungen eine geeignete Klinik aufgesucht werden. Informationen im Vergiftungsfall geben auch die Giftinformationszentralen.
Giftinformationszentrum Nord: 0551 - 19240

Namensgebung

Für die Entstehung bzw. Bedeutung des Gattungsnamens gibt es mehrere überlieferte Geschichten.
Der Gattungsname Aconitum leitet sich aus dem griechischen Wort akoniton = Giftpflanze ab, die an den akóneis d.h. an schroffen Felsen wächst.
Einer griechischen Sage nach fand man den Eisenhut in der Nähe der Hafenstadt Akonai, am Abstieg zum Totenreich. Als Herakles den Hund Kerberos, den Wächter des Hades, mit seinen drei Köpfen von dort auf die Erde mitnahm, blendete diesen das Licht so stark, dass ihm Schaum vor seinen Mäulern stand und auf die Erde tropfte, woraus sich der erste Eisenhut entwickelte. Dieser hatte die Macht, alles Leben ins Jenseits zu befördern.

Volksnamen

Hamburger Mützen, Sturmut, Blaue Schuh, Kutsch un Per, Venuswagen, Kutsche und Pferd, Pferd und Wagen, Totenblume, Giftkraut.

Venuswagen — Pferd und Wagen

Wenn das helmartige Kelchblatt beseitigt wird, kommt der Venuswagen, man sagt auch Pferd und Wagen, zum Vorschein.
Die zu Nektarien umgewandelten Kronblätter tragen pferdekopfähnliche Anschwellungen. Die liegende Blüte mit den vier wie zu einem Wagenkasten sich zusammenneigenden Kelchblättern, zwischen denen sich als Reisegäste die Staubgefäße drängen, ähnelt in der Tat einem Wagen, der von zwei Pferden (den sporntragenden Nektarblättern) gezogen wird.

Volksnamen- International

England: Helmet flower
Frankreich: Char de Vénus
Dänemark: Ægte Stormhat
Finnland: Aitoukonhattu
Italien: Aconito napello
Japan: Youshutorikabuto
Niederlande: Blauwe Monniskap
Norwegen: Venusvogn
Schweden: Äkta Stormhatt
Türkei: kaplan boðan

Geschichte

Die Giftigkeit des Eisenhuts kannten bereits die Kaiser, Könige und Kirchenleute des Mittelalters. Die Edelmänner fürchteten, durch den Eisenhut vorzeitig ihr Leben zu verlieren. Daher waren sie auf der Suche nach einem geeigneten Gegenmittel zum Gift des Eisenhutes. Zum Tode verurteilte Verbrecher erhielten das Gift. Unterschiedliche Säfte wurden den verurteilten Todeskandidaten als Gegenmittel eingeflößt, doch sie starben qualvoll.

Toxische Dosis

Mensch 2 g der Knolle
Hund 2 - 5 g der Knolle
Pferd 350 g der Knolle / 200 bis 400 g frische Pflanze

Pflege im Garten

Eine Abdeckung mit Mulchmaterial ist zu empfehlen, da akute Bodentrockenheit nicht gut vertragen wird.
Der Eisenhut sollte aufgrund seiner Giftigkeit einen Platz in der Beetmitte erhalten, so kann unbeabsichtigter Hautkontakt vermieden werden.

Herkunft / Vorkommen

Der Eisenhut ist in den gebirgigen Regionen Europas zu finden, wie beispielsweise im Norden bis Schweden, im Westen bis England und Portugal, im Süden bis zu den Pyrenäen und Korsika und im Osten bis in die Karpaten.

Kultureigenschaften

Tausendkorngewicht 3,1 g
Saatgurtbedarf 10g / 1000 Pflanzen
Aussaattermin November - März
Keimverhalten Kaltkeimer
Pikieren nach 4 - 8 Wochen
Topfen nach 6 - 10 Wochen
Dünger mittel

Einige Vergiftungserscheinungen

Kontakt mit der Haut wirkt lokal betäubend.
Kälteempfindlichkeit - Empfindungsschwierigkeit, Übelkeit - Erregung - Herzrhythmusstörungen, Krämpfe - Lähmung der Zunge, der Gesichts- und Extremitätsmuskeln, zuletzt Kreislauflähmung.

 

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Giftpflanze des Jahres 2005 - Eisenhut

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Giftpflanze des Jahres 2005 - Plakat

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Übersicht über die Giftpflanzen in Deutschland

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