Warum die Fusionsforschung wichtig ist
Kernfusion bezeichnet den Prozess, mit dessen Hilfe Sterne – darunter auch unsere Sonne – ihre Energie produzieren. Durch extreme Temperaturen und den enormen Druck im Inneren der Sterne verschmelzen kleine Atomkerne zu größeren. Dabei wird Fusionsenergie in großen Mengen freigesetzt. Wenn dieser Prozess auch auf der Erde nutzbar wäre, hätte das große Vorteile für unsere Energieversorgung:
- eine ständig verfügbare Energiequelle, die weder CO2 noch radioaktiven Abfall erzeugt
- zuverlässige Versorgung rund um die Uhr (grundlastfähig)
- geopolitische Unabhängigkeit
- die Möglichkeit, die erzeugte Energie direkt in den Wasserstoffkreislauf einzuspeisen
Die Fusionsforschung ist damit eine Schlüsseltechnologie der Zukunft, um nachhaltige und zuverlässige Energie zu erzeugen. Hamburg hat sich nun gemeinsam mit weiteren Bundesländern zusammengeschlossen, um die Forschung in diesem Bereich voranzutreiben.
Gemeinsam für die Zukunft: die neue Fusionsallianz
Hamburg und Schleswig-Holstein bilden gemeinsam mit den Bundesländern Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen nun eine Fusionsallianz. Das Ziel ist die Erforschung, Entwicklung, der Bau und der Betrieb von kommerziell genutzten Fusionsreaktoren in Kooperation mit Industrie und Forschung. So soll Deutschland eine weltweit führende Rolle in dieser Zukunftstechnologie einnehmen und eine weitere Energiequelle für die Zukunft erschließen. Die Allianz sieht eine enge Abstimmung der Partner untereinander sowie gegenseitige Unterstützung vor – auch mit Blick auf die Hightech Agenda Deutschland und den Aktionsplan Kernfusion des Bundes.
Die Allianz untersucht die beiden vielversprechende Methoden zur Kernfusion: die Laserfusion und die Magnetfusion. Erforscht wird beides parallel, um technische Risiken zu verringern und die beste, wirtschaftlichste Lösung für eine zuverlässige Energieversorgung zu finden. In den gemeinsam unterzeichneten Eckpunkten ist festgelegt, welche Projekte in den einzelnen Länder weiterentwickelt werden könnten.
Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal: „Die neue Länderallianz und die Kooperation zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein zeigen, welche Kraft entsteht, wenn Politik und Wissenschaft gemeinsam handeln und über Grenzen hinweg kooperieren. Klar ist: Die erneuerbaren Energien bleiben das Fundament unserer Energiewende. Doch um die Energieherausforderungen der Zukunft zu bewältigen, brauchen wir zusätzliche, verlässliche Innovationen.“
Spitzenforschung in Hamburg und Schleswig-Holstein
Der European XFEL verläuft in unterirdischen Tunneln über rund drei Kilometer – vom DESY-Gelände in Hamburg bis zum Forschungscampus mit großer Experimentierhalle in Schenefeld. Er ist weltweit der einzige Röntgenlaser, der Fusionsprozesse in Echtzeit sichtbar machen kann. Ergänzt wird diese einzigartige Infrastruktur durch das DESY mit Deutschlands größtem Beschleunigerkomplex und hoher Kompetenz in der Lasertechnologie.
Die Lage zwischen dem Campus Schenefeld und der Science City Hamburg Bahrenfeld – einem Ort, an dem Spitzenforschung, Lehre und innovative Stadtentwicklung zusammenkommen – schafft ein ideales Umfeld für Fusionsforschung auf höchstem Niveau.
Sonderzeichen und Namen können fälschlicherweise übersetzt werden