Maiglöckchen

Giftpflanze des Jahres 2014

Das sehr stark giftige +++ Maiglöckchen wurde mit 1836 Stimmen (36,5%) zur 10. Giftpflanze des Jahres gewählt.

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Maiglöckchen
Maiglöckchen Helge Masch

Inhaltsverzeichnis

Ausgang der Wahl

Platz 2: Engelstrompete - Brugmansia sp. 32,2%
Platz 3: Blauregen - Wisteria sp.
Platz 4: Tomate - Somanum esculentum 10,5%

Maiglöckchen

Obwohl die Pflanze sehr bekannt ist, kommt es dennoch zu  Verwechslungen mit dem Bärlauch. Im Gegensatz zu den Giftstoffen der Herbstzeitlose (GdJ 2010) werden die Glykoside des Maiglöckchens nur schlecht vom Körper aufgenommen (resorbiert). Daher sind schwere Verläufe nach dem Verzehr von 1-5 Beeren nicht zu erwarten.

Woran man dennoch eine Vergiftung erkennt, wie das Maiglöckchen noch genannt wird und ob auch Tiere sich daran vergiften können, erfahren Sie beim Weiterlesen.

Vorkommen und Standort

Europa, Nordasien, in Mitteleuropa häufig in schattigen Laubwäldern

Giftigkeit

Alle Pflanzenteile, besonders aber Blüten und Früchte sind
sehr stark giftig +++

Hauptwirkstoffe

Convallotoxin, Convallotoxol, Convallosid und Desglucocheirotoxin.

Vergiftungserscheinungen

Bei äußerlichem Kontakt mit der Pflanze treten Haut- und Augenreizungen auf.

Bei Aufnahme durch den Mund treten Übelkeit, Durchfall, Schwindel und Brustbeklemmung auf. Bei starker Vergiftung kommt es zu Herzrhythmusstörungen wie beim Fingerhut (GdJ 2007).

Erste Hilfe

Bei dem geringsten Verdacht einer Vergiftung sollte man sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben.

Tiere

Das Maiglöckchen ist giftig für Schweine und Ziegen, besonders wenn sie in der Waldmast gehalten werden. Ferner für Pferde, Hunde, Katzen, Hasen, Kaninchen und andere Nager, wie z. B. Hamster und Meerschweinchen und für Vögel. Die Tiere leiden im Fall einer Vergiftung unter Magen- Darmbeschwerden mit Durchfall, Teilnahmslosigkeit, Krämpfen, Verlangsamung des Herzschlages.

Hingegen fressen Amseln und Rotdrosseln die Früchte und tragen so zur Verbreitung des Maiglöckchens bei.

Name

Convallaria: zu lat. = convallis = Talkessel, hohe Talwände, nach dem Standort in Tieflagen sommerwarmer Eichen- und Buchenwälder

majalis = im Mai blühend

Die Gattung Convallaria enthält drei Arten:

  • C. keiskei
  • C. majalis
  • C. montana

Weitere deutsche Namen

Maiblume, Maililie, Mairöschen und Maischellen;
Maieriesli (Schweizerdeutsch)

Blüte

Blütezeit: Mai
Dauer ca. 14 Tage, als Strauß nur 4 bis 6 Tage.
Zwittrige nickende, breitglockige weiße Blüte im traubigen Blütentand.
Intensiver süßlicher Duft.

Frucht

Sechs bis zwölf Millimeter im Durchmesser bei Reife leuchtend rot.
Enthält ein bis fünf Samen.

Vermehrung

Neben der generativen Vermehrung per Saat, die von Vögeln weitergetragen wird, kommt es zur vegetativen Vermehrung durch die unterirdischen Rhizome.

Verwendung

Beliebte Gartenstaude, Topf- und Schnittblume.

Der Maiglöckchen-Blumenstrauß bzw. Anstecker sind traditionelle Begleiter bei der Konfirmation.

Symbolik

  • Hoffnung auf Liebe, Glück und das Ende allen Kummers
  • Symbol für Heilkundige
  • Marienblume: für die keusche Liebe, die Demut und die Bescheidenheit von Maria.
  • „Blumensprache“: Das Glück kehrt zurück"

Gedichte

  • Eichendorff: Maiglöckchen
  • Hölty: Die Mainacht
  • Fallersleben: Maiglöckchen und die Blümelein
  • Charlotte de la Tour: Mayenblume

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