Mehr Steuereinnahmen bis 2030
Auf Basis der Ergebnisse des bundesweiten Arbeitskreises „Steuerschätzungen“ rechnet die Finanzbehörde mit Steuermehreinnahmen von 527 Millionen Euro (2025), 393 Millionen Euro (2026), 485 Millionen Euro (2027), 485 Millionen Euro (2028) und 652 Millionen Euro (2029). Für das Jahr 2030 wurde erstmals eine Prognose erstellt.
Insgesamt erhöhen sich die Einnahmeerwartungen gegenüber der Mai-Schätzung 2025 um rund 2,54 Milliarden Euro. Sollten jedoch derzeit diskutierte Änderungen im Steuerrecht auf Bundesebene beschlossen werden, könnte sich die Mehreinnahmeerwartung um etwa 450 Millionen Euro verringern.
Finanzsenator Dressel: „Keine Spielräume für neue Mehrausgaben“
Finanzsenator Dr. Andreas Dressel mahnt, die positiven Zahlen als Entwarnung zu verstehen: "Die etwas positivere Herbst-Steuerschätzung sollte uns nicht in falscher Sicherheit wiegen. Wir haben für unseren Ausgaberahmen insgesamt mit einem abflachenden Steuertrend zu tun, mit einer dramatischen Zunahme bei den gesetzlichen Leistungen, mit großen weltwirtschaftlichen Unsicherheiten und einer insgesamt in Deutschland weiter lahmenden Konjunkturentwicklung. Vor diesem Hintergrund werden wir uns weiteren Belastungen für die Länder- und Kommunalhaushalte auf Bundesebene, die nicht kompensiert werden, in den Weg stellen. Die im kommenden Jahr anstehende Aufstellung des Doppelhaushalts 2027/2028 wird deshalb im Hinblick auf die laufenden Ausgaben eine extrem große Herausforderung. Um es klar zu sagen: Für neue konsumtive Mehrausgabenwünsche sehe ich keinerlei Spielraum. Und wir werden auch viele Kostensteigerungen nicht ausgleichen können."
Mit Blick auf Investitionen zeigte sich Dressel optimistischer: „Die Bundesmittel aus dem Sondervermögen werden unseren eigenen Investitionshochlauf wirksam unterstützen. Je schneller wir mehr Mittel auf den Weg bringen können, umso stärker wird der Konjunkturimpuls auch bei uns in Hamburg!“
Positive Wirtschaftsentwicklung stärkt Steuertrend
Der Zuwachs der Einnahmeerwartungen ist vor allem auf eine verbesserte gesamtwirtschaftliche Entwicklung zurückzuführen. Das neue Investitionssofortprogramm des Bundes führt zwar kurzfristig zu geringeren Steuereinnahmen, wird aber durch positive Wachstumsimpulse ausgeglichen. Zudem kompensiert der Bund vollständig die Mindereinnahmen der Kommunen.
Deutlich höhere Einnahmen werden vor allem bei der Lohnsteuer, der veranlagten Einkommensteuer, der Kapitalertragsteuer und den Steuern vom Umsatz erwartet. Gleichzeitig sinken Hamburgs Beiträge zum Länderfinanzausgleich, da sich die relative Finanzkraft der Stadt im Bundesvergleich leicht reduziert hat.
Langfristige Planung mit Blick auf Unsicherheiten
Wie alle Steuerschätzungen basiert auch die Herbst-Schätzung 2025 auf geltendem Steuerrecht und den derzeit verfügbaren Daten. Da es sich um Prognosen handelt, sind Abweichungen vom tatsächlichen Steueraufkommen möglich.
Der Senat richtet seine Haushalts- und Finanzplanung deshalb weiterhin am langfristigen Trend der Steuererträge aus, um auch in einem herausfordernden Umfeld finanzielle Stabilität und Planungssicherheit zu gewährleisten.