17. Oktober 2025

20. Jubiläum der Haspa-Hamburg-Stiftung

17. Oktober 2025

Rede des Ersten Bürgermeisters Dr. Peter Tschentscher in der Handelskammer. Es gilt das gesprochene Wort.

  • Senatskanzlei
    • Sie lesen den Originaltext
Dr. Peter Tschentscher beim 20. Jubiläum der Haspa-Hamburg-Stiftung
Dr. Peter Tschentscher beim 20. Jubiläum der Haspa-Hamburg-Stiftung Senatskanzlei

Sehr geehrter Herr Dr. Vogelsang,
sehr geehrte Frau Ehrenbürgerin Dr. Boie,
sehr geehrte Mitglieder des Kuratoriums,
sehr geehrte Damen und Herren,

herzlichen Dank für die Einladung zum 20. Jubiläum der Haspa Hamburg Stiftung. 

Hamburg ist eine Stadt der Stiftungen. Einige sind noch jung, wie die Haspa Hamburg Stiftung, die älteste Hamburger Stiftung – das „Hospital zum Heiligen Geist“ – besteht seit fast 800 Jahren und ist inzwischen ein großes, modernes Sozialunternehmen.

Die Strukturen und Methoden des Stiftungswesens haben sich im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt, doch der Grundgedanke ist geblieben: Engagement für die Mitmenschen und das Gemeinwesen gehört in Hamburg zum hanseatischen Selbstverständnis, sie ist für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt seit Jahrhunderten Pflicht und Ehre zugleich. 

Schon in der Präambel der Hamburgischen Verfassung heißt es:

„Jedermann hat die sittliche Pflicht, für das Wohl des Ganzen zu wirken. Die Allgemeinheit hilft in Fällen der Not den wirtschaftlich Schwachen und ist bestrebt, den Aufstieg der Tüchtigen zu fördern“. 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Hamburg hat sich in seiner jahrhundertelangen Geschichte immer als Freie Stadtrepublik, als eine Stadt freier und Bürgerinnen und Bürger gesehen. Man hat den Klerus und den Adel auf Distanz gehalten. 

Hamburg hatte also auch nie einen Kaiser, König oder Fürsten, der sich um die Belange des Gemeinwohls, um Wissenschaft, Kunst und Kultur, um Universitäten, Theater, Museen oder soziale Institutionen wie Waisenhäuser, Kranken- oder Pflegeanstalten gekümmert hätte. 

Das alles ist in Hamburg immer aus der Bürgergesellschaft heraus initiiert und gefördert worden. Mit anderen Worten: Das Gegenstück der Freiheit sind die Verantwortung und das Engagement der Bürgerinnen und Bürger, sich selbst um ihre Stadt, das Gemeinwohl und die öffentlichen Anliegen zu kümmern. 

Aus dieser besonderen Hamburger Tradition heraus hat sich eine moderne und deutschlandweit einzigartige Stiftungslandschaft entwickelt: mit über 1.500 Stiftungen und einem Stiftungskapital von insgesamt etwa 13 Milliarden Euro.

Mit ihren Ideen und ihrem Engagement bereichern Hamburger Stiftungen die gesamte Bandbreite der öffentlichen Interessen und des Gemeinwohls. Sie fördern kulturelle und wissenschaftliche Einrichtungen, den Sport, den Natur- und Klimaschutz. Sie setzen sich ein für Bildung und Teilhabe und wirken daran mit, dass junge Menschen eine gute Perspektive für ihr Leben finden können.

Dass sich so viele Hamburgerinnen und Hamburger für das Gemeinwohl einsetzen, als Stifterin und Stifter oder durch persönliches ehrenamtliches Engagement, ist Ausdruck eines lebendigen Bürgersinns, der das Miteinander und den Zusammenhalt unserer Stadtgesellschaft stärkt. Insofern wirken die Stiftungen in die Gesellschaft hinein und weit über einzelne Förderprojekte hinaus. 

Sehr geehrte Damen und Herren,

das gilt insbesondere auch für die Haspa Hamburg Stiftung, die in der Tradition der Hamburger Sparkasse steht.

Die Haspa ist ein außergewöhnliches Geldinstitut, das vor fast 200 Jahren (1827) durch Hamburger Bürger als „Sparkasse für kleinste Beiträge“ gegründet wurde. Erstmals konnten Menschen mit geringem Einkommen ihr Geld verzinst anlegen, Rücklagen bilden und kleinere Investitionen, zum Beispiel für einen eigenen Handwerksbetrieb, über Kredite finanzieren. 

Die Haspa Hamburg Stiftung verfolgt einen ähnlichen Ansatz, indem sie Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit gibt, sich auch mit kleineren Summen einzubringen oder unter ihrem Dach eine eigene Stiftung zu gründen, ohne gleich eine große eigene Infrastruktur bereitstellen zu müssen.

In den letzten zwanzig Jahren sind auf diese Weise mehr als 370 Stiftungen unter dem Dach der Haspa Hamburg Stiftung entstanden, die damit maßgeblich zur Vielfalt und zum Wachstum der Hamburger Stiftungslandschaft beigetragen hat. Gleichzeitig fördert die Haspa Hamburg Stiftung zahlreiche Projekte in fast allen gesellschaftlichen Bereichen. 

Sie unterstützt Hamburger Schulen und Bildungsinitiativen wie die „Stiftung Kinderjahre“, fördert Stadtteilinitiativen wie das „Kulturhaus Eidelstedt“ und unterstützt die Initiative „Herzbrücke“, die herzkranken Kindern aus Kriegsgebieten lebensrettende Operationen ermöglicht. 

Für dieses große Engagement in und für Hamburg danke ich der Haspa Hamburg Stiftung und allen, die sich als Stifter und Sponsoren oder mit ihrer Arbeit und Tatkraft für die Ziele der Stiftung einsetzen.

Herzlichen Glückwunsch zum 20. Jubiläum und alles Gute für die Zukunft!

Zum Weiterlesen

v.l.n.r. Tilmann Krause, Sabine Witt, Preisträger Mirko Bonné, Eva-Maria Greve, Bürgermeister Tschentscher
Senatskanzlei Hamburg
8. Dezember 2025

Hannelore-Greve-Literaturpreis

Rede des Ersten Bürgermeisters Dr. Peter Tschentscher beim Senatsempfang im Rathaus anlässlich der Verleihung des Hannelore-Greve-Literaturpreises.

08. Dezember 2025
Foto: Rede Unternehmensverband Hafen Hamburg
Senatskanzlei Hamburg
25. November 2025

75 Jahre Unternehmensverband Hafen Hamburg

Rede des Ersten Bürgermeisters Dr. Peter Tschentscher zum 75-jährigen Jubiläum des Unternehmensverbands Hafen Hamburg e. V.

25. November 2025
Ersten Bürgermeisters Dr. Peter Tschentscher beim Senatsempfang Bürgertag im Rathaus
Senatskanzlei
5. November 2025

Senatsempfang Bürgertag

Rede des Ersten Bürgermeisters Dr. Peter Tschentscher beim Senatsempfang Bürgertag im Rathaus.

05. November 2025