Sehr geehrte Frau Dr. Julius,
sehr geehrter Herr Dr. Grünberger,
sehr geehrter Herr Goldschmidt,
sehr geehrte Damen und Herren,
herzlichen Dank für die Einladung zur Feier zum 100. Jubiläum der Studienstiftung des deutschen Volkes in Hamburg.
„Aus Begabung Zukunft machen“ ist das Motto Ihres Jubiläumsjahres.
Aufbruchstimmung und ein positiver Blick auf die Zukunft waren auch der Geist, der im Gründungsjahr der Stiftung in Hamburg herrschte. Nach den Entbehrungen des Ersten Weltkriegs wollten die Bürgerinnen und Bürger ein besseres Leben.
Es entstand eine revolutionäre Bewegung, die sich für demokratische Grundrechte einsetzte, für das allgemeine Wahlrecht, die Meinungsfreiheit, für Arbeitnehmerrechte und vor allem für den Zugang aller Bürgerinnen und Bürger zu Kultur und Bildung.
In Hamburg entstanden in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg viele Institutionen der Bildung und Teilhabe, auf die wir bis heute stolz sind: die Hamburger Bücherhallen, die Volkshochschule, städtische Kindertagesstätten und eine Universität mit Zugang für alle Bevölkerungsschichten.
Die 1919 gegründete Universität Hamburg war die erste demokratische Universitätsgründung in Deutschland. Sie errang schnell internationale Bedeutung mit herausragenden Gelehrten wie Ernst Cassirer, Albrecht Mendelssohn Bartholdy, Erwin Panofsky, William Stern und den späteren Nobelpreis-Trägern Otto Stern und Wolfgang Pauli.
Ich bin froh und stolz, dass die Universität mit ihrem Exzellenzstatus und ihrer großartigen Entwicklung in den letzten Jahren an diese Tradition anknüpft und sich zu einem Flaggschiff der Hamburger Wissenschaftslandschaft entwickelt hat.
Doch, auch wenn ein Studium an der Universität Hamburg allen Bevölkerungsschichten offenstehen sollte, war es in den 1920er Jahren fast ausschließlich für Angehörige vermögender Familien realisierbar.
Hinsichtlich der Lebenshaltungskosten galt Hamburg auch damals schon als eine der teuersten Städte im gesamten Deutschen Reich.
In dieser Zeit wurde in Dresden die Studienstiftung des deutschen Volkes gegründet, um für Deutschland „neue und wertvolle, helfende und aufbauende Kräfte“ zu gewinnen – so steht es in der Gründungsdenkschrift.
Durch die Identifikation und Förderung besonders begabter junger Menschen – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft, politischen oder religiösen Überzeugung – soll der akademische Nachwuchs in Deutschland gefördert und so der wissenschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Fortschritt des Landes vorangetrieben werden.
Das ist der Grundgedanke der Studienstiftung des Deutschen Volkes seit 1925.
Die Stiftung fördert derzeit in Hamburg über 450 Studierende und Doktoranden, in ganz Deutschland sind es über 120.000. Stipendiatinnen und Stipendiaten der Studienstiftung finden sich an insgesamt zwölf Hochschulen in Hamburg:
Darunter ist auf Platz eins die Universität Hamburg, die gerade ihren Exzellenzstatus verteidigt und zu den Top zehn der deutschen Hochschulen mit den meisten Stipendien zählt, die Bucerius Law School, wo wir heute zu Gast sind, die Technische Universität Hamburg, die in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung genommen und in diesem Jahr zum ersten Mal ein Exzellenzcluster gewonnen hat, sowie neun weitere Hochschulen, die in Hamburg an einem starken, gut vernetzten Wissenschafts- und Forschungsstandort arbeiten.
Betreut werden die geförderten Studierenden und Doktoranden von 38 Vertrauensdozentinnen und -dozenten, die diese Arbeit neben ihrer Tätigkeit in der Wissenschaft ehrenamtlich übernehmen. Die finanzielle Unterstützung hilft den Stipendiaten, ihre Kräfte bestmöglich für ihr Studium bzw. die Forschungsarbeit einzusetzen.
Hinzu kommt die Einbeziehung in ein inspirierendes und unterstützendes Netzwerk: Wer ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes bekommt, erhält über die Alumni Kontakte zu hochrangigen Forschungsinstituten weltweit und kann sich mit Studierenden und Forschenden aller Fachrichtungen austauschen.
In Hamburg unterstützen Partner wie die Joachim-Herz-Stiftung und die Claussen-Simon-Stiftung die Interessen der Studienstiftung.
Dieses Miteinander fördert neue Ideen und die Motivation für akademische Bildung, für Wissenschaft und Forschung und das persönliche Engagement für die Gesellschaft und das Gemeinwohl.
„Aus Begabung Zukunft machen“ – dieses Motto passt bestens zum Ziel und zur Strategie des Senats,
durch exzellente Bildung, Wissenschaft und Forschung nicht nur die beruflichen und persönlichen Lebenschancen der jungen Menschen zu fördern, sondern auch
- die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft unserer Stadt zu stärken,
- die großen Anforderungen unsere Zeit im Klimaschutz und der Digitalisierung zu bewältigen und
- die hohe Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger für die Zukunft und die kommenden Generationen zu erhalten.
Ich danke der Studienstiftung des deutschen Volkes für Ihr Engagement und Ihre Arbeit in diesem Sinne, gratuliere sehr herzlich zum 100. Jubiläum und wünsche Ihnen für die Zukunft weiterhin alles Gute.
Vielen Dank.
Sonderzeichen und Namen können fälschlicherweise übersetzt werden