Neue Brücken über die Norderelbe
Über die Norderelbe führen heute zwei Eisenbahnbrücken mit insgesamt vier Gleisen. Rund 660 Züge des Nah-, Fern- und Güterverkehrs sind hier täglich unterwegs – die Strecke ist ein zentraler Abschnitt für Hamburg und ganz Norddeutschland. Nach rund 100 Jahren im Einsatz sind die bestehenden Brücken jedoch an einem Punkt angekommen, an dem eine grundlegende Erneuerung notwendig ist. Deshalb sollen sie ersetzt und auch um eine dritte Brücke ergänzt werden. Künftig stehen damit sechs Gleise zur Verfügung. Damit wird langfristig nicht nur der Knoten Hamburg gestärkt, sondern ebenso der Korridor zwischen Skandinavien und dem Mittelmeer.
Mit sechs Gleisen können künftig mehr Züge über die Norderelbe fahren. Das bedeutet:
- stabilere Fahrpläne im Nah- und Fernverkehr
- weniger Engpässe bei Verspätungen
- bessere Bedingungen für den wachsenden Güterverkehr
Pendlerinnen und Pendler in Hamburg profitieren damit ebenso wie der internationale Warenverkehr.
Beitrag zur Mobilitätswende
Mit der Erweiterung von vier auf sechs Gleise gibt es mehr Möglichkeiten, um den Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Sowohl Personen- als auch Güterverkehr sollen stärker über die Bahn abgewickelt werden – ein wichtiger Baustein für den Klimaschutz. Mit dem Neubau wird diese bedeutende Verkehrsverbindung langfristig fit für die Zukunft gemacht und damit ein Beitrag zu klimafreundlicher Mobilität und wirtschaftlicher Stärke geleistet.
Auch städtebaulich wird sich in dem Bereich viel entwickeln: Die U4 soll künftig von den Elbbrücken weiter in Richtung Grasbrook verlängert werden. Damit wächst die Verbindung zwischen Hamburgs Norden und Süden weiter zusammen.
Sorgfältige Planung und Rücksicht auf das Stadtbild
Die bisherigen Brücken stehen seit 2021 unter Denkmalschutz. Vor einer Entscheidung wurde daher geprüft, ob ein Erhalt dieser ganz oder teilweise möglich ist. Die Gutachten kamen jedoch zu dem Ergebnis, dass die alten Bauwerke nicht dauerhaft erhalten werden können.
In einem internationalen Wettbewerb wurde nun ein Entwurf ausgewählt, der auf den ersten Blick an das bestehende „Ensemble aus Stahl“ erinnert. Die neuen Brücken orientieren sich an der Bogenform der historischen Bauwerke, bleiben aber zugleich auch als eigenständige, moderne Konstruktionen erkennbar.
Vom 24. Februar bis zum 4. März 2026 wird der Gewinnerentwurf zusammen mit weiteren Wettbewerbs-Ergebnissen im Foyer des Bezirksamtes Hamburg-Mitte (Caffamacherreihe 1-3) ausgestellt.
So geht es weiter
Nachdem der Wettbewerb und die Vorplanung nun abgeschlossen sind, beginnt jetzt die Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Nach dem Planfeststellungsverfahren startet der Bau voraussichtlich Anfang der 2030er Jahre.
Mit den drei neuen Eisenbahnbrücken über die Norderelbe investiert Hamburg in mehr Zuverlässigkeit, mehr Kapazität und eine klimafreundliche Zukunft des Bahnverkehrs – für die Stadt, die Metropolregion und darüber hinaus.