Aufgrund des weltweiten Artenschwundes fällt Habitatbäumen eine immer wichtigere Rolle zu. Habitatbäume oder auch Biotopbäume genannt, sind stehende, lebende oder tote Bäume, die durch ihre Struktur wie z. B. Risse in der Rinde, Blitzschlag, Astausfaulungen, morsches Holz oder Spechthöhlen wichtige Kleinstlebensräume für verschiedenste, oft spezialisierte Tier- und Pflanzenarten bieten. Diese Mikrohabitate werden von den bewohnenden Arten auf unterschiedlichste Weise genutzt:
Sie dienen als Schutz gegen Hitze, Kälte oder Trockenheit, als Winterquartier, als Nahrungsgrundlage, als Jagdrevier sowie als Fortpflanzungsstätte.
Sie sind natürliche Insektenhotels. Manche Insektenarten wie z. B. der Juchtenkäfer verlassen einen Habitatbaum nie und durchlaufen ihren gesamten Lebenszyklus in diesem. Aber auch größere Tiere wie z. B. Fledermäuse und Spechte nutzen Spalten und Risse bzw. Höhlen im Habitatbaum als Quartier.
Wie geht Wandsbek damit um?
Der Abschnitt Stadtgrün im Management des öffentlichen Raumes des Bezirksamts Wandsbek sorgt dafür, dass diese ökologisch wertvollen Bäume unter Berücksichtigung der Verkehrssicherungspflicht im öffentlichen Raum möglichst lange erhalten bleiben. Ein frisch gepflanzter Baum entfaltet seine Ökoleistung erst nach 30-40 Jahren. Die wichtige Funktionen wie: Kühlungseffekt, Schattenwurf, Kohlenstoffbindung, Lärmregulation und ausgleichende Wirkungen auf das lokale Klima sowie Lebensraum für Insekten müssen sich erst über die Jahre entwickeln.
Darum gilt es alte Bäume zu erhalten und eben auch Habitatbäume/Stämme zu fördern.