8. Dezember 2025

Hannelore-Greve-Literaturpreis

08. Dezember 2025

Rede des Ersten Bürgermeisters Dr. Peter Tschentscher im Rathaus. Es gilt das gesprochene Wort.

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Senatskanzlei Hamburg

Sehr geehrter Herr Bonné,
sehr geehrte Frau Greve,
sehr geehrte Frau Witt, 
sehr geehrter Herr Dr. Krause,
sehr geehrte Mitglieder des Konsularischen Korps, 
sehr geehrte Damen und Herren,

herzlich willkommen im Hamburger Rathaus zur Verleihung des 11. Hannelore-Greve-Literaturpreises.   

Der Preis erinnert an eine herausragende Unternehmerin, Stifterin und Hamburger Ehrenbürgerin, deren Lebenswerk eng mit unserer Stadt verbunden ist. 

Hannelore Greve hat sich zusammen mit ihrem Mann Helmut auf besondere Weise für Wissenschaft, Kunst und das Gemeinwohl in Hamburg eingesetzt. Ihre größte Ambition galt dabei der Literatur. 

Der seit 2004 alle zwei Jahre verliehene Hannelore-Greve-Literaturpreis gehört heute zu den renommiertesten Auszeichnungen für Schriftstellerinnen und Schriftsteller im deutschsprachigen Raum. Zu den Preisträgerinnen und Preisträgern zählen unter anderem Siegfried Lenz, Ulla Hahn und die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller.

Der Hannelore-Greve-Literaturpreis, deren Preisgeld von der Stiftung noch einmal erhöht wurde, trägt sehr dazu bei, dass Hamburg – neben den anderen Feldern der Kunst und Kultur – auch für seine Literaturszene bekannt ist. 

Diese muss die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge anzusprechen und sich mit unterschiedlichen Perspektiven auseinanderzusetzen, unbedingt bewahren. In einer Zeit der hektischen SMS, Social-Media-Posts, Ad-hoc-Emails und populistischer Kurzbotschaften, in einer solchen Zeit ist die Literatur, die Kunst der Sprache, des Erzählens, des Nachempfindens und Verstehens, eine wichtige Gegenbewegung. 

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Hannelore-Greve-Literaturpreis geht in diesem Jahr an Mirco Bonné, ein facettenreicher deutschsprachiger Schriftsteller und literarischer Übersetzer, der als Meister der Differenzierung und exakten Beobachtung gilt.

Mirco Bonné wurde in der oberbayrischen Stadt Tegernsee geboren und kam mit zehn Jahren nach Hamburg, wo er seither lebt – wenn er nicht gerade auf Reisen ist oder sich in der Provence aufhält, die seine zweite Heimat geworden ist.

Mirco Bonné ist außergewöhnlich vielseitig: Er schreibt Gedichte, Romane, Erzählungen, Essays und Hörspiele. In Rezensionen der Fachwelt wird er als exzellenter Beobachter beschrieben, der die Zeit anzuhalten scheint, um Dinge und Ereignisse genau zu taxieren. Seine Sprache sei gleichzeitig bildhaft und reflektiert, die Welt scheint ihm voller Geschichten und staunenswerter Beobachtungen. 

Mirco Bonné hat Romane über den Antarktis-Forscher Ernest Shackleton („Der eiskalte Himmel“, 2006) und den Philosophen Albert Camus („Wie wir verschwinden“, 2009) geschrieben. 

In „Seeland, Schneeland“ (2021) erzählt er eine Abenteuergeschichte, die nach dem Ersten Weltkrieg auf einem britischen Auswandererschiff spielt.

„Alle ungezählten Sterne“ (2023) wiederum ist ein Hamburg-Roman der Gegenwart. 

In seinem aktuellen Gedichtband „Wege durch die Spiegel“ spürt er der Geschichte seiner eigenen Familie nach.   

Diese und viele weitere Werke veranschaulichen, wie vielfältig und umfangreich das literarische Werk von Mirco Bonné ist. 

Die Jury des Hannelore-Greve-Literaturpreises würdigt ihn als „einen der profiliertesten Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur“. In der Begründung heißt es:

„Seine vielbeachteten Romane zeichnen sich durch einen fast verloren gegangenen langsamen, einfühlsamen Erzählfluss aus. Sie stellen Figuren in den Mittelpunkt, die nach dem Wesentlichen in ihrer Existenz suchen. Hier, aber auch in seinen Gedichten, Essays und Übersetzungen aus dem Französischen und Englischen zeigt sich Mirko Bonné als kulturaffiner Autor, der trotz seines Kenntnisreichtums nie prätentiös oder bildungshuberisch daherkommt. Dieser Autor schreibt in bester humanistischer Tradition. Er lässt sich von allem Menschlichen zutiefst berühren.“

Sehr geehrter Herr Bonné,

Sie haben in ihrem Leben bereits viele Preise erhalten. Darunter schon in den 1990er Jahren mehrere Hamburger Förderpreise und später weitere Literaturpreise aus Ihrer Heimatstadt wie den Hamburger Literaturpreis für Übersetzung im Jahr 2020 und den Hubert-Fichte-Preis 2024. 

Heute kommt einer der bedeutendsten Preise für deutschsprachige Literatur hinzu: der Hannelore-Greve-Literaturpreis 2025, zu dem ich Ihnen im Namen des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg sehr herzlich gratuliere.

Ich wünsche ihnen weiterhin viel Erfolg als Schriftsteller und auch persönlich alles Gute. Und ich freue mich, dass wir Sie am 15. Januar in unseren Räumen begrüßen dürfen, weil Sie in unserer Veranstaltung „Literatur im Rathaus“ Ihren neuen Lyrikband vorstellen.  

Herzlichen Dank. 

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