Ausgang der Wahl
Platz 2: Passionsblume - Passiflora caerulea 25,6%
Platz 3: Gartenwicke - Latthyrus odoratus 20,9%
Platz 4: Tulpe - Tulipa sp. 17,6%
Kirschlorbeer
Die Giftstoffe befinden sich vor allem im Samen und in den frischen Blättern. Glücklicherweise sind schwere Vergiftungen sehr selten, da das Fruchtfleisch keine Giftstoffe enthält und die Samen beim Verzehr der Früchte in der Regel wieder ausgespuckt oder unversehrt verschluckt werden.
Woran man eine Vergiftung erkennt, wie der Kirschlorbeer sonst noch genannt wird und ob sich auch Tiere daran vergiften können, erfahren Sie beim Weiterlesen.
Vorkommen und Standort
Die Herkunft des Kirschlorbeers ist der südliche Balkan und Kleinasien. Das Gehölz ist ein beliebter Zierstrauch in Parks und Gärten. Seit einiger Zeit wird Kirschlorbeer als preiswerte Heckenpflanze in Gartencentern, Baumärkten und Lebensmitteldiscountern angeboten.
Giftigkeit
Die Saat und frische Blätter sehr giftig ++
Hauptwirkstoff
Prunasin — ein cyanogenes Glykosid
Dieses ist in den Saatkörnern und frischen Blättern enthalten. Beim Kauen der Samen oder beim Verzehr der Blätter entsteht im Magen die giftige Blausäure.
Vergiftungserscheinungen
Erregung, gerötetes Gesicht, beschleunigte Atmung, Kratzen im Hals, Kopfschmerzen, Atemstillstand, Herzstillstand.
Erste Hilfe
Beim geringsten Verdacht auf eine Vergiftung sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.
Tiere
Rinder - 0.5-1 kg Blätter/Tier
Schafe - 0.2 kg Blätter/Tier
Wird viel Pflanzenmaterial auf einmal aufgenommen und gleichzeitig gut zerkaut, liegt die tödliche Blausäuremenge bei 1-4 mg/kg Körpergewicht.
Name
Prunus: lat. = prunus, gr. = proûnos, proûmnos - Pflaumenbaum
laurocerasus - Lorbeerkirsche = laurus - Lorbeer und cerasus - Kirschbaum
Die Gattung Prunus enthält viele Arten.
Dazu gehören unter anderem:
Aprikosen, Kirschen, Mandeln, Pflaumen, Pfirsiche und der Schlehdorn
Weitere deutsche Namen:
Lorbeerkirsche, Zierlorbeer
Geschichte
Kirschlorbeer wurde im 16. Jahrhundert von Pierre Belon in Kleinasien gesehen und um 1570 von Clusius nach Wien gebracht.
Blüte
Blütezeit: April / Mai
Die zierlichen weißen Einzelblüten stehen in einer vielblütigen Traube - es lohnt sich, genauer hinzuschauen!
Winterhärte
Nicht alle Sorten sind sicher winterhart. Für folgende Sorten wird eine Winterhärte bis -24°C angegeben: ‘Cherry Brandy‘, ‘Herbergii‘ und ‘Otto Luyken‘.
Verwendung
Marmelade, Gelee, Trockenfrüchte
In der Türkei wird der Kirschlorbeer wegen seiner Früchte angebaut. Diese werden dort als Trockenfrüchte verzehrt. Das Fruchtfleisch kann auch zu Marmelade oder Gelee verarbeitet werden.
Beim Kochen werden die in der Saat enthaltenen Giftstoffe zerstört.
Restaurierung und Präparation
Seit Beginn des 21. Jahrhunderts werden Blätter mit möglichst hohem Blausäuregehalt verwendet, um organisches Material aufzuweichen oder geschmeidig zu machen, ohne dabei Wasserschäden zu verursachen. So können z.B. getrocknete Insekten wieder beweglich gemacht werden, wenn sie einige Tage in einem geschlossenen Gefäß über den zerschnittenen Blättern aufbewahrt werden (Blätter täglich austauschen und direkten Kontakt vermeiden). Auch lange gefaltete Tücher, wie man sie aus Gräbern kennt, können auf diese Weise wieder geschmeidig gemacht werden. Die Methode wurde in den 1990er Jahren von Klaus Wechsler (Überseemuseum) wiederentdeckt.