Sehr geehrte Frau Dr. Gundelach,
sehr geehrter Herr Vizepräsident der Hamburgischen
Bürgerschaft,
sehr geehrter Herr Doyen,
sehr geehrte Mitglieder der Parlamente,
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Bundeswehr
sowie der Kirchen- und Religionsgemeinschaften,
sehr geehrte Damen und Herren,
herzlich willkommen zum Bürgertag 2025 im Hamburger Rathaus.
Mit diesem Empfang würdigt der Senat das Engagement und die Tradition der Hamburger Bürgervereine, deren Anfänge bis in die Zeit der Industrialisierung vor 150 Jahren zurückreichen. Damals herrschten in Hamburg vielerorts Armut, Wohnungsnot und schlimme Arbeitsverhältnisse. Viele Menschen waren mit ihren Lebensbedingungen und den politischen Verhältnissen nicht einverstanden. Sie schlossen sich in Bürgervereinen zusammen, um gemeinsam ihre Interessen gegenüber Senat und Bürgerschaft zu vertreten, einander in der Nachbarschaft zu unterstützen und die Situation in ihrem Stadtteil zu verbessern.
Engagement für die Mitmenschen und das Gemeinwesen gehört in Hamburg zum hanseatischen Selbstverständnis, sei es durch Stiftungen und Spenden oder durch persönliche ehrenamtliche Arbeit.
Schon in der Präambel der Hamburgischen Verfassung heißt es:
„Jedermann hat die sittliche Pflicht, für das Wohl des Ganzen zu wirken. Die Allgemeinheit hilft in Fällen der Not den wirtschaftlich Schwachen und ist bestrebt, den Aufstieg der Tüchtigen zu fördern“.
Sehr geehrte Damen und Herren,
im vergangenen Jahr haben wir hier im großen Festsaal das 100. Jubiläum der Bürgertage gefeiert, dabei auf die Anfänge der Bürgervereine zurückgeblickt und ihre Entwicklung in den letzten hundert Jahren gewürdigt.
Doch die Zukunft kommt von vorne, und darum geht es bei der Arbeit der Bürgervereine. Sie wollen etwas bewegen, die Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger sichern und konkrete Beiträge dazu leisten, dass die Stadtteile und Hamburg insgesamt die richtigen Antworten findet auf die großen Fragen unserer Zeit.
Wie stärken wir die Demokratie gegen Angriffe von Verfassungsfeinden und Populisten? Wie helfen wir denjenigen, die unverschuldet in Not geraten und Hilfe benötigen? Wie weisen wir aber auch diejenigen in die Schranken, die sich rücksichtslos verhalten, damit sich in einer Stadt mit fast zwei Millionen Menschen alle Bürgerinnen und Bürgerinnen wohl fühlen und sicher leben können?
Das alles sind große Aufgaben für die Politik, für Senat und Bürgerschaft. Sie können aber nicht allein von Politik und Behörden geleistet werden, es braucht die Unterstützung und Mitwirkung aller gesellschaftlichen Akteure und der Zivilgesellschaft, also unter anderem derjenigen, die sich in Bürgervereinen organisieren und engagieren.
Dafür sagen wir als Senat mit diesem Empfang einmal im Jahr herzlichen Dank.
Zugleich möchten wir mit der Ehrenamtsstrategie des Senats die ehrenamtliche Arbeit fördern und unterstützen, denn viele Freiwillige wollen sich engagieren, müssen das Engagement aber mit ihren sonstigen beruflichen und familiären Aufgaben vereinbaren können. Die Digitalisierung schafft dabei neue Möglichkeiten, die zeitliche Flexibilität zu erhöhen, etwa durch Online-Plattformen oder virtuelle Angebote.
Die Stadt fördert daher den Aufbau der technischen Infrastruktur und der entsprechenden Kompetenzen, um digitale Angebote und Kommunikationsformen zu nutzen. Entsprechende Angebote bietet zum Beispiel das Engagement Dock, eine Beratungsstelle für gemeinnützige Initiativen und Vereine.
Ein Meilenstein der Hamburger Engagement-Strategie ist das Haus des Engagements. Seit 2022 können sich dort Vereine, Initiativen, Aktive und diejenigen, die es werden wollen, informieren, vernetzen und fortbilden. Der geplante Umzug in das Neue Amt Altona (2026), einem genossenschaftlichen Co-Working Space und Nachbarschaftstreffpunkt, wird die Räumlichkeiten noch einmal erweitern und neue Möglichkeiten eröffnen.
Ein weiteres Vorhaben in diesem Zusammenhang hat der Senat 2024 umgesetzt: die von vielen Freiwilligen gewünschte Engagement-Karte. Mit ihr können engagierte Bürgerinnen und Bürger besondere Angebote und Rabatte in Anspruch nehmen, etwa in Kultur, Bildung oder im Sport. Wie die Karte funktioniert, darüber werden wir gleich mehr erfahren.
Sehr geehrte Damen und Herren,
in Hamburg engagiert sich mehr als eine halbe Million Menschen freiwillig. Das ist Ausdruck eines lebendigen Bürgersinns in unserer Stadt und eine starke Kraft für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, der in einer Zeit der Krisen und Konflikte von größter Bedeutung ist.
Die Bürgervereine repräsentieren rund 80.000 Hamburgerinnen und Hamburger, die sich in allen gesellschaftlichen Bereichen einbringen und dazu beitragen, dass unsere Stadt nicht nur stark ist in Wirtschaft, Innovation und Wissenschaft, sondern dass sie auch lebenswert ist und bleibt, in allen Stadtteilen und für alle Bürgerinnen und Bürger.
Im Namen des Senats und der gesamten Stadt danke ich Ihnen für Ihr Engagement und Ihre Arbeit. Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute, vor allem Freude und Erfolg bei allem, was Sie sich vornehmen und zum Wohle der Stadtgesellschaft anpacken.
Herzlichen Dank.