21. Juni 2024

Senatsempfang 100 Jahre Reederei Essberger

21. Juni 2024

Rede des Ersten Bürgermeisters Dr. Peter Tschentscher. Es gilt das gesprochene Wort.

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Senatskanzlei Hamburg / Jan Pries

Sehr geehrter Herr Dr. Eberhart von Rantzau,
sehr geehrter Herr Heinrich von Rantzau, 
sehr geehrter Herr Vorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion,
sehr geehrte Mitglieder des Konsularischen Korps, 
sehr geehrte Damen und Herren,

herzlich willkommen im Rathaus zur Feier des 100-jährigen Jubiläums der Hamburger Reederei John T. Essberger. 

Als das Unternehmen 1924 gegründet wurde, herrschte Aufbruchstimmung in Hamburg.

Der Erste Weltkrieg war zu Ende. Erstmals hatten alle Bürgerinnen und Bürger in freien Wahlen eine demokratische Bürgerschaft gewählt. 

Der Hafen und die Wirtschaft boomten und die Wissenschaft erlebte mit der neu gegründeten Universität eine Blütezeit.

John T. Essberger, ein gebürtiger Brite mit deutscher Staatsbürgerschaft, hatte im Ersten Weltkrieg in der Kaiserlichen Marine gedient und Interesse an der Seefahrt entwickelt. 

1924 gründete er in Hamburg die Atlantik-Tank-Reederei, die seit 1936 seinen Namen trägt.  

Innerhalb weniger Jahre baute John T. Essberger eine Flotte auf und machte sich als Pionier der Tankschifffahrt einen Namen.  
Anfang der 1940er Jahre stieg er in den Frachtverkehr mit Afrika ein. 

Aus dem Zusammenschluss der bereits im 19. Jahrhundert entstandenen Woermann-Linie sowie der Deutschen Ost-Afrika-Linie gründete er die Deutsche Afrika-Linien, die über Jahrzehnte ein wichtiges Standbein der Reederei-Gruppe war.

Nach dem Zweiten Weltkrieg musste die Flotte vollständig neu aufgebaut werden, doch Essberger gelang der Neubeginn und der Ausbau des Tanker-Geschäfts.

Nach seinem Tod 1959 übernahm seine Tochter Liselotte von Rantzau-Essberger die Leitung und führte das Unternehmen 30 Jahre lang sehr erfolgreich.

Sie war die erste Frau an der Spitze einer großen Reederei. Im heutigen Quartier Elbbrücken in der HafenCity ist ein Platz nach ihr benannt.

Sehr geehrter Herr Dr. Eberhart von Rantzau, 
sehr geehrter Herr Heinrich von Rantzau, 

seit 1980 liegt die Unternehmensführung in Ihren Händen, der dritten Generation.

Die Reederei John T. Essberger gehört zu den traditionsreichsten Unternehmen unserer Stadt. Sie hat heute über einhundert Beschäftigte an Land und rund 1.000 zur See. 

Mit über 30 Chemikalientankern gehört sie zu den führenden Reedereien in dieser Branche in Europa. 

Sehr geehrte Damen und Herren,

viele von Ihnen waren heute Mittag schon am Cruise Center Baakenhöft in der HafenCity, wo die Feierlichkeiten zum 100. Jubiläum der Reederei John T. Essberger mit einer doppelten Schiffstaufe begannen. 
Die beiden neuen Tanker „Eberhart Essberger“ und „Heinrich Essberger“ stehen – zusammen mit der „Lieselotte Essberger“, die im Dezember vergangenen Jahres in Hamburg getauft wurde – für die Modernisierung und schrittweise Dekarbonisierung der Flotte. 

Mit ihrer neuen Konstruktion und einem Duel-Fuel-LNG-Antrieb können die Schiffe maßgeblich zur Minderung des CO2-Ausstoßes beitragen.

Klimafreundlichkeit wird in Zukunft ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein. Wer hier mit technischen Innovationen vorangeht, wird auch wirtschaftlich erfolgreich sein.

LNG-Antriebe sind eine Brückentechnologie, mit der Emissionen gesenkt werden können, bis klimaneutrale Treibstoffe wie grünes Methanol, Ammoniak oder Wasserstoff in ausreichenden Mengen und vertretbaren Kosten für die Schifffahrt zur Verfügung stehen.  

Auch der Hamburger Hafen ist auf Kurs in Richtung Dekarbonisierung.

Vor wenigen Wochen ist die erste Landstromanlage an einem Containerterminal in Hamburg in Betrieb gegangen. 

2025 werden alle Kreuzfahrtterminals und großen Container-terminals im Hamburger Hafen über Landstromtechnik verfügen. 

Das ist einmalig in Europa und ein großer Schritt zur Senkung der CO2- und Schadstoff-Emissionen in Hamburg.

2026 soll im Hamburger Hafen eines der ersten Ammoniak-Importterminals Europas in Betrieb gehen. 

Das ist ein wichtiger Schritt, um Hamburg als ein Zentrum der europäischen Wasserstoffwirtschaft zu etablieren, denn in diesem Feld geht es nicht mehr darum, gute Strategien und Pläne zu machen, die haben mittlerweile viele, sondern es geht darum, praktisch loszulegen.

Sehr geehrte Damen und Herren, 

Häfen und Reedereien können in der maritimen Wirtschaft nur gemeinsam erfolgreich sein: 

Beide Seiten müssen in innovative Technologien investieren und ihre Geschäftsmodelle so weiterentwickeln, dass sie auch in Zukunft wirtschaftlich funktionieren und dabei klimafreundlicher und nachhaltiger werden. 

Hamburg bietet ein europaweit einmaliges Netzwerk aus wissenschaftlichen Instituten, innovativen Unternehmen und Startups, die sich mit dem Fortschritt in der maritimen Logistik befassen.

Mit der Stärkung und Modernisierung des Hamburger Hafens sichert die Hansestadt die nationale Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit Deutschlands und die Anbindung der mittlerweile drittgrößten Volkswirtschaft der Welt an die internationalen Märkte.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Hamburg ist der größte Schifffahrts-Standort in Deutschland. Die hier ansässigen Reedereien und Handelshäuser prägen seit jeher die Weltoffenheit und Internationalität unserer Stadt.

Die Reederei John T. Essberger hat in ihrer 100-jährigen Geschichte einiges zur Entwicklung Hamburgs zum größten Standort der deutschen Handelsschifffahrt beigetragen. 

Sehr geehrte Herren von Rantzow, 
sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Land und auf See,

ich gratuliere der Reederei John T. Essberger herzlich zum 100. Jubiläum und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg. 

Vielen Dank.

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