Sehr geehrter Herr Präses,
sehr geehrte Abgeordnete der Parlamente,
sehr geehrte Sportlerinnen und Sportler,
sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für die Einladung zu einem Grußwort bei der Hamburger Sportgala.
Seit 20 Jahren dient die Sportgala der Ehrung und Würdigung besonderer Leistungen von Sportlerinnen und Sportlern Hamburgs.
Dass dabei einiges zusammenkommt, hat allein der Rückblick auf das Jahr 2025 gezeigt, den wir eben gesehen haben,
Hinter starken Bildern und besonderen Erfolgen steht eine große Zahl an Menschen, die selbst Sport treiben oder sich für den Sport engagieren.
Fast 600.000 Hamburgerinnen und Hamburger sind inzwischen Mitglied in einem Sportverein. Das ist ein Zuwachs von fast 5 Prozent seit dem Vorjahr – in keiner anderen Stadt Deutschlands nimmt die Sportbegeisterung so stark zu.
Die Politik in Hamburg unterstützt den Sport und die Vereine durch gezielte Investitionen in die Sport-Infrastruktur.
Seit 2011 haben wir dreistellige Millionenbeträge in die ActiveCity-Strategie gesteckt. Von 2020 bis 2030 sollen noch einmal eine Milliarde Euro an Investitionen in Sportstätten und Vereine dazukommen.
Wir fördern Sportgroßveranstaltungen wie den Marathon, den Triathlon, den Ironman, die Cyclassics, das Deutsche Spring- und Dressur-Derby, das Internationale Beachvolleyball-Turnier Elite16 und die Hamburg Open am Rothenbaum.
Der Senat fördert den Sport und die Sportvereine im Rahmen des Konzepts der ActiveCity aus vielen politisch bedeutsamen Gründen.
Sport ist nicht nur Freizeitgestaltung und Gesundheitsförderung. Sportveranstaltungen haben einen Tourismus-, Wirtschafts- und Wertschöpfungseffekt. Sportvereine machen Sozial- und Jugendarbeit in den Stadtteilen, engagieren sich in der Ganztagsbetreuung an Schulen, fördern Inklusion und Teilhabe.
Mit anderen Worten: Sport hat eine umfassende, positive Wirkung in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Er fördert den Gemeinsinn, das Wir-Gefühl und den gesellschaftlichen Zusammenhalt, und deshalb haben wir es als ein nationales Interesse erkannt, dass wir nach vielen Jahrzehnten wieder einmal Olympische und Paralympische Spiele nach Deutschland holen. So haben es der DOSB, die Bundesregierung und die Länder gemeinsam beschlossen.
Neben drei weiteren Bewerberregionen hat auch der Hamburger Senat beschlossen, dafür ein Angebot zu machen – und zwar möglichst eins, das so gut ist, dass man es nicht ablehnen kann.
Die wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass wir Olympia im Norden selbst wollen.
Wenn wir den DOSB und ganz Deutschland, wenn wir im zweiten Schritt das IOC überzeugen wollen, dann müssen wir vor allem selbst davon überzeugt sein, dass Olympia eine Riesenchance ist.
Für den Sport, aber eben auch weit darüber hinaus.
Da vom Sport heute Abend ohnehin alle begeistert sind – dafür brauchen wir keine Worte mehr – möchte ich gerne noch etwas sagen zu all den anderen Wirkungen, die Olympische und Paralympische Spiele haben.
Es geht um Impulse für die Wirtschaft, für die Stadtentwicklung, für Investitionen in die Infrastruktur und vieles mehr. Darüber berichten alle Städte auf der Welt, die jemals Olympische Spiele organisiert haben.
Die Olympia-Stadt oder Region wird über die Olympischen Spiele zu einer Bühne, auf der sich eine Nation der ganzen Welt präsentiert.
Die Stadt oder Region, mit der sich der DOSB um Olympische und Paralympische Spiele bewirbt, kann sich daher der Unterstützung von ganz Deutschland sicher sein für alles, was mit der Vorbereitung und der Durchführung der Spiele zusammenhängt.
Deshalb ist die Entscheidung über die Olympia-Bewerbung auch ein Wettbewerb der Regionen um die nationale Unterstützung ihrer Entwicklung.
Auf die Frage, können wir uns Olympia leisten?, ist die klare Antwort: Ja.
Denn wir haben ein Konzept der integrierten Spiele wie in Paris, die ohne milliardenschwere Investitionen nur für den Zweck der Olympischen Spiele auskommen.
Die Frage muss vielmehr lauten, können wir es uns leisten, uns nicht für Olympische und Paralympische Spiele zu bewerben? Die Antwortet lautet: Nein.
Wir können es uns nicht leisten, uns erneut hintenanzustellen, während der Süden ein zweites Mal alle Unterstützung des Bundes bekommt für seine großen Entwicklungen und Infrastrukturprojekte.
Denn auch wir haben viel vor in den kommenden Jahren: Den Bau von U- und S- Bahnen, den Aus- und Umbau unserer Bahnhöfe, den Bau und die Sanierung von Autobahnen, der Köhlbrandbrücke, die Digitalisierung des Verkehrs und viele weitere Projekte, bei denen wir auf die Förderung und Unterstützung des Bundes angewiesen sind.
Deshalb sollten wir nicht nur Olympia wollen, wir müssen es auch wollen, weil es die beste Garantie dafür ist, dass wir diese ganzen Entwicklungen auch hinbekommen, gemeinsam mit Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und gemeinsam mit der Bundesregierung.
Deshalb ist die Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele ein großartiges Projekt für den Sport in Hamburg, aber eben weit darüber hinaus.
Wer sich die Hamburger Bewerbung ansieht, wird schnell feststellen, dass sie sehr gut ist, weil Olympische und Paralympische Spiele sehr gut in unsere Stadt und zu unserer Stadt passen.
In unsere Stadt, weil wir die nötige Größe und die passenden Orte haben, um die Spiele auszurichten.
Zu unserer Stadt, weil der Geist der Olympischen Spiele hervorragend in unsere hanseatische Geschichte und Tradition passt.
Eine internationale Metropole, die sich schon in der Präambel ihrer Verfassung als Welthafenstadt zu ihrer besonderen Rolle in der Welt bekennt, sich auf Internationalität, auf Verständigung, Frieden und Freundschaft der Völker beruft und das auch zeigt mit einer weltoffenen und vielfältigen Stadtgesellschaft, in der Menschen aus über 180 Nationen leben.
Um es in aller hanseatischen Bescheidenheit zu sagen: Es gibt in ganz Deutschland keinen geeigneteren Ort, um die olympische Idee im 21. Jahrhundert aufleben zu lassen.
Das ist der Gedanke unserer Olympia-Bewerbung, und dafür brauchen wir viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter.
Zu den überzeugungsstärksten gehören diejenigen, die selbst etwas vom Kern der olympischen Tradition, also dem sportlichen Wettkampf verstehen.
Also genau diejenigen, die heute für ihre besonderen sportlichen Leistungen ausgezeichnet wurden, dazu noch einmal herzlichen Glückwunsch, und alle, die sie unterstützen oder mit derselben Mission unterwegs sind.
Und deswegen, liebe Sportlerinnen und Sportler, würde ich mich sehr freuen, wenn genau Sie die Hamburger Olympia-Bewerbung und -Kampagne unterstützen.
Sie wissen aus eigener Erfahrung, dass Sport die Menschen über alle Grenzen hinweg miteinander verbindet. Und dass es ein besonderer Ansporn ist, vor heimischem Publikum in den Wettkampf zu gehen.
Damit sind Sie die besten Botschafterinnen und Botschafter für Olympia in Hamburg und für ein klares Ja beim Olympia-Referendum am 31. Mai.
Tragen Sie den Funken der Begeisterung für den Sport und für Olympia in den kommenden Wochen in die Stadt hinaus, damit eine Bewerbung Hamburgs um die Olympischen und Paralympischen Spiele möglich wird und wir ein großartiges neues Kapitel unserer Stadtgeschichte schreiben können.
Vielen Dank.