25. Februar 2026

50-jähriges Bestehen der Fördergemeinschaft Kinderkrebs-Zentrum e.V.

Rede des Ersten Bürgermeisters Dr. Peter Tschentscher. Es gilt das gesprochene Wort.

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Sehr geehrter Herr Dr. Iversen, (Vorstand)
sehr geehrter Herr Dr. Bublitz, (Vorstand)
sehr geehrte Mitglieder und Freunde der Fördergemeinschaft Kinderkrebs-Zentrum Hamburg,

am 2. Dezember 1975 gründeten Eltern krebskranker Kinder, die im UKE in Behandlung waren, den Verein Fördergemeinschaft Kinderkrebs-Zentrum Hamburg. Die Fördergemeinschaft entstand damit in einer Zeit, in der Krebs durch den Einsatz von Chemotherapie erstmals wirkungsvoll behandelt werden konnte. 

Die Gründungsmitglieder konnten aus persönlicher Betroffenheit und eigenem Erleben beurteilen, welche Bedeutung diese Heilungschancen für die betroffenen Patientinnen und Patienten und ihre Familie haben, aber sie wussten auch, welche Belastungen damit einhergehen. Lange Therapiedauern und vielfältige Nebenwirkungen, die zu körperlichen, seelischen und psychischen Belastungen führen, die das Kind in seiner Entwicklung und die gesamte Familie bewältigen müssen.

In dieser Lage nicht nur die onkologische Behandlung im engeren Sinne, sondern eine umfassende, ganzheitliche Hilfe und Betreuung zu ermöglichen, ist das Ziel der Fördergemeinschaft, das ihre Mitglieder seit nunmehr 50 Jahren gemeinsam mit der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie des UKE verfolgen. 

In dieser Zeit haben sich die Diagnostik und Therapie onkologischer Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter im Zuge der medizinischen Forschung stark weiterentwickelt. Die Heilungschancen sind heute besser als je zuvor und höher als in jeder anderen Altersgruppe.

Bei der Arbeit der Fördergemeinschaft steht vor allem die psychosoziale Begleitung im Mittelpunkt. Sie umfasst therapeutische und kreative Programme für die jungen Patientinnen und Patienten, aber auch praktische Hilfe für die Eltern im Umgang mit Behörden und Krankenkassen.

Das Motto der Fördergemeinschaft lautet: „Knack den Krebs.“

Das ist keine leise Hoffnung, sondern eine entschlossene Ansage gegen Resignation und für den Mut und die Zuversicht, die Belastungen der Erkrankungen und ihrer Behandlung zu überstehen, und den Kindern eine gute Entwicklung zu ermöglichen.

Die Fördergemeinschaft hat sich im Laufe der Jahrzehnte immer professioneller aufgestellt und früh einen Schwerpunkt auf die Förderung speziell der Kinderkrebsforschung gelegt. Denn Tumorerkrankungen des Kinder- und Jugendalters unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von denen des Erwachsenenalters und erfordern insofern auch spezielle Therapieansätze.

2006 gründete die Fördergemeinschaft dazu gemeinsam mit dem UKE und dem Heinrich-Pette-Institut – dem heutigen Leibniz-Institut für Virologie – das Forschungsinstitut Kinderkrebs-Zentrum Hamburg. Heute beschäftigen sich dort rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit relevanten Fragen der Kinderkrebsforschung.

Unter dem Motto „Wir schließen Wissenslücken“ ist es das Ziel, die Heilungschancen weiter zu erhöhen – und zugleich die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten durch schonende Therapien zu verbessern. Das Institut ist mehrfach ausgezeichnet worden und hat namhafte Drittmittelgeber, finanziert sich aber weiterhin überwiegend durch die Fördergemeinschaft.

Sehr geehrte Damen und Herren,

die professionelle Arbeit der Fördergemeinschaft und des Forschungsinstituts hat eine große Bedeutung für die Erforschung und Behandlung pädiatrisch-onkologischer Erkrankungen in der Kinderklinik des UKE. Sie ermöglicht Projekte und die Bearbeitung wissenschaftlicher Fragestellungen, die sehr zur besseren Behandlung und Erforschung spezieller Krebsformen im Kindesalter beitragen.

Das UKE gehört nach entsprechenden Rankings zu den besten Universitätskliniken Deutschlands und Europas.

Die Fördergemeinschaft trägt mit ihrer Arbeit zur medizinischen und wissenschaftlichen Exzellenz unseres Universitätsklinikums bei und unterstützt die Behandlung und Betreuung der rund 600 Kinder, die jedes Jahr am Kinderkrebs-Zentrum stationär und ambulant behandelt werden.

Die von Krebs betroffenen Kinder und Familien aus Hamburg und weit darüber hinaus finden im Kinderkrebs-Zentrum in einer für sie äußerst belastenden Situation ein „Zuhause auf Zeit“ – einen Ort der Hilfe und Heilung, einen Ort der Unterstützung, der Zuversicht und Hoffnung.

Sehr geehrte Mitglieder der Fördergemeinschaft,

im Namen des Senats danke ich Ihnen sehr herzlich für Ihr Engagement und Ihre Arbeit.

Ihr Verein zählt heute über 1.000 Mitglieder, wird ehrenamtlich geführt und von medizinischem Sachverstand begleitet. Die Fördergemeinschaft erhält Unterstützung und Spenden von zahlreichen Einzelpersonen, Unternehmen, Vereinen und weiteren Institutionen, zum Beispiel auch von Schulen wie der Grundschule Frohmestraße in Schnelsen. Deren Schüler, Eltern und Lehrer haben im vergangenen Jahr einen Spendenlauf organisiert und 5.000 Euro für das Kinderkrebs-Zentrum eingesammelt. 

2024 gingen bei der Fördergemeinschaft rund 4.000 Einzelspenden über insgesamt 1,86 Millionen Euro ein.  Das ist eine beeindruckende Summe.

Ich danke daher ausdrücklich auch allen, die die UKE-Kinderklinik und die Fördergemeinschaft durch Spenden oder Stiftungen unterstützen. 

Sie leisten damit praktische Hilfe und setzen ein starkes Zeichen der Mitmenschlichkeit und Solidarität, die über die öffentlichen Aufgaben und die professionelle Arbeit des Gesundheitswesens hinausgehen. 

Ihr Engagement ist zugleich Wertschätzung und Unterstützung für diejenigen, die sich mit großer Ambition und persönlichem Einsatz in Forschung, Lehre und Krankenversorgung dafür einsetzen, Kindern mit Krebs die bestmögliche Behandlung und eine gute Perspektive für ihr Leben zu geben.

Ich gratuliere der Fördergemeinschaft Kinderkrebs-Zentrum Hamburg e. V. sehr herzlich zum 50-jährigen Jubiläum und wünsche Ihnen für die Zukunft weiterhin alles Gute.

Vielen Dank.

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