Tabakpflanze

Giftpflanze des Jahres 2009

Die sehr stark giftige +++ Tabakpflanze wurde mit 526 Stimmen (38,5%) zur 5. Giftpflanze des Jahres gewählt.

Giftpflanze des Jahres 2009 - Tabak
Tabak Helge Masch

Inhaltsverzeichnis

Ausgang der Wahl

Platz 2: Aronstab - Arum maculatum 23,6%
Platz 3: Efeu - Hedera helix 19,1%
Platz 4: Lebensbaum - Thuja s. 18,8%

Tabak

Sicherlich hat die allseits bekannte Diskussion um das Rauchverbot in den Gaststätten und zum Nichtraucherschutz entscheidend zu diesem Ergebnis beigetragen. Die schädliche Wirkung des Rauchens tritt in dieser Information jedoch in den Hintergrund, da es gut dokumentiert ist. Hingewiesen werden soll auf die Vergiftungsgefahren beim Umgang mit der Pflanze und Pflanzenteilen, sowie dem Missbrauch der Tabakprodukte.

Gute und schnelle Giftaufnahme

Der Hauptwirkstoff ist das Alkaloid Nikotin. Es wird in den Wurzeln der Pflanzen gebildet und zum Schutz gegen Fraßinsekten in den Blättern eingelagert. Die gute und schnelle Aufnahme (Resorption) über Haut, Lunge und Schleimhäute ist nicht nur für die Tabakschädlinge gefährlich. Bei Arbeitern auf Tabakplantagen kommt es durch den permanenten Kontakt mit den Blättern zu einer chronischen Vergiftung. Die daraus folgende Krankheit wird als „Green - tobaco sickness“ bezeichnet. Die tödliche Dosis für einen Erwachsenen liegt bei 0,5 bis 1mg pro kilo Körpergewicht Nikotin. Bei Kleinkindern kann bereits der Verzehr eines einen Zentimeter kurzen Teils einer Zigarette zu Vergiftungserscheinungen führen. In Deutschland werden täglich rund 40 Kinder aufgrund einer Nikotinvergiftung ärztlich behandelt. Der Konsum geringer Mengen Nikotin ist nicht unmittelbar schädlich, weil sich das Gift schnell im Körper verteilt und mit einer Halbwertszeit von zwei Stunden abgebaut und ausgeschieden wird. Auch bei an Tabak gewöhnten Menschen besteht keine weitgehende Toleranz gegen Nikotin, entscheidend ist neben der Dosis immer der Zeitfaktor.

Einige Vergiftungserscheinungen

Brennen im Mund, Übelkeit, Erbrechen, Herzrhythmusstörungen, Sehstörungen, zuletzt Atemlähmung.

Nikotingehalt einer Produkte

Zigarette ca. 12 mg
Zigarre 100 bis 200 mg
Nikotinkaugummi * 2 bis 4 mg
Nikotinpflaster* 8,3 bis 52,5 mg
* zur Raucherentwöhnung

Pflanzen, die Nikotin enthalten

Nicotiana glauca - ca. 0,05 % **
Nicotiana rustika - bis 18 % **
Nicotiana tabacum - ca. 0,5 - 9 % **
andere Tabak - Arten - 0,003 - 2,96 %**
Aubergine - 2 ppb ***

** des Trockengewichtes
*** ppb = Teile pro Milliarde

Toxische Dosis für Tiere

Hund / Katze: 5 - 25 g ****
Ziege / Schaf: 30 - 100 g ****
Pferd: 300 - 1200 g ****
Rind: 300 - 2000 g ****

**** getrocknete Tabakblätter

Tabak als „Bio“- Pflanzenschutzmittel

Nikotin als Pflanzenschutzmittel wurde bereits in den siebziger Jahren verboten. Dies geschah nicht zuletzt aufgrund der hohen Giftigkeit für die Anwender. Noch heute findet man in Zeitschriften und im Internet Rezepturen zur Herstellung von Nicotin-Spritzbrühen gegen saugende und beißende Schadinsekten an Pflanzen. Die Inhalation der Aerosole die beim Ausbringen entstehen, können auch bei selbsthergestellten Tabakauszügen tödlich giftig sein.

Namensgebung

Der botanische Name - Nicotiana - sowie der Inhaltsstoff - Nicotin - wurden nach dem französischen Gesandten in Portugal Jean Nicot (1530 - 1604) benannt. Nicot führte den Tabak als Heilpflanze in Frankreich ein (um 1560).

Familiäres

Der Tabak gehört mit etwa 75 Arten und unzähligen Sorten zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Weitere bekannte Familienmitglieder sind zum Beispiel die Nutzpflanzen: Kartoffel, Paprika, Aubergine, Tomaten sowie Tollkirsche, Bilsenkraut, Engelstrompete und Stechapfel, um nur einige zu nennen.

Ziertabak als Sommerblume

Die Ziertabak-Arten, die als Sommerblumen angeboten werden enthalten nur geringe Mengen an Nikotin. Es handelt sich um großblumige Sorten mit weißen, roten, gelben und grünlichen Blüten. Die Pflanzen werden je nach Art und Sorte zwischen 30 und 150 Zentimeter hoch. Der Anbau jeglicher Tabaksorten für den Eigenbedarf ist erlaubt und von der Tabaksteuer ausgenommen.

Wichtige Kulturbedingungen

Ausreichend Feuchtigkeit und Wärme
15 °C Wachstum gehemmt
 0 °C Schädigungen der Blätter
-3 °C Absterben der Pflanzen

Bestäubung der Blüten

Hier weist der Tabak ein breites Spektrum an Bestäuber-Tieren auf, die es ausschließlich auf den Nektar abgesehen haben. Hierzu zählen Vögel, Fledermäuse, Schwärmer und Tagfalter.

„Wer wird denn gleich in die Luft gehen“

„Mit dem Rauchen aufzuhören ist ganz einfach! Ich selbst habe es schon hundert Mal geschafft“. (Mark Twain - Schriftsteller)

Der Marlboro-Mann - Wayne McLaren - starb 1992 im Alter von 49 Jahren an Lungenkrebs.

Rauchen bei offenen Wunden im Mundhöhlenraum (zum Beispiel nach dem Ziehen eines Zahnes) kann zu Vergiftungen führen.

Nikotin macht genauso süchtig wie Heroin!

Informationen zum Ablauf und zu den Teilnahmemöglichkeiten

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Einführung

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Kontakt

Herr Masch

Botanischer Sondergarten

Bezirksamt Wandsbek / Management des öffentlichen Raumes